SUP-Kaufberatung5 Gründe für ein Hardboard und 2 K.O.-Argumente dagegen

Stephan Gölnitz

 · 27.03.2026

Für eine Flusstour mit Tragepassagen kommen eigentlich nur aufblasbare Boards in Frage.
Foto: Stephan Gölnitz
Hardboard oder iSUP - für jeden Zeck gibt es die optimale Materialwahl.
​Ob als Familienspielzeug, für kleine Ausflüge am heimischen See oder für ausgedehnte Touren – die Wahl der Bauweise kann entscheidend für das Paddelerlebnis sein. Die beiden Haupttypen von SUP-Boards, aufblasbare Boards und Hardboards, bieten jeweils individuelle Vorteile und Nachteile. In diesem Artikel beleuchten wir die grundsätzlichen Unterschiede und auch die Aspekte, die speziell bei der Wahl für die Einsatzbereiche Familie, Allround und Touring zu berücksichtigen sind.

iSUP und Hardboard im Fakten-Check

Beim Vergleichen der beiden Board-Konzepte haben viele vor allem den Transport vor Augen. Doch mit gutem Willen passt ein Hardboard auf nahezu jedes Autodach und du hast dann drinnen noch den nötigen Platz für Personen und Gepäck. Mit zwei iSUPs ist ein Standardkofferraum meistens schon gut gefüllt. Wenn allerdings kein Lagerraum, zu Hause oder im Club, vorhanden ist oder kein Auto für den Transport zur Verfügung steht, sind das K.O-Kriterien.

iSUP

leicht, in der Regel nur 7 bis 12 Kilo
vergleichsweise günstig, grob etwa 400 bis 1000 Euro
passt ein einen großen Packsack und in den PKW-Kofferraum
robust bei runden Steinen, im Fluss, am Strand
geringstes Verletzungsrisiko
besser als Badeinsel
geringfügig mehr Paddelkraft erforderlich
nicht ganz die sehr Lebenserwartung eines Hardboards
muss aufgeblasen werden, Aufwand etwa 10 bis 15 Minuten, am Ende mühsam

Hardboard

schneller und leichthändiger zu paddeln - und zwar in jeder Boardklasse
sehr langlebig, nahezu alles ist reparierbar
vom Autodach in einer Minute startklar
kippstabiler bei gleicher Breite
zum Surfen in Wellen alternativlos
höherer Preis, in der Regel ab 1000 Euro
empfindlich gegen Steine und anfälliger für Schäden beim Transport
oft deutlich höheres Gewicht, Touringboards oft 14 bis 17 Kilo
benötigen entsprechenden Platz für die Lagerung
Transport nur mit dem Auto
für Kinder wenig bis nicht geeignet

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SUP-Boards für die Familie

Aufblasbare SUP-Boards - für Familien erste Wahl

  • Vorteile: Aufblasbare SUP-Boards sind besonders familienfreundlich. Sie sind in der Regel leichter und weicher, was bedeutet, dass bei einem unglücklichen Sturz niemand ernsthaft verletzt wird. Zudem sind sie einfach zu transportieren und zu lagern, da sie in kompakten Taschen verstaut werden können.
  • Nachteil: Sie können anfällig für Beschädigungen durch scharfe Gegenstände sein. Dennoch sind moderne aufblasbare SUPs extrem robust und für den Gebrauch durch Kinder geeignet.

Hardboards - als Familienboard überwiegen die Nachteile
Aufgrund ihres höheren Gewichts von durchschnittlich drei bis sieben Kilo, können sie für Kinder schwer zu handhaben sein. Zudem besteht bei einem Sturz aufs Board ein deutlich höheres Verletzungsrisiko.

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SUP im Allround-Einsatz

Aufblasbare SUP-Boards: - gewinnen bei der Vielseitigkeit

  • Vorteile: Für Allround-Aktivitäten sind aufblasbare SUP-Boards sehr vielseitig und bieten genügend Stabilität für Anfänger und Fortgeschrittene. Ihre Flexibilität erlaubt es, in verschiedenen Wasserbedingungen verwendet zu werden, von ruhigen Seen bis hin zu leichten Flussströmungen.
  • Nachteile: Sie bieten möglicherweise nicht das gleiche Maß an Leistung oder Geschwindigkeit wie Hardboards, was fortgeschrittene Paddler einschränken könnte.

Hardboards - meist nur wenn man auch in kleinen Wellen paddelt

  • Vorteile: Diese Boards bieten normalerweise eine bessere Gleitfähigkeit und Geschwindigkeitsmöglichkeiten. Allroundboards mit Surfboard-Form können auch kleinere Wellen absurfen
  • Nachteile: Nicht für Kinder geeignet.

SUP für Touring: gemütlich oder sportlich, auf Fluss oder See

Aufblasbare SUP-Boards - ideal auf Flüssen, gut auf dem See

  • Vorteile: Aufblasbare Boards, die fürs Touring designt sind, haben häufig eine spitze Nase und eine längere Form, die für lange Strecken optimiert ist und eine gute Geschwindigkeit ermöglicht. Durch die große Dicke liegt mitgenommenes Gepäck hoch über Wasser.
  • Nachteile: Bei gleicher Breite sind aufblasbare Boards in der Regel weniger kippstabil im Wasser.

Hardboards - ideal für lange oder sportlich flotte Touren auf dem Meer oder See

  • Vorteile: Für erfahrene Touring-Paddler bieten Hardboards unübertroffene Geschwindigkeit und Effizienz auf dem Wasser. Sie sind ideal, um große Distanzen mit weniger Energieaufwand zurückzulegen. Das subjektive Gleitgefühl wird meist als schöner empfunden
  • Nachteile: Transport- und Lagerung können auf Reisen Probleme bereiten. Nicht geeignet für Flusstouren mit Hindernissen im Wasser oder sehr geringer Wassertiefe.

Fazit

Die Entscheidung zwischen einem aufblasbaren SUP-Board und einem Hardboard hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und dem geplanten Einsatz ab. Für Familienausflüge bieten aufblasbare Boards eine hervorragende Kombination aus Sicherheit, Transportfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit. Allround-Paddler werden möglicherweise die Vielseitigkeit und Erschwinglichkeit der aufblasbaren Optionen schätzen. Für seriöse Touring-Enthusiasten bieten Hardboards die Leistung und Effizienz, um längere Strecken effektiv zu bewältigen, obwohl dieser Vorteil durch stärkere Transportherausforderungen abgemildert wird.

Stephan Gölnitz

Stephan Gölnitz

Stellvertretender Chefredakteur surf

Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.

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