Spot-Tipps von Björn DunkerbeckPozos sanfte Nachbarn - Freeriden auf Gran Canaria

Tobias Frauen

 · 07.07.2026

Windsurfen bei der Legende: Bjørn Dunkerbeck betreibt mehrere Windsurf-Center auf Gran Canaria – für alle Level.
Foto: Björn Dunkerbeck
Sich bei 40 Knoten Wind über fußballgroße Geröllbrocken ins Pozo-Getümmel zu stürzen, ist nicht jedermanns Sache. Doch Gran Canaria hat auch entspannte Genuss-Spots zum Freeriden – Bjørn Dunkerbeck verrät, wo.

Bei Gran Canaria denken viele an Pozo – ikonische Bilder aus 40 Jahren Worldcup und der Homespot von Köster, Stillrich und Co. Doch die Bedingungen dort sind sehr ruppig – gibt es auch Spots für Windsurfer, die es etwas ruhiger angehen wollen?

Absolut. Nur etwa zehn Kilometer entfernt von Pozo liegt die Bahia de Formas, ein wunderbarer langer Sandstrand. Hier sind die Bedingungen etwas entspannter, ideal für Anfänger, Freerider und Speedsurfer. Der Spot bleibt wegen der schützenden Mole von Arinaga weitgehend flach, der Wind bläst schräg ablandig. Der Wind ist dort zwar etwas schwächer als in Pozo, aber immer noch hervorragend. In Pozo wird der Wind an der Küste extrem beschleunigt, das ist aber sehr begrenzt. Etwas weiter nördlich ist es schon deutlich entspannter.

Gibt es andere Wavespots, die etwas zahmer sind?

Einer der Ausweichspots zu Pozo ist Vargas, vor allem im Sommer. Der Wind ist meist ein paar Knoten schwächer als in Pozo, die Welle bei Ebbe sogar oft besser. Vargas hat zwischen den Kieseln sogar einige sandige Strand-Abschnitte. Bei gutem Swell können die Wellen so gar höher als in Pozo werden. Ohne Swell bietet Vargas aber auch Bump & Jump-Bedingungen. Der nördliche Teil ist den Badegästen vorbehalten, in der Mitte gehen die Windsurfer direkt vom Parkplatz aufs Wasser und im südlichen Teil tummeln sich die Kiter. Der Wind weht sideshore bis schräg auflandig von links.

Hat man das ganze Jahr über die Chance auf Wind oder ist das je nach Jahreszeit unterschiedlich?

Auf Gran Canaria könnt ihr 365 Tage im Jahr windsurfen. Rund 300 Tage im Jahr bieten perfekten Wind. Die restlichen Tage haben wir andere Wetterbedingungen. Aber es gibt immer Möglichkeiten zum Surfen, entweder mit großem oder kleinem Material. Im Winter kommt der Wind aus nordöstlicher Richtung, was Playa del Ingles und Bahia Feliz zu hervorragenden Surf-Spots macht. Im Sommer weht der Wind mehr aus dem Norden, das ist dann ideal für Pozo, wie man es vom Worldcup kennt.

Du betreibst selber mehrere Windsurf-Center, wo genau liegen die und wie sind die Bedingungen dort?

Bei uns an der Surf-Station und Appartementanlage in Bahia Feliz finden Freerider entspannte Bedingungen mit Sideshore-Wind. Der dunkle Sandstrand mit Kieseln fällt relativ flach ab und Wellen brechen hier eher selten. Auch direkt in Pozo Izquierdo haben wir eine Station, von dort kann man entweder direkt am Worldcup-Spot aufs Wasser gehen oder wir fahren von dort mit einem Truck zur Bahia de Formas. Das sind nur etwa zehn Minuten Fahrt. Die Ausgangslage ist ideal für fast alle Spots.

Es hat nicht jeden Tag 40 Knoten. Man findet fast immer einen entspannten Spot zum Freeriden.” Bjørn Dunkerbeck

Und wenn ich dann doch mal davon träume, am Worldcup-Spot in Pozo surfen zu gehen – gibt es da auch zahmere Tage?

Natürlich, es sind nicht jeden Tag 40 Knoten. Es gibt auch Tage mit 15 bis 20 Knoten, vor allem im Winter, dann kann man auch mit einem Sechseinhalber entspannt hin- und herfahren. Aber die Locals, die haben eigentlich kaum etwas Größeres als 4,5.

Was sind deine Tipps für Ausflüge oder Flauten-Programm?

Die Insel bietet neben Windsurfen auch zahlreiche andere Aktivitäten wie Stand-Up-Paddling, Mountainbiken und Wandern. Der Norden der Insel ist fastso grün wie Hawaii, da kann man spannende Entdeckungstouren machen.


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Tobias Frauen

Redakteur

Tobi verantwortet alles Digitale – von der surf-Webseite bis zu den Social-Media-Kanälen – und sorgt täglich für frischen Bild- und Videocontent. Seine Surf-Wurzeln reichen vom Münsterland über Ijsselmeer, Brouwersdam und Sylt bis nach Kiel und Heidkate. Heute lebt er seit über zehn Jahren in Hamburg als „Weekend Warrior“ und ist so oft wie möglich mit Campingbus und Familie unterwegs – bevorzugt an Ostsee, SPO, Dänemark sowie in Finnland, Schweden oder Sardinien.

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