GalleryDie abgelegendsten Traum-Spots der Welt

SURF

 · 14.05.2026

Baomby/Madagaskar: Kristallklares Wasser, einsame Wellen am vorgelagerten Riff und eine Lagune, die aussieht wie ein überdimensionaler Pool – wer würde nicht hier gerne mal seine Bahnen ziehen?
Foto: Pandora Chiara Socin
​Es gibt Spots auf der Welt, die sind einfach zu schön, um wahr zu sein. Dort einmal zu surfen, wird für die Allermeisten aber ein unerfüllter Traum bleiben, denn um diese Orte zu erreichen, muss man leidensfähig sein – oder viel Geduld mitbringen. Aber träumen darf man ja.

Themen in diesem Artikel

​Babaomby / Madagaskar

(erstes Bild in der Gallery oben)

​Kristallklares Wasser, einsame Wellen am vorgelagerten Riff und eine Lagune, die aussieht wie ein überdimensionaler Pool – wer würde nicht hier gerne mal seine Bahnen ziehen? Die wenigen Menschen, die dort gewindsurft sind, wie etwa die Windsurf-Abenteurerin Maria Andrés, sprechen von einer unfassbaren Windquote – Babaomby kommt auf über 95 Prozent Gleitwind im Jahr. Nur einen Haken hat die Sache leider: Es ist verdammt schwer, hinzukommen: Von Europa geht es per Flieger in die Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo, von dort per Inlandsflug weiter nach Diego Suárez. Von hier aus segelt man mit einem traditionellen Holzsegler einige Stunden über den Indischen Ozean bis nach Babaomby. Beim Anblick der „Smaragdsee“ genannten Lagune dürfte man die Reisestrapazen aber schnell vergessen.

​Skeleton Coast / Namibia

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Foto: Pierre Bouras

​Die Wellen der Skeleton Coast in Namibia gelten unter Waveexperten als die besten der Welt – hohl, kraftvoll und schier endlos laufend, erlauben sie Turn auf Turn, bis die Arme vor lauter Laktat zu platzen drohen. Hier einen guten Windsurftag zu erwischen, ist allerdings eine echte Mission: Der Swell muss solide sein, und ob der Wind tatsächlich in Fahrt kommt, weiß man oft erst, wenn man wahrlich am Strand steht. Dann hat man von Kapstadt kommend aber schon 1500 Kilometer über staubige Pisten und Sanddünen hinter sich. Und wenn es blöd läuft, steht man bei Flaute im Seenebel und sieht die Hand kaum vor Augen. Weltenbummler Flo Jung hatte mal das Glück, den Spot zu erwischen, und surfte hier „die besten Wellen seines Lebens“.

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​Balos / Griechenland

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Foto: Chris Sammer
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​Das Abenteuer ist manchmal auch ganz nah – auf Kreta zum Beispiel. Viele Windsurfer kommen jedes Jahr auf Griechenlands größte Insel, am Spot Balos gesurft sind hingegen nur sehr wenige. Die wunderschöne Lagune befindet sich am Nordwestende Kretas, die Wasserfarben stehen denen der Karibik in nichts nach. Sogar der Wind kommt hier gut an, egal, ob es aus Süden, Westen oder Norden weht. Eine Session in der großteils stehtiefen Lagune muss man sich allerdings hart erarbeiten, indem man sein Equipment 45 Minuten lang über einen Hügel bis ans Wasser schleppt. Chris Sammer hat die Strapazen bereits einmal auf sich genommen und schwärmt auch heute noch: „Balos ist ein besonderer Ort, irgendwann muss ich den Weg dorthin noch einmal auf mich nehmen.“

​My Tan Südinsel / Vietnam

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Foto: Valentin Böckler

​Für surf-Redakteur Julian Wiemar war der Trip durch Vietnam eine seiner spannendsten Reisen überhaupt: „In Mui Ne machten Gerüchte von einsamen Wavespots im Norden die Runde. Also haben wir unser Basislager verlassen und sind drei Stunden lang mit dem Auto Richtung My Tan aufgebrochen, ein kleiner Fischerort an der Küste. Vor Ort ergatterten wir zwei Mopeds mit Boardhalterung, die für Wellenreiter vorgesehen waren. An den Aufenthalt in My Tan habe ich geteilte Erinnerungen: Zum einen wegen des Plastikmülls, der die Idylle der Postkartenstrände immer wieder trübt, und wegen der sehr zurückhaltenden Locals. Am Anfang haben wir das als Ablehnung interpretiert, was aber rückblickend nicht der Fall war. Der Spot liegt wunderschön zwischen einer kleinen felsigen Insel und einer langen Sandbucht. Bei Flut laufen Rampen ohne Ende über das vorgelagerte Riff, und auch der Wind spielte bei unserem Besuch gut mit und bescherte uns besondere Tage mit dem 4,0er Segel.“

​Lake George / Australien

surf/fotoweb/100208553Foto: Philipp Nott

​Ein KI-Fake? Mitnichten! Wenn der Lake George im Winter genug Frischwasser bekommt, regt das die Algen zum Wachsen an. Im Frühjahr sinkt der Wasserstand dann infolge der wärmer werdenden Temperaturen. Die beste Zeit zum Surfen ist hier zwischen Dezember und März. Mit Glück reichen die Algen dann etwa 30 Zentimeter unter die Wasseroberfläche, zudem sondern sie eine leicht ölige Substanz ab, welche die Oberflächenspannung des Wassers bricht. Dadurch ist der See auch bei 20 Knoten Wind noch spiegelglatt – ideal zum Speedsurfen und beinahe surreal. Dass alle Faktoren – passender Wasserstand, Tiefe der Algen und Wind – zusammenkommen, wie auf diesem Bild, kommt allerdings nur selten vor.

​Glénan-Inseln / Frankreich

surf/fotoweb/100207387Foto: Jaques Ballard

​Was aussieht wie die Karibik, entpuppt sich, die langen Neos verraten es, als durchaus erreichbares Ziel: Die Glénan-Inseln liegen im Atlantik, nur etwa 15 Kilometer vor der Küste der Bretagne. Früher war die Insel ein Rückzugsort für Piraten. Wer angesichts der Traumkulisse mal hinwill, den müssen wir enttäuschen, denn obwohl die Eilande bei Bootstouristen und Seglern beliebt sind, gibt es hier keine einzige Unterkunft, in der man länger bleiben könnte. Einzig eine Tagestour mit dem Boot ist für Touristen möglich – so haben es auch die Spotentdecker um Freestyler Yentel Caers gemacht. Die Überfahrt durch die meterhohe Atlantikdünung sorgte allerdings dafür, dass sich deren Gesichtsfarbe bedenklich an die des Wassers annäherte.


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