Die ungarische Customschmiede Mojo Boards baut Bretter für unterschiedlichste Einsatzbereiche (HIER gibt es ein Interview mit Mojo-Mann Bertalan Csik). Das Modell Tidal Max dürfte für eine besonders große Zielgruppe interessant sein, soll es doch als Crossoverboard für Bump & Jump, Manöver und moderate Brandung geeignet sein. Generell gilt: Der Shape ist wie getestet 1:1 bestellbar, auf Wunsch kann man aber das Brett für die eigenen Ansprüche anpassen lassen - etwa bei Schlaufenabstand, Finnenboxen, Design und nicht zuletzt der Bauweise. Wir haben das Brett in der “Rock SG Bauweise getestet - diese beinhaltet hochwertiges S-Glass und punktuelle Carbonverstärkungen.
Der Tidal Max 100 wiegt in der getesteten Bauweise 6,9 Kilo, die Verarbeitungsqualität macht auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Ausgeliefert wird das Board mit guten Fußschlaufen, die nicht nur durchweg doppelt, sondern auch von soliden Gewindeschrauben fixiert werden. Die Pads sind vergleichsweise fest, dort wo die Hacken das Board bei harten Landungen malträtieren, soll das Brett besonders stabil sein. Dazu werden im Produktionsprozess nach dem Fräsen des Schaumkerns im Standbereich zylinderförmige Löcher eingefräst, die vom Deck zur Unterseite reichen. In diese wird ein Hartschaum eingesetzt, der dann oben und unten mit dem Sandwichmaterial verbunden wird. Auf diese Weise soll ein stabiles Gerüst entstehen, und es soll verhindert werden, dass der Kern im Standbereich nachgeben kann und das Board weich wird. Die Outline des Boards wirkt durchaus waveorientiert, der Bug ist schlank. Empfohlen wurde uns das Brett mit Thrusterfinnen von Maui Ultra Fins in 25 und 10 Zentimeter Länge – zum Lieferumfang des Boards gehören diese aber nicht.
Der Tidal Max liegt mit seinem flachen Deck im Dümpeln schön stabil im Wasser. Sobald die erste Böe ins Segel kommt, zieht das Brett passabel los. Angleiten und Beschleunigung fallen moderat aus, das Board kommt eher wie eine Limousine auf Touren, weniger wie ein rassiger Sportwagen. Auch angepowert ist der Fokus bei diesem Brett voll auf Kontrolle und Fahrkomfort, weniger auf maximal sportlich-direktem Geradeauslauf. Vor allem bei ruppigen Bedingungen ist die Charakteristik aber ein Genuss, denn das Tidal Max zieht mit schienenartiger Wasserlage und bester Laufruhe Kabbelwellen schnell den Zahn.
Das Komfort-Feeling setzt sich auch in Manövern und beim Wellenabreiten nahtlos fort: Der Mojo-Shape steht stabil auf der Kante und carvt smooth durch weite und mittlere Radien. Sauber gecarvte Powerhalsen, Duck Jibes und Carving-360s gelingen mit dem Board tadellos. Auch voll angepowert vermittelt das Brett für klassische Gleitmanöver oder lange Bottom Turns beste Laufruhe. Das Board lässt sich auch in Cutbacks mit moderatem Radius pressen; sobald Brandungswellen auf der Speisekarte stehen, sollte man dem Board nur eine etwas kleinere Centerfinne (21–23 Zentimeter) verpassen. Für richtig leichtfüßiges Waveboardfeeling ist der Tidal Max nicht gemacht, dafür hat Mojo aber andere Modelle in petto.
Das Mojo Tidal Max deckt als klassisches Crossoverboard einen großen Einsatzbereich ab. Vor allem als kontrollierbares, einfach zu surfendes Brett für Starkwind punktet es mit viel Laufruhe und Kontrolle. Am untersten Windlimit wäre ein Tick mehr Spritzigkeit schön, zum Heizen, Springen und Manöversurfen mit Wave- oder Freemovesegeln eignet sich das Board aber ideal.
Mehr Infos unter mojoboards.hu