SUP-PaddelIn drei Schritten zur richtigen Länge und Größe

Stephan Gölnitz

 · 07.04.2026

Paddel-Pro Ole Schwarz zeigt die passende Länge für komfortables Touring.
Foto: Stephan Gölnitz
Ob das Paddel richtig eingestellt ist, kann man von vorne und von der Seite besonders gut sehen, in der Fotostrecke gezeigt von SUP-Profi Ole Schwarz.
Die richtige Paddellänge ist Voraussetzung für eine gute Paddeltechnik und beugt auch einer Überlastung der Gelenke vor. Hier findest du die wichtigsten Tipps, wie du für dich die passende Länge findest.

Themen in diesem Artikel

Die richtige Größe für SUP-Paddel - Blattgröße

Die Größe des Paddelblattes ist ein wichtiger Faktor dafür, wieviel Druck du bei einem Paddelschlag ausüben kannst. Je größer das Blatt, desto größer auch der Gegendruck im Wasser. Zu Beginn des SUP(Renn)-Sports hat sich daraus eine kurzzeitige Fehlentwicklung ergeben.

Der Irrglaube war: Je größer das Paddel, desto schneller kann man paddeln.

Mit (zu) großen Paddelblättern lässt sich aber keine hohe Paddelfrequenz erreichen - was einem guten Speed entgegenwirkt. Außerdem steigt mit zunehmendem Paddeldruck die Belastung der Muskulatur und (Schulter-)Gelenke deutlich. Die Folge: Die Paddelblätter wurden wieder kleiner, dafür wird mit höherer Frequenz gepaddelt. Im Zweifel ist ein etwas zu kleines Paddel besser als ein zu großes. Vor allem im Gebraucht- und Billigsegment sind noch ziemlich große “Kellen” unterwegs, darauf sollte man zumindest achten.

So wird die Blattgröße beim SUP-Paddel gemessen

Leider werden für die Blattgröße drei verschiedene Einheiten verwendet, schlimmer also als bei Board-Längen in Zentimeter, Fuß und Inch. Die meisten Hersteller geben bei Paddeln auf jeden Fall auch die Größe in Square Inch an: das ist auch das übliche Maß für die Fläche. Selten wird noch in Quadratzentimetern gemessen. Wenn ausschließlich die Blattbreite angegeben ist, lässt sich die Fläche nur abschätzen. Die “harte Währung” ist deshalb die Fläche in Square Inch. Diese liegt - abgesehen von speziellen Kinderpaddeln - üblicherweise etwa zwischen 78 und 95 inch². Achtung bei billigen Kinderpaddeln: Diese sind häufig viel zu groß.

Schritt 1: Blattgröße nach Körpergewicht

GewichtEmpfohlene Größe (inch²)
Unter 60 Kilo≤ 82 inch²
60–75 Kilo80–85 inch²
Über 75 Kilo83–88 inch²

Nach rund 15 Jahren SUP-Test sehen so etwa die beliebtesten Paddelgrößen unserer SUP Testerinnen und -Tester aus. Wer mit langsamer Frequenz, oder gerne mit gutem Druck paddelt, wählt das Paddel eher am oberen Ende der Range. Für hohe Schlagzahl empfiehlt sich ein etwas kleineres Paddel. Die top Ten Paddel unsers Testteams, von denen zahlreiche unverändert oder leicht überarbeitet weiterhin am Markt sind, findest du in diesem Test.

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Schritt 2: Die passende Länge beim SUP-Paddel

Regel eins: Wenn du bei der Paddellänge anscheinend noch unsicher bist, wähle auf jeden Fall ein Variopaddel, also ein Paddel mit verstellbarer Länge. Nach unseren Testerfahrungen sind die am Markt erhältlichen Paddel vom Verstellbereich in der Regel für Personen zwischen 1,64 bis 1,85 Meter gut nutzbar. Wer darüber oder darunter misst, sollte eventuell auf ein eher kürzeres oder längeres Basisrohr achten. Die Grundlänge unterscheidet sich teils deutlich. Das sind die Grundregeln für die optimale Länge:

  • Zu lang: kann leichter zu Schulterproblemen führen
  • Deutlich zu kurz: mehr Belastung des Rückens
  • Bei vorne voll eingetauchtem Paddelblatt sollte der Knauf etwa auf Nasen- bis Stirnhöhe sein.
  • Auf aufblasbaren SUPS steht man höher über dem Wasser als auf den meisten Hardboards. Hardboard-Paddler benutzen daher bis zu zehn Zentimeter kürzere Paddel.

Paddellänge (für aufblasbare SUP-Boards)

KategorieGrundlänge
Touring und AllroundDie Hand liegt am stehenden Paddel bei nur leicht angewinkeltem Arm auf dem Griff
Sportliches TouringDie Hand liegt am stehenden Paddel bei deutlich angewinkeltem Arm auf dem Griff

Schritt 3: Überprüfen und Feintuning der Paddellänge auf dem Wasser

Beim Paddeln kann du leicht kontrollieren, ob deine eingestellte Länge im richtigen Bereich liegt. Fürs Touring-Paddeln und als Allroundlänge gilt: Das Paddelblatt wird immer mit ausgestrecktem unteren Arn vor dem Körper komplett eingetaucht.. Genau in diesem Moment sollte sich der Paddelgriff bei nur leicht gebeugtem oberen Arm etwa zwischen Nasenhöhe und knapp über Kopf befinden, wie in der Bilderstrecke oben gezeigt. Das Paddel steht dabei von hinten gesehen senkrecht. Vielleicht kannst du das selber einschätzen, ansonsten kann dich ein Mittpaddler von der Seite beobachten oder vielleicht sogar ein paar Fotos machen..

Stephan Gölnitz

Stephan Gölnitz

Redakteur surf

Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.

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