SURF
· 11.05.2026
Bei 21 Grad und Sonnenschein hat Team Deutschland die zweite Rip Curl Nations Trophy in der O 2 SURFTOWN MUC gewonnen. Im Final-Heat bezwang das deutsche Team Vorjahressieger Spanien mit 5:3. Rund 5.500 Zuschauer verfolgten das Geschehen direkt am Beckenrand des 180-Meter-Wavepools in Hallbergmoos bei München. Der Contest fand am 9. Mai 2026 statt – dem Europatag. Acht Nationen traten mit jeweils vier Athlet:innen gegeneinander an. Die Nähe zum Wettkampfgeschehen ermöglichte eine Intensität, die bei klassischen Surfcontests am Meer nicht möglich ist. Wer ganz vorne stand, wurde bei spektakulären Wellen auch mal nass. DJ-Sets, Foodtrucks und acht wehende Nationalflaggen über dem Pool sorgten für Festivalstimmung.
Die Erwartung, am Heimspot für Deutschland zu liefern, hatte spürbar auf allen vier Athlet:innen gelastet. Olympia-Surfer Leon Glatzer hatte im Vorfeld von blanken Nerven im Team gesprochen – stabil aufgestellt, aber unter Druck. Im Finale lieferte Glatzer den entscheidenden Moment: ein kontrollierter Straight Air in der Air Left Sektion schraubte das Ergebnis auf 5:2 und sicherte die Trophy für Team Deutschland. Bei der allerletzten Welle des Finals reckte Camilla Kemp beide Fäuste in die Höhe und überließ Spanien einen Ehrenpunkt. Das ganze Team feierte bereits, der Sieg war längst entschieden. „Im Head-to-Head hast du pro Welle nur einen Versuch – das ist nervenaufreibend wie wenig anderes im Surfsport. Dass wir das als Team durchgezogen haben, ist eine riesige Erleichterung", sagt Janina Zeitler, Athletin Team Deutschland.
Die Rip Curl Nations Trophy unterscheidet sich fundamental von klassischen Surfcontests. Im professionellen Surfsport wird traditionell um Einzeltitel und Welttour-Punkte gesurft – hier surft jede:r für die eigene Nation. 32 Athlet:innen, je zwei Männer und zwei Frauen pro Team, traten auf wechselnden Wellenmodi gegeneinander an. Die Wellen werden durch pneumatischen Luftdruck erzeugt. Die O 2 SURFTOWN MUC ist die weltweit erste Anlage dieser Endless-Surf-Bauart, eröffnet 2024 in Hallbergmoos bei München. Im Halbfinale waren neben Deutschland und Spanien auch Frankreich und das International Team gesetzt. Der Contest nutzte vier verschiedene Wave-Settings: Point Right, Air Right, Point Left und Air Left. Mit bis zu 25-sekündigen Ritten bietet der Pool die längste künstlich erzeugte Welle Europas.
Vorjahressieger Spanien trat zur Titelverteidigung an, musste sich diesmal aber dem deutschen Team geschlagen geben. „Germany was the better team today; that's sport. But the energy with which people are surfing here in Munich for their own nation is something you don't see everyday", erklärt Gony Zubizarreta vom Team Spain. In ihrer zweiten Edition hat die Rip Curl Nations Trophy deutlich an Strahlkraft gewonnen. Mit der Festlegung auf den Europatag positioniert sich das Event als europäisches Sportereignis im internationalen Surf-Kalender. Neben Deutschland und Spanien waren Italien, Skandinavien, Portugal, Frankreich, UK/Irland und ein International Team am Start. Jedes Team bestand aus 16 Frauen und 16 Männern.
Zwischen den Heats sorgten Live-DJs und Food Trucks am Beckenrand für Festivalstimmung. Nach der Siegerehrung um 19:45 Uhr nutzten MCs, Judges und Helping Hands die Welle für eine Expression Session – freier, ohne Wertung, mit Wipeouts und Jubelstürmen aus dem Publikum. Auf der anschließenden Afterparty auf der LOOKOUT Terrasse wurde mit allen acht Nationen und Gästen bis spät in die Nacht weitergefeiert. „Wir wollten ein Format, das Surfen kollektiv erlebbar macht. Was heute hier passiert ist, zeigt: Team-Surfen hat ein eigenes Publikum gefunden. Wir bauen das weiter aus", sagt Chris Boehm-Tettelbach, CEO und Gründer der O 2 SURFTOWN MUC.
Wave-Settings:
Teilnehmer:
Wavepool-Spezifikationen:
Finale:
Halbfinale:
Teilnehmende Nationen: