Warum fährt mein SUP nicht geradeaus5 Ursachen und ihre Lösungen

Stephan Gölnitz

 · 19.10.2026

Gerade auf längeren Touren ist gute Richtungsstabilität wichtig.
Foto: Stephan Gölnitz
​Du paddelst bereits konzentriert, trotzdem zieht dein Stand-up-Paddle-Board ständig zur Seite? Das kann an deiner Technik liegen, aber auch an Kleinigkeiten, die sich leicht ändern lassen. Auch eine zu kleine Finne, eine runde Boardform oder eine ungünstige Standposition können dafür sorgen, dass dein SUP nur schwer die Spur hält. Wir zeigen dir fünf mögliche Ursachen für deinen Schlingerkurs und erklären, was du dagegen tun kannst.

Themen in diesem Artikel

​1. Deine Finne ist zu klein

Die Finne ist der Spurhalteassistent an deinem SUP. Ist sie zu klein, wird das Board deutlich weniger spurtreu. Besonders bei längeren Touren kann das auf Dauer anstrengend werden. Eine deutlich größere Finne ermöglicht bis zu ein bis drei Paddelschläge mehr pro Seite, bevor du wechseln musst.

Eine großflächige Touring-Finne mit dickerem Profil hilft spürbar.Foto: Stephan GölnitzEine großflächige Touring-Finne mit dickerem Profil hilft spürbar.

Die Lösung: Wenn in deinem Board eine kleine Finne steckt, probiere eine größere Touring-Finne. Touring-Finnen sind großflächig und auf gute Spurtreue ausgelegt und können helfen, den Kurs stabiler zu halten. Achte dabei auf die Kompatibilität mit deinem Finnenkasten. Nicht alle Finnen, die auf den ersten Blick passend erscheinen sind geeignet. Manchmal ist die Box zu kurz oder nicht tief genug.

2. Dein Board ist zu kurz und zu rund

Nicht jedes SUP gleitet gleichermaßen spurtreu durchs Wasser. Kurze Allround-Boards haben häufig eine rundere Outline, also eine stärker gerundete Außenkontur. Das macht sie vielseitig und wendig, kann aber dazu führen, dass sie häufiger korrigiert werden müssen. Längere Touring-Boards besitzen dagegen meist eine gestrecktere Form und sind auf längere Strecken und eine bessere Geradeausfahrt ausgelegt.

Ein langes, schmales Board ist besonders spurtreu.Foto: Stephan GölnitzEin langes, schmales Board ist besonders spurtreu.

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Die Lösung: Wenn du vor allem längere Touren paddeln möchtest, kann ein längeres Board, etwa 11’6’’ oder 12’6’’ lang mit einer gestreckteren Outline die bessere Wahl sein. Es läuft in der Regel spurtreuer und muss weniger häufig durch Richtungswechsel korrigiert werden.

3. Dein Board ist zu breit

Breite Boards mit 33 oder 34 Inch Breite in der Mitte bieten gerade Einsteigern häufig ein angenehmes Gefühl von Stabilität. Allerdings kann eine sehr breite Bauform die Paddelführung erschweren: Das Paddel muss weiter außen geführt werden, und ein gerader, nah am Board verlaufender Paddelschlag kann schwieriger sein. Das Paddel wird unbewusst in einem leichten Bogenschlag geführt, wodurch das Board zur anderen Seite “abbiegt”.

Die Lösung: Wenn du bereits sicher auf dem Board stehst und mehr Wert auf effizientes Vorankommen legst, kann ein etwas schmaleres SUP sinnvoll sein. Es ermöglicht häufig eine ergonomischere Paddelführung. Wähle die Breite aber so, dass das Board weiterhin zu deiner Balance und deinem Einsatzbereich passt. Typische Touringboards sind etwa 12’6’’ lang und 31’’ breit. Sportliche Tourer haben eine 29’’er oder 30’’er Breite, erfordern aber etwas mehr Übung bei welligen Bedingungen.

4. Du ziehst das Paddel nicht gerade durchs Wasser

Auch mit einem geeigneten Board kann die Paddeltechnik darüber entscheiden, ob du geradeaus fährst. Ziehst du das Paddel in einem Bogen nach außen oder setzt es zu weit vom Board entfernt ein, erzeugst du zusätzliche Drehbewegungen.

Das Paddel sollte während des gesamten Zuges senkrecht stehen und in einer geraden Linie von vorne nach hinten gezogen werden. NICHT (!) im Bogen entlang der Board-Outline. Die obere Hand muss dafür auch auf der Paddelseite sein.Foto: Stephan GölnitzDas Paddel sollte während des gesamten Zuges senkrecht stehen und in einer geraden Linie von vorne nach hinten gezogen werden. NICHT (!) im Bogen entlang der Board-Outline. Die obere Hand muss dafür auch auf der Paddelseite sein.

Die Lösung: Setze das Paddel vorne etwas seitlich neben dem Board ins Wasser und führe es möglichst geradlinig nach hinten. Im Bereich deiner Füße sollte das Paddel nah am Board entlanglaufen. Ziehe es anschließend wieder aus dem Wasser, statt es weit nach außen zu führen. So kannst du den Paddelschlag effizienter gestalten und unnötige Lenkbewegungen reduzieren. Eine komplette Fahrtechnik-Serie mit Top-Paddler Ole Schwarz findest du auch hier.

5. Du stehst zu weit hinten auf dem Board

Auch deine Position auf dem SUP beeinflusst die Fahreigenschaften: Stehst du zu weit hinten, wird der Bug entlastet und kann leichter seitlich wegdrehen.

Die Lösung: Orientiere dich am Tragegriff deines Boards. Dieser liegt bei vielen SUPs ungefähr im Bereich der vorgesehenen Standposition. Stelle deine Füße etwa auf Höhe des Griffs oder, je nach Boardform und Wasserlage, etwas davor. Extra-Tipp: Bei starkem Seitenwind kann eine Standposition nocvmals eine Fußlänge weiter vorne das seitliche Wegdrehen durch Windeinwirkung verringern.

Standposition in der Mitte, ein langes gestrecktes Board mit spitzem, flachem Bug und senkrechte Paddelführung: So kannst du auch sechs-, siebenmal auf einer Seite paddeln, ohne dabei abzubiegen.Foto: Stephan GölnitzStandposition in der Mitte, ein langes gestrecktes Board mit spitzem, flachem Bug und senkrechte Paddelführung: So kannst du auch sechs-, siebenmal auf einer Seite paddeln, ohne dabei abzubiegen.

surf-Fazit: Board und Technik müssen passen

Wenn dein SUP nicht geradeaus fährt, lohnt sich ein Blick auf das gesamte Setup. Eine passende Touring-Finne, eine gestrecktere Boardform und eine zur eigenen Erfahrung passende Breite können die Spurtreue verbessern. Dazu kommen ein geradliniger Paddelschlag und eine ausgewogene Standposition. Überprüfe zuerst Finne, Standposition und Paddeltechnik. Wenn du trotz sauberer Technik ständig korrigieren musst, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Form und Länge/Breite deines Boards.

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Stephan Gölnitz

Stephan Gölnitz

Redakteur surf

Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.

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