Schon gefahrenFreestyle-Segel Point-7 Slash 2022 im Test

Julian Wiemar

 · 10.11.2022

Wir haben das Point-7 Slash in der Größe 4,8 getestet
Foto: privat

Point-7 Slash – damit wurde Jacopo Testa auf Sylt Vize-Weltmeister. Schnell drehen, rotieren und dich aus flachem Wasser hoch hinaus feuern – das soll der Schlitzer können. Wir haben‘s probiert.

An Land: Das laut Hersteller kompromisslose und flach profilierte Vier-Latten-Freestyle-Segel, fühlt sich durch den dicken, dunklen Monofilm bereits beim ersten Ausrollen hochwertig an. Trotz des moderaten Preises wirkt das Segel auf Anhieb edel – mit einigen netten Details, wie zum Beispiel an den Lattentaschen: Hier stößt man auf klettbare Öffnungen, um das Spannwerkzeug anzusetzen, und auf teilweise durchsichtige Taschen aus Kunststoff, durch die die Segellatten ständig sichtbar sind. Abgerundet wird das ganze durch optische Details wie die kleine Italienflagge auf dem dunklen Film.

Verlagssonderveröffentlichung

Schaut man weiter runter, fällt am Unterliek das aufgedruckte „Quick-Tuning“ für die Mastverlängerung ins Auge: Einfach die Verlängerung dranhalten und von der Oberkante des Rollenblocks bis zur Oberkante des Verstellrings, auf die eingezeichnete Länge einstellen, das spart Zeit beim Trimm. Trotz perfekt eingestellter Mastverlängerung fällt spätestens beim Spannen des Vorlieks auf, dass die Masttasche, beziehungsweise der Protektor unten, etwas kurz geraten ist – hier schaut noch ein Stück der Extension (ungepolstert) raus.

So fährt sich das Point-7 Slash

Unsere Testgröße in 4.8 wirkt relativ klein in den Händen, dazu beim ersten Angleiten agil und flach. Es bedarf einer aktiven Fahrweise, um die Gleitschwelle zu überschreiten – ist diese jedoch übertreten, kennt das Slash kein Tempolimit. Es liegt dabei spielerisch leicht, gar etwas nervös in der Hand und man merkt: es will beschäftigt werden. Stärkere Böen steckt das flache Profil problemlos weg und verwandelt diese in noch mehr Boardspeed. Während des Ducks fühlt es sich keinesfalls mehr zappelig, sondern sehr stabil und neutral an. Das Segel lädt sich in der Backfahrt (vor allem auf der hinteren Hand) schön auf und will dann, so schnell wie möglich, durch die Gegend geschleudert werden. Es rotiert dabei sehr gut und schnell, möchte aber auch genau geführt werden.

Was den Trimm angeht, ist das Segel relativ unempfindlich. Der Schothorn-Trimm ist mit „158 plus/minus zwei Zentimeter“ angegeben und hier darf man auch spielen. Mit mehr Bauch aufgebaut liegt es satter in der Hand und wird dadurch nur minimal träger. Am Vorliek sollte man nur darauf achten, nicht zu übertrimmen – mit zu viel Loose Leech wird das Segel drucklos.

surf-Fazit: Das Slash lässt erfahrenen Freestylern (vor allem im Starkwind) keine Wünsche offen. Auch Freestyle-Einsteiger lernen hiermit schnell das Ducken und bekommen Lust auf „extremere“ Manöver. Wer auf altmodischeren Freestyle bei weniger Wind steht, sollte eher eine Nummer größer wählen und kann das Segel generell bauchiger trimmen. Wer jedoch „nur“ ein angleitstarkes Segel, für Halsenvariationen oder Vulcan sucht, sollte sich bei Point-7 das Modell „Spy“ genauer anschauen.

Technische Daten Point-7 Slash

Das Slash kommt in zwei Farb-KombinationenFoto: Hersteller
Das Slash kommt in zwei Farb-Kombinationen
  • Größen: 3,6/4,0/4,4/4.8/5.2/5.5 qm
  • Vorliek: 372/380/398/415/428/438 cm
  • Gabel: 142/150/154/160/164/170 cm
  • Preis: 519/544/554/569/579/589 Euro

Mehr Infos unter www.point-7.com