Aktionsplan Ostseeschutz 20303 neue Naturschutzgebiete in der Kieler Bucht

Manuel Vogel

 · 23.03.2026

Aktionsplan Ostseeschutz 2030: 3 neue Naturschutzgebiete in der Kieler BuchtFoto: Aktionsplan Ostseeschutz
Bis zum Jahr 2030 sollen 12,5 Prozent der schleswig-holsteinischen Ostsee unter strengem Schutz stehen
Ab dem 24. März 2026 gibt es ein neues Meeresschutzgebiet in der Ostsee - zwei weitere sollen in den kommenden Tagen folgen. Für Wassersportler ändert sich dadurch kurzfristig (noch) nichts - aber das dürfte sich bald ändern.

Mit dem Aktionsplan Ostseeschutz 2030 verfolgt die Landesregierung das Ziel, bis zum Jahr 2030 12,5 Prozent der schleswig-holsteinischen Ostsee unter strengen Schutz zu stellen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Ausweisung von neuen Naturschutzgebieten (NSG) unerlässlich. Dies betrifft die Regionen Gelting bis Schlei am Ausgang der Flensburger Förde, die südliche Hohwachter Bucht sowie ein Gebiet westlich von Fehmarn, wo zukünftig strengere Regeln gelten werden.

Bei der feierlichen Einweihung der ersten Infotafel an der Hohwachter Bucht sagte Meeresschutzminister Tobias Goldschmidt: „Wir Menschen sind Teil der Natur und leben von ihr. Dass wir dabei oft auch Schaden anrichten, sehen wir in unserer Ostsee deutlich. Mit den neuen Meeresschutzgebieten bekommen Fische und Schweinswale, Seegraswiesen und Seevögel wichtige Ruheoasen. Hier können Pflanzen und Tiere buchstäblich aufatmen. Damit entfaltet ein Highlight des Aktionsplans seine Wirkung.“

Auf Basis verschiedener Untersuchungen zur Ostsee wurden, so erklärt das Ministerium in einer Pressemitteilung, Gebiete ausgewählt, die aufgrund ihrer Artenvielfalt, Lebensräume, Entwicklungsmöglichkeiten und bestehenden Belastungen besonders schutzwürdig sind. Entscheidend sind das Vorkommen gefährdeter Arten und Lebensräume sowie deren Bedrohung. Die Gebiete grenzen zum Teil an bereits bestehende Naturschutzgebiete und erfüllen somit eine Vernetzungsfunktion für die Wanderung, die geographische Verbreitung und den genetischen Austausch wildlebender Arten.

Winterstürme in Hohwacht surfen, das könnte zukünftig schwierig werdenFoto: BulgenslagWinterstürme in Hohwacht surfen, das könnte zukünftig schwierig werden

Das ändert sich für Wassersportler in den neuen Naturschutzgebieten

In den neuen Schutzgebieten, so erklärt das Ministerium, dürfen Pflanzen und Tiere nicht mehr entnommen oder gestört werden. Daher sind Fischerei, Jagd, Rohstoffabbau, Bauvorhaben oder andere Veränderungen der Gewässer und des Meeresbodens untersagt. Um die Lärmbelastung unter Wasser zu minimieren, dürfen Motorboote nur noch mit reduzierter Geschwindigkeit unterwegs sein. Ziel ist es, die Gebiete als ungestörte Rückzugsräume zu schützen und menschliche Einflüsse zu minimieren.

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Weiterhin erlaubt sind schwimmen, baden, tauchen und der Fischfang zu Fuß vom Ufer oder im Wasser watend mit der Handangel. Aktuell bestehen in den neuen Naturschutzgebieten für Wassersportler noch keine Einschränkungen, allerdings wird gemäß des Aktionsplan Ostseeschutz für die drei neuen Meeresschutzgebiete eine Befahrensverordnung beim Bundesministerium für Verkehr beantragt. Diese beinhaltet, dass Wassersport im Winter (November bis März) hier nur noch in ausgewiesenen Zonen möglich sein soll. Wie Minister Goldschmidt bereits im SURF -Interview deutlich gemacht hatte, soll es im NSG Gelting bis Schlei einen und im NSG westlich Fehmarn zwei solcher Korridore für Wassersportler geben. Kein einziger Korridor ist hingegen im Schutzgebiet südliche Hohwachter Bucht vorgesehen, Winterstürme könnten an Spots wie Hohwacht oder Lippe also in Zukunft ungesurft durchziehen. Wir haben beim zuständigen Ministerium nachgefragt, warum es in der Hohwachter Bucht keinen Wassersport-Korridor geben soll - sobald es eine Antwort hierzu gibt, lassen wir es euch wissen.

Manuel Vogel

Manuel Vogel

Redakteur surf

Manuel Vogel (Jg. 1981) lebt in Kiel und stand bereits mit sechs Jahren auf dem Windsurfboard in der Surfschule seines Vaters. Nach über 15 Jahren als Windsurflehrer und seit 2003 im surf-Testteam arbeitet er seit 2013 als Redakteur für Test und Fahrtechnik. Seit 2021 ist er zudem begeisterter Wingfoiler – vor allem an der Ostsee und in den Wellen Dänemarks.

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