Die Größe des Paddelblattes ist ein wichtiger Faktor dafür, wieviel Druck du bei einem Paddelschlag ausüben kannst. Je größer das Blatt, desto größer auch der Gegendruck im Wasser. Zu Beginn des SUP(Renn)-Sports hat sich daraus eine kurzzeitige Fehlentwicklung ergeben.
Der Irrglaube war: Je größer das Paddel, desto schneller kann man paddeln.
Mit (zu) großen Paddelblättern lässt sich aber keine hohe Paddelfrequenz erreichen - was einem guten Speed entgegenwirkt. Außerdem steigt mit zunehmendem Paddeldruck die Belastung der Muskulatur und (Schulter-)Gelenke deutlich. Die Folge: Die Paddelblätter wurden wieder kleiner, dafür wird mit höherer Frequenz gepaddelt. Im Zweifel ist ein etwas zu kleines Paddel besser als ein zu großes. Vor allem im Gebraucht- und Billigsegment sind noch ziemlich große “Kellen” unterwegs, darauf sollte man zumindest achten.
Leider werden für die Blattgröße drei verschiedene Einheiten verwendet, schlimmer also als bei Board-Längen in Zentimeter, Fuß und Inch. Die meisten Hersteller geben bei Paddeln auf jeden Fall auch die Größe in Square Inch an: das ist auch das übliche Maß für die Fläche. Selten wird noch in Quadratzentimetern gemessen. Wenn ausschließlich die Blattbreite angegeben ist, lässt sich die Fläche nur abschätzen. Die “harte Währung” ist deshalb die Fläche in Square Inch. Diese liegt - abgesehen von speziellen Kinderpaddeln - üblicherweise etwa zwischen 78 und 95 inch². Achtung bei billigen Kinderpaddeln: Diese sind häufig viel zu groß.
| Gewicht | Empfohlene Größe (inch²) |
| Unter 60 Kilo | ≤ 82 inch² |
| 60–75 Kilo | 80–85 inch² |
| Über 75 Kilo | 83–88 inch² |
Nach rund 15 Jahren SUP-Test sehen so etwa die beliebtesten Paddelgrößen unserer SUP Testerinnen und -Tester aus. Wer mit langsamer Frequenz, oder gerne mit gutem Druck paddelt, wählt das Paddel eher am oberen Ende der Range. Für hohe Schlagzahl empfiehlt sich ein etwas kleineres Paddel. Die top Ten Paddel unsers Testteams, von denen zahlreiche unverändert oder leicht überarbeitet weiterhin am Markt sind, findest du in diesem Test.
Regel eins: Wenn du bei der Paddellänge anscheinend noch unsicher bist, wähle auf jeden Fall ein Variopaddel, also ein Paddel mit verstellbarer Länge. Nach unseren Testerfahrungen sind die am Markt erhältlichen Paddel vom Verstellbereich in der Regel für Personen zwischen 1,64 bis 1,85 Meter gut nutzbar. Wer darüber oder darunter misst, sollte eventuell auf ein eher kürzeres oder längeres Basisrohr achten. Die Grundlänge unterscheidet sich teils deutlich. Das sind die Grundregeln für die optimale Länge:
| Kategorie | Grundlänge |
| Touring und Allround | Die Hand liegt am stehenden Paddel bei nur leicht angewinkeltem Arm auf dem Griff |
| Sportliches Touring | Die Hand liegt am stehenden Paddel bei deutlich angewinkeltem Arm auf dem Griff |
Beim Paddeln kann du leicht kontrollieren, ob deine eingestellte Länge im richtigen Bereich liegt. Fürs Touring-Paddeln und als Allroundlänge gilt: Das Paddelblatt wird immer mit ausgestrecktem unteren Arn vor dem Körper komplett eingetaucht.. Genau in diesem Moment sollte sich der Paddelgriff bei nur leicht gebeugtem oberen Arm etwa zwischen Nasenhöhe und knapp über Kopf befinden, wie in der Bilderstrecke oben gezeigt. Das Paddel steht dabei von hinten gesehen senkrecht. Vielleicht kannst du das selber einschätzen, ansonsten kann dich ein Mittpaddler von der Seite beobachten oder vielleicht sogar ein paar Fotos machen..

Redakteur surf