Stephan Gölnitz
· 01.07.2026
“Die Galerie” am Walchensee hat zumindest für süddeutsche Windsurfer eine Historie mit Kultstatus wie “das Pier” am Gardasee. Hier weht der beste Wind und als hätte es der Zufall gewollt, an der ansonsten kilometerlang Parkplatz-losen Straße liegt versteckt zwischen Tunnel und See ein schmaler Streifen Freifläche, der von Windsurfern bislang gerne genutzt wurde, und wo man an guten Windtagen und am Wochenende früh aufstehen muss, um einen Platz zu ergattern.
Eine Stunde Stau von der Herzogstandbahn bis nach dem Tunnel!” (Walchensee-Anwohnerin)
Bis Ende August muss man auch früher aufstehen, um an die vom Wind weniger begünstigte “Surferwiese” weiter im Süden zu gelangen. Eine etwa 600 Meter lange Sektion der B11 ist im Bereich des Tunnels einseitig gesperrt. Auf surf-Anfrage erläuterte das Staatliche Bauamt Weilheim die Maßnahme nachvollziehbar: “Die laufende Maßnahme „B 11 zwischen Urfeld und Gemeinde Walchensee: Instandsetzung der Steinschlag- und Lawinengalerie mit Kirchlwandtunnel“ stellt für alle Beteiligten eine Herausforderung dar, denn einerseits liegt sie durch ihre attraktive Alpenrandlage inmitten einer bei Touristen und Tagesausflüglern (vgl. Einzugsbereich Metropolregion München) beliebten Region und andererseits fehlt aufgrund der Topographie eine leistungsfähige und für Betroffene darstellbare Umleitungsroute. Beides sind Fakten und nicht zu ändern. Es ist somit während dieser Maßnahme weiterhin mit Stau an den beiden Ampeln zu rechnen. Darauf hat das Staatliche Bauamt Weilheim bereits mehrfach hingewiesen. Tagesausflügler haben es durch reflektierte Auswahl ihrer Destination selbst in der Hand, ob sie sich z. B. in einen „Tourihotspot“ mit höchstwahrscheinlich längeren Wartezeiten an einem ampelgeregelten, einspurigen Baustellenabschnitt aufmachen oder eine „baustellenlose Alternative/Anfahrtsroute“ aussuchen.”
Über den weiteren Zugang zum inoffiziellen “Surfer-Parkplatz” am Nordende des Tunnels entscheidet nicht das Bauamt, sondern das zuständige Landratsamt. Hier hatte eine Petition eine Sperrung bereits einmal verhindern können. Die Sperrung steht aber, laut Pressebericht im Tölzer Kurier, nach Abschluss der Bauarbeiten wieder als Option im Raum.
Auch hierzu werden wir die zuständigen Behörden befragen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Redakteur surf
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