Kroatien ist ein traumhaftes Ziel für campende Windsurfer: Viele wunderschöne Buchten, einige zuverlässige Windsysteme, gute Infrastruktur und vor allem aus Süddeutschland schnell zu erreichen. Wir haben euch einige Campingplätze herausgesucht, die direkt an den bekanntesten Surfspots der Region liegen! Hier könnt ihr direkt vom Bett aufs Brett, ohne vor der Session den Motor anwerfen zu müssen!
Es handelt sich dabei um eine Auswahl, und vielleicht kennst du ja weitere Spots, die das Kriterium „Vom Bett aufs Brett“ erfüllen und die es lohnt vorzustellen. Falls dem so ist, sende uns deine Tipps an: redaktion@surf-magazin.de.
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Die südlich von Pula gelegene Halbinsel Premantura gehört zu den absoluten Windsurf-Hotspots an der kroatischen Adria, ist sie doch gut erreichbar und für unterschiedliche Windrichtungen geeignet. Vor allem mit dem Camper ist man hier gut aufgehoben, denn es gibt Plätze direkt am Spot, wo man das aufgeriggte Segel hinter dem Womo hervorholt und keine zwei Minuten später die ersten Manöver zirkeln kann. Die beste Reisezeit ist, ähnlich wie auf Lošinj, von März bis Juni und von September bis November. Dann kommen die Bora aus Ostnordost und der Scirocco aus Südost am häufigsten in Gang und die Temperaturen sind im Herbst noch und im Frühjahr schon sehr angenehm. Im Hochsommer sind längere Gleitwindphasen zwar unwahrscheinlicher, aber durchaus möglich.
Zwei ideale Standorte sind die Campingplätze Stupice und Kažela – beide zu finden über www.arenacampsites.com. Stupice liegt exponiert auf der Halbinsel, Bora kommt auflandig an und bringt etwas Chop mit, der Einstieg erfolgt in kleinen Kiesbuchten. Naht ein Tief, baut sich – oft über mehrere Tage – der warme Scirocco auf, dieser bringt Dünungswellen mit, die aber von den vorgelagerten Inseln weitgehend geblockt werden, sodass hier keine Brandungserfahrung nötig ist. Tipp für Wave-Fans: Etwas südlich von Stupice läuft bei starkem Südostwind eine solide Brandungswelle am Spot Kamenjak.
Ebenfalls ideal gelegen ist das Camp Kažela, wo Bora sideshore von links ankommt, auch hier mit etwas Chop. Hier sind entspannte Schläge drin, egal ob mit dem Freeride- oder Foilboard. Bei starkem Scirocco mutiert Kažela dann sogar zu einem richtigen Brandungsspot mit schräg auflandigem Wind von links. Auch der Campingplatz Arena Grand Kažela hat sich längst zu einem Platz mit gehobenem Standard entwickelt, mit Pools, Kinderspielplätzen und weiteren Sportangeboten.
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Die Insel Lošinj ist unter Windsurfenden relativ unbekannt. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die sommerliche Thermik hier nur schwach ausfällt und es im Hochsommer kein verlässliches Windsystem gibt, welches regelmäßigen Gleitwind garantieren würde. Ein guter (Geheim-)Tipp ist Lošinj allerdings in der Vor- und Nachsaison, denn von September bis zum Winteranfang und im Frühling bis in den Juni hinein kommen die Bora aus Ostnordost und auch der warme Scirocco aus Südost regelmäßig auf Touren. Beide Winde kommen an der Ostküste der rund 40 Kilometer langen Insel frei an. Campingfans haben hier gleich zwei Möglichkeiten, eine Bleibe in Wassernähe zu finden.
Am Campingplatz Rapoca in Nerezine steht man entspannt unter Pinien. Scirocco bläst konstant und leicht sideonshore von rechts, er bringt eine gemäßigte Dünungswelle mit, die zum Freeriden und zu kleinen Jumps einlädt. Bora aus Ostnordost kommt wie überall etwas böig und an diesem Spot schräg auflandig von links. Zum Einstieg ins Wasser gibt es kleine Kiesbuchten, die allerdings keinen nennenswerten Stehbereich bieten. Auch deshalb ist Nerezine zum Foilen ein Tipp, für Aufsteiger aber bei starkem Wind nur bedingt geeignet. Schuhe sollten ins Gepäck, denn der Untergrund ist, wie fast überall in Kroatien, steinig. Im nahen Örtchen gibt es einen Supermarkt, Cafés und Restaurants.
Alternativ kann man sich auch zwei Kilometer weiter nördlich, am Lopari Camping Resort, einmieten. Dort kann man ebenfalls direkt am Wasser campen, auch Mobile Homes sind verfügbar. Weil die Inseln Lošinj und Cres hier einen schmalen Kanal bilden, surft man etwas geschützter und das Wasser bleibt auch bei Sturm glatter, allerdings ist es dadurch bei Bora auch böiger als vor dem Camp Rapoca. Dafür gibt’s in Lopari sogar einen kleinen Stehbereich und ebenfalls Einstiegsstellen mit Kiesstrand. Scirocco aus Südost kommt am Campingplatz Lopari ebenfalls gut an, eine moderate Dünungswelle läuft dann von rechts in den Kanal und die Schläge rüber zur Insel Cres fallen recht kurz aus. Im Sommer hat am Campingplatz Lopari auch eine kleine Surfschule geöffnet, das nahe Örtchen Osor ist ebenfalls mal einen Abstecher wert und bietet nette Cafés und Restaurants.
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Das Goldene Horn („zlatni rat“) ist so eindrucksvoll wie bekannt – an der Südküste von Brac ragt der ikonische Kiesstrand ins tiefblaue Meer. Die Popularität sorgt aber auch für volle Strände im Sommer und mitunter auch für Partylärm. Ungleich entspannter geht es rund zwei Kilometer weiter westlich zu, wo sich mit dem Campingplatz Aloa (www.aloa.hr) eine für Campingfans bestens geeignete Basis befindet.
Man steht auf terrassierten Plätzen unter Pinien, Abkühlung im Meer verschafft man sich schnell, denn der Platz befindet sich direkt am Wasser, wo man über einen kleinen Kiesstrand einsteigen kann. Zwar wird es auch hier schnell tief, Aufsteiger können aber die meist schwachwindigen Vormittage nutzen, um aufs Wasser zu gehen. Zur Mittagszeit kommt die Thermik aus Westen dann extrem zuverlässig in Gang, der Wind wird zwischen den Bergketten von Brac und der vorgelagerten Insel Hvar verstärkt. 12 bis 20 Knoten Wind sind an den Nachmittagen die Regel, ähnlich wie Pelješac ist also auch Brac kein Starkwindspot, dafür aber sehr zuverlässig. Auf dem Wasser bleibt es bei kleinen Chops, es gibt viel Platz zum Freeriden oder Foilen. Am Campingplatz gibt es Gastronomie und eine Surfschule, nur die Einkaufsmöglichkeiten sind hier am Campingplatz etwas eingeschränkt.
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Die Halbinsel Pelješac gehört zu den verlässlichsten Thermikrevieren an der kroatischen Küste. Die beste Reisezeit hierfür ist von Mai bis in den Spätsommer hinein, bei Schönwetterlage kommt dann ab mittags eine moderate Thermik aus West in Gang, die zwischen Pelješac und der vorgelagerten Insel Korcula kanalisiert wird. 12 bis 17 Knoten Wind sind die Regel, will heißen: Pelješac ist kein Starkwindrevier, zum Foilen oder Windsurfen mit größeren Segeln reicht es aber sehr regelmäßig. Eine großartige Basis für einen Surfurlaub sind die Campingplätze Maestral (www.maestral-camping.hr), Ponta und Antony Boy (www.antony-boy.com) im Örtchen Viganj, die sich nebeneinander aufreihen und direkt am Wasser liegen.
Ein vergleichbares Set-up gibt’s rund 1,5 Kilometer weiter östlich noch mal: in Kuciste. Hier stehen mit den Campingplätzen Palme (www.kamp-palme.com) und Perna ebenfalls zwei Plätze in unmittelbarer Spotnähe zur Verfügung. Hier kann man also ausschlafen und den Vormittag mit Alternativprogramm verbringen, auch Aufsteiger können bei Leichtwind entspannt üben. Pünktlich zur Mittagszeit kommt die Thermik dann in Fahrt und weht in der Regel bis zum späten Nachmittag. In der Vor- und Nachsaison kann es auch Tage mit Starkwind geben – dann aber in Form eines Sciroccos, der sich zwischen den Bergen kanalisiert und etwas Dünungswelle mitbringt.
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Kroatiens längste Insel ist ein weiterer Geheimtipp für Wassersportler. Auch hier gilt: Der heiße Hochsommer bietet meist nur leichte Thermik und nur unregelmäßige Starkwindphasen. In der Vor- und Nachsaison kommen Bora und Scirocco in Fahrt, oft mehrere Tage am Stück. Ein guter Standort ist der Familiencampingplatz Kargita (www.camp-kargita.hr) im Nordwesten der Insel. Der Platz liegt auf der Westseite, man kommt in den Genuss toller Sonnenuntergänge und steht auch bei starker Bora relativ geschützt. Zum Baden und Schnorcheln ist der Hausstrand ideal, zum Surfen wechselt man hinüber in die einige Hundert Meter östlich gelegene Lagune. Je nach Standort auf dem Campingplatz kann ein kleiner Surf-Buggy hilfreich sein, sein Material zur Einstiegsstelle (Haljina Dražica) zu befördern.
In der kleinen Kiesbucht kann man einsteigen, Schuhe sind trotzdem auch hier kein Nachteil. Auflandig bläst hier die Bora, aufgrund der vorgelagerten Landzunge kommt aber nicht viel Welle an und es bleibt bei kurzen, steilen Chops. Die Lagune ist auch unter Seglern als sicherer Ankerplatz bekannt, halte daher etwas Abstand von den Booten. Sogar Scirocco aus Südost ist in der Lagune gut fahrbar, dieser kommt dann sideshore von rechts an. Auch dann ist Abtreiben kaum möglich, größere Wellen entstehen ebenfalls nicht. Wer doch mal mobil sein möchte, kann bei Scirocco auch in der Brandung surfen: am Lopata Point (sideshore) oder am Sakarun Beach (sideonshore bis onshore).

Redakteur surf