Faszination SUP Alps TrophyDeshalb ist Andy Klotz immer dabei und fährt doch nie mit

Stephan Gölnitz

 · 29.06.2026

Andy liebt die Froschperspektive, das Foto beweist warum.
Foto: Andy Klotz
Vor mehr als 10 Jahren wurde Andy vom damaligen Veranstalter angeboten, ob er einen Tausch seiner Event-Fotos gegen kostenlose Startplätze für die Familie machen wollte. Warum das eine einmalige Angelegenheit war und warum er seitdem dennoch bei möglichst vielen Events als Fotograf dabei ist, verrät Andy im Interview.

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​Du fotografierst die Alps Trophy seit vielen Jahren. Reich wird man damit vermutlich nicht. Oder doch? Was macht für dich ansonsten dauerhaft den Reiz aus?

Haha… Nein reich wird man damit auf gar keinen Fall. Ich mache das hauptsächlich, weil ich den Sport und vor allem die Community, die sich rund um die Alps Trophy gebildet hat, sehr mag und mich jeden Sommer drauf freue.

Welche Disziplin fotografierst du am liebsten?

Alle Disziplinen haben ihren Reiz. Longdistance: den Start mit Drohne fotografieren und parallel von der Seite mit der normalen Kamera. Tech Race: definitiv die Action beim Beachstart. Und die harten Fights, wenn es dann Richtung Ziel geht. Je enger es dabei zugeht, umso spannender werden dann auch die Bilder.

Je enger es zugeht, umso spannender werden die Bilder. “

Gibt es für dich eine Lieblingsperspektive?

Wer meine Bilder kennt, der weiß, dass ich gerne aus der Froschperspektive fotografiere. So bekomme ich dann auch noch einen interessanten Unschärfenverlauf mit der Wasseroberfläche bis zum eigentlichen Motiv, dem Paddler ins Bild. Das macht für mich das Bild spannender.

Gibt es ein Foto, das die Alps Trophy besonders gut beschreiben würde?

Spontan fällt mir der Start der diesjährigen Alps Trophy am Faaker See ein, wo Hunderte begeisterter SUP-Athleten an der Startlinie stehen, und dann voll Speed auf die erste Boje zurasen. Rasen hört sich vielleicht für jemanden, der sich mit dem Sport nicht auskennt übertrieben an, aber die Spitzenfahrer düsen mit 13 – 14 km/h am Start weg. Da geht schon was.

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Siehst du nur das Bild, wenn du bei der "Arbeit" bist, oder verfolgst du den Rennverlauf, fieberst du mit?

Ich fiebere auf jeden Fall mit. Die meisten Starter und Starterinnen kenne ich seit vielen Jahren persönlich. Manchmal bin ich auch nicht ganz unparteiisch (grinst).

Gibt es einen Moment, der dich persönlich besonders beeindruckt oder berührt hat?

Jedes Event hat seine besonderen Momente, das macht den Reiz aus. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie hart mittlerweile sogar die Kleinsten um eine gute Platzierung fighten und wie groß der Spaß dabei ist. Und wenn es nicht geklappt hat, dann werden sie in den Arm genommen und getröstet, auch von der Konkurrenz.

Wie empfindest du die Stimmung unter den Teilnehmern? Viele sind ja auch seit Jahren dabei.

Ich glaube, alle, die bei der SUP Alps Trophy dabei sind, sehen sich mittlerweile als Familie. Wenn das Rennwochenende vor der Tür steht, freuen wir uns auf ein großes Familientreffen. Ich denke mal, das beschreibt auch die Atmosphäre bei den Teilnehmenden ganz gut. Und wie du ja auch schon gesagt hast, viele sind ja schon so lange dabei, seit der Alois (Red.: Alois Mühlegger) das ganze 2014 als Nachfolge der 4-Seen-Trophy und German SUP Trophy ins Leben gerufen hat.

Das Rennwochenende ist wie ein großes Familientreffen.”

Was hat sich bei der Alps Trophy am meisten verändert in den letzten zehn Jahren?

Es ist heute deutlich professioneller. An einem einzelnen Tag ziehen die Veranstalter inzwischen bis zu 600 Starts durch - wie dieses Jahr beim Sprint Race am Faaker See. Eine funktionierende und klar kommunizierte Zeittaktung ist dafür die Basis. Dazu kommen die professionelle Zeitnahme, der Livestream und Profis am Mikrofon. Schade, dass sich hier in Deutschland zu wenige Sponsoren für ein Event finden, um noch einen weiteren Tourstop in der Größenordnung wie am Faaker See zu ermöglichen. Denn diese Professionalität kostet mehr, als mit den Startgeldern zu finanzieren ist.

Gibt es bei den sechs verschiedenen Orten und Events jeweils eine Besonderheit, die den jeweiligen See oder die Veranstaltung besonders besuchenswert macht?

Die Tourstops, die ich kenne, sind weltklasse. Ich bin nicht bei allen dabei, aber ich bin überzeugt, dass alle Events einen Besuch wert sind.

Was wäre dein wichtigster Tipp für jemanden, der ins Rennpaddeln einsteigen möchte?

Bei jedem Tourstop gibt es auch Rennklassen, in denen absolute Race-Einsteiger ihre Leistung ausprobieren können. Hier müssen die Fahrer und Fahrerinnen sich nicht mit den Pros battlen, sondern können ihre eigenen Grenzen auszutesten. Eine solide Grundpaddeltechnik und Kondition gehört allerdings schon dazu.

Du hast glaube ich selber nie teilgenommen. Warum?

Der Alois hat mir einmal angeboten, dass meine Family und ich kein Startgeld bezahlen müssen, wenn ich paar Bilder mache. Das war vor Jahren am Starnberger See. Ich dachte, durch meinen Kajak-Background wäre das eine easy Sache - war es aber nicht, ich habe mich damals überschätzt und bin total erledigt erst mit den letzten ins Ziel gepaddelt.
Wenn ich fotografiere, habe ich dafür auch überhaupt keine Zeit. Bei einem Race Wochenende beginnt für mich der Arbeitstag morgens um 8 Uhr, und wenn die anderen schon gemütlich ihren After Work Eisbecher oder ihr verdientes Kaltgetränk genießen, sitze ich noch ein paar Stunden beim Bearbeiten und Sortieren der besten Shots. Ich möchte jeder und jedem die eigenen Bilder noch am Abend des Veranstaltungstages online zur Verfügung stellen, das ist mein Anspruch. Bisher hat das auch geklappt, egal wie groß das Teilnehmerfeld auch war.

Was sollten Menschen über diese Event-Serie wissen, die selber noch nie dabei waren?

Hinfahren, anschauen, begeistern lassen, und dann selber mit an den Start gehen. Viele werden überrascht sein, dass SUP auch ein anstrengender Hochleistungssport ist.

Andy, vielen Dank und immer gutes Licht!

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Stephan Gölnitz

Stephan Gölnitz

Redakteur surf

Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.

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