Test 2017: GA Sails Hybrid 4,7 und Interview mit Knut Budig

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 3 Jahren

GA Sails legt in der neuen Saison Segellinien zusammen und bietet mit dem Hybrid ein Modell, welches – je nach Größe – als Wave-, Allround- oder Freeridesegel daherkommt. Die Ideen dahinter verrät GA-Boss Knut Budig im Interview.

"Das Hybrid-Segel wandelt sich abhängig von der Größe extrem von Wave über Allround bis Freeride." Knut Budig, Chef bei GA Sails

Herr Budig, auch GA Sails legt 2018 verschiedene Segel zu einer Linie zusammen. Eine Abkehr vom Modell-Wahn vergangener Jahre? Ja, wir versuchen die Segelranges, wo es sinnvoll ist, zu fusionieren. Ein Beispiel: Bei den Wavesegeln Poison und Manic hat sich die letzten Jahre immer mehr herauskristallisiert, dass unsere Kunden das Handlingsegel Manic vor allem in den Größen 3,3 qm bis 4,7 qm nachgefragt haben, das Poison, welches eher auf Power und Vortrieb ausgelegt ist, genau ab der Größe 5,0 qm bis 6,2 qm. Wir haben mit vielen unserer Kunden das Thema besprochen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es viel sinnvoller ist, die Linien zu fusionieren. Die kleineren Größen werden vom Profil her etwas flacher designt, die größeren Größen eher wie das Poison mit mehr Profil und Gleitpower. Die Segellinie läuft unter dem Namen "Manic" weiter und dürfte für jeden Wavekunden das optimale Produkt bieten.

Die Segellinie Hybrid soll 2018 den kompletten Bereich von Wave bis Freeride abdecken. Das Freeridesegel Cross fällt ebenfalls aus der Range. Was ist die Idee dahinter? Die 2018er Hybrid-Linie wurde komplett neu designt und ist für mich die perfekte Segel-linie für über 50 Prozent aller Windsurfer. Egal ob Freeride, Bump & Jump oder Wochenend-Wavesurfer, die Range passt immer, weil wir die Segelgrößen auf den jeweiligen Wind- und Boardeinsatzbereich perfekt abgestimmt haben. Die Hybrid-Segellinie ist eine Segel-linie, die sich innerhalb der unterschiedlichen Größen extrem wandelt.

Für Knut Budig ist auch der Preis der Hybrid-Segellinie ein schlagkräftiges Argument – dieser liegt rund 200 Euro unter den Wavemodellen IQ und Manic und etwa 100 Euro unter dem des Freeridesegels Matrix.

Welche Unterschiede sind damit konkret gemeint? Profilverlauf? Lattenanzahl? Ausstattung? Die Größen 3,7 qm, 4,2 qm und 4,7 qm haben vier robuste Epoxy-Segellatten, sie sind vom Segelprofil her und bezüglich der Ausstattung mit sehr viel Gittermaterial ausgerüstet, vor allem im unteren Segelbereich, am Achterliek und im Segelfenster und damit voll wavetauglich. Vom Profil her sind sie optimal abgestimmt auf alle Freemove-, Wave- und Freerideboards, mit recht viel Vortrieb, guter Kontrolle, sehr großen Wind-Einsatzbereich und einem weichen Handling.

Die Größen 5,2 qm, 5,6 qm, 6,0 qm und 6,4 qm haben fünf Latten, sie sind vom Segelprofil und Ausstattung die perfekten Freemove-segel. Die Verarbeitung ist mit viel X-Ply identisch zu den kleinen Größen, allerdings sind die Freemove-Größen zwischen 5,2 und 6,4 qm zusätzlich mit hohlen Tube-Latten ausgerüstet. Das bringt mehr Leistung und eine größere Windrange. Die neuen Hybrids mit 5,2 qm bis 6,4 qm ersetzen zusätzlich in 2018 das Modell Cross in unserer Range. 

Die Hybrid-Segellinie geht hoch bis 8,2 qm. Worauf liegt der Fokus bei den großen ­Größen? Die Größen 6,7 qm, 7,2 qm, 7,7 qm und 8,2 qm haben sechs Latten, im Segelzentrum ebenfalls hochwertige Tube-Latten. Die Latte im Centrum ist als Crossbatten konzipiert, sie setzt am Mast unter dem Gabelbaum an und endet hinten über dem Schothorn – das bringt Spannung und Kontrolle ins Segel. Was den Profilverlauf angeht wurde natürlich bei den großen Hybrid-Segeln der Fokus auf ein tiefes Profil für extra viel Vortrieb gelegt. Sie sind damit perfekt für alle Freeride- und Freerace-boards, um auch bei leichterem Wind früh anzugleiten und eine top Endgeschwindigkeit bei einem super Handling zu erreichen.  

Schon gefahren: GA Sails Hybrid 4,7 

Wir konnten das Hybrid 4,7 bereits Probe fahren. Hier sind unsere Eindrücke:

An Land: Das Hybrid 4,7 wird auf einem 400er RDM-Mast geriggt. Im unteren Bereich, dort wo Trapezhaken und Surfer bei Stürzen gerne mal einschlagen, erscheint es durchaus solide dimensioniert, lediglich im Toppbereich wirkt es im Vergleich zu reinen Wavesegeln hinsichtlich der Materialstärke leicht abgespeckt. Bereits an Land steht das Segel immer mit vorgeformtem Profil und ist im Vergleich zu den reinen GA-Wavemodellen IQ und Manic etwas bauchiger designt.

Auf dem Wasser: Das Hybrid liegt mit dem ersten Dichtholen satt und ruhig in der Hand, der richtige Anstellwinkel stellt sich quasi von alleine ein. In Verbindung mit dem gedämpften Profil, in das sich dichtgeholt ein tiefer Bauch zieht, gleitet man auch als weniger geübter Surfer sehr früh damit an. Das Fahrgefühl auf der Geraden überzeugt, Kabbelwellen dämpft das Profil gut weg. Bei angepowerten Bedingungen sollte man dem Segel durchaus sichtbares Loose Leech verpassen, zwischen den beiden oberen Latten sollte das Achterliek beim Trimmen erkennbare Falten werfen. In Manövern wirkt das Hybrid schön leicht, außerdem wechseln die Segellatten butterweich die Segelseite, womit sich das GA Sails als feines Manöversegel zum Heizen bei Starkwind und für Manöver-Sessions entpuppt. Als Wavesegel gehört es eher zu den kraftvollen Vertretern, es zieht mit Drive durch den Turn, wodurch man viel Speed mit hoch zum Cutback nehmen kann. Allerdings ist es dabei spürbar weniger agil und spielerisch als beispielsweise das Modell IQ.

surf-Fazit: Top für alle Starkwindheizer und Manöverfans, die ein einfach zu fahrendes Segel mit Leistung, Kontrolle und fairem Preis suchen. Für Gelegenheitswaver ebenfalls eine gute Wahl. Wer trickst oder überwiegend in der Welle surft, wird sich ein agileres Profil mit mehr Neutralität wünschen und sollte dann besser zum IQ oder Manic greifen.

Infos  www.ga-windsurfing.com

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Schlagwörter: GA Sails Hybrid Interview Knut Budig Test


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