Mit 73 Zentimetern Breite, großen Cut-outs und einer gestreckten Outline gleitet das Severne Mega harmonisch an, beschleunigt kraftvoll und überzeugt mit viel Speed, starkem Durchgleiten und ausgewogenen Halseneigenschaften. Im direkten Vergleich mit einem klassischen Freerace-Vertreter überrascht vor allem, wie leicht sich das hohe Leistungspotenzial abrufen lässt.
Mit 73 Zentimetern Breite positioniert sich das Severne Mega in einer Klasse, die auf hohe Geschwindigkeiten bei gleichzeitig gutem Gleiten ausgelegt ist. Es verzichtet auf die zusätzliche Breite mancher Freeraceboards (bei 122 Liter sind 77 cm nicht unüblich) und setzt stattdessen auf eine gestrecktere Outline, ausgeprägte Cut-outs und voluminöse Rails. Die vergleichsweise schmale Bauweise ist dabei keineswegs ein Nachteil. Im Gegenteil: Sie schafft die Voraussetzungen dafür, das Board auf schnellen Halbwind- und Raumwindkursen richtig gut laufen zu lassen. Gleichzeitig bietet die Outline gute Voraussetzungen, um das Brett in der Halse tatsächlich auf die Kante zu stellen und kontrolliert durch die Kurve zu carven.
Auch die Fußschlaufenposition passt zu diesem Konzept. Die Schlaufen sitzen nicht extrem weit außen, sondern orientieren sich eher an einer gemäßigten Freerace-Position. Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken, wenn man ein kompromissloses Slalomboard erwartet. In der Praxis ergibt die Positionierung jedoch Sinn: Sie ermöglicht eine kontrollierte Standposition, gerade wenn das Board auf tiefen Raumwindkursen stark angepowert gefahren wird.
Die Konstruktion ist klar auf möglichst wenig bremsende benetzte Fläche ausgelegt. Die großen Cut-outs reduzieren den Kontakt des Hecks mit dem Wasser und schaffen damit gute Voraussetzungen für hohe Geschwindigkeiten. Mit knapp 6,5 Kilo ist das Board überaus leicht.
Bemerkenswert ist, wie zugänglich sich das Board angesichts seiner Leistungsfähigkeit präsentiert. Es verlangt zwar Körperspannung, überfordert aber nicht.
Die größte Überraschung liefert das Severne Mega bereits beim Angleiten. Während frühere, besonders kurze Slalomboards in diesem Punkt häufig nicht überzeugen konnten und teilweise einen sehr aktiven Fahrstil verlangten, präsentiert sich das Mega vergleichsweise unkompliziert. Es lässt sich auf einem normalen Kurs beschleunigen, und im direkten Vergleich mit dem Starboard Futura 120 (120/76) liegen beide Boards beim Angleiten grundsätzlich nahe beieinander. Zwar kann der breitere Futura bei entsprechend versierter Fahrweise etwas früher ins Gleiten kommen, doch das Severne macht es seinem Fahrer fast leichter. Hat das Mega einmal Fahrt aufgenommen, zeigt es seine eigentlichen Stärken. Es beschleunigt extrem gut und entwickelt ein ausgesprochen freies Fahrgefühl. Das Board wirkt leichtfüßig, löst sich deutlich vom Wasser und gleitet über Kabbelwellen, ohne mit dem Unterwasserschiff aufzusetzen. Auch bei zunehmendem Wind bleibt es kontrollierbar und legt in Böen einfach noch an Geschwindigkeit zu.
Im Vergleich zum Futura fühlt sich das Severne weniger satt und weniger flächig auf dem Wasser an. Der Starboard vermittelt ein komfortables, etwas stabileres Gefühl um die Längsachse. Das Mega dagegen stellt sich nahezu von selbst in einen passenden Fahrwinkel und läuft ausgesprochen frei über die Finne. Dieser Unterschied macht sich besonders auf schnellen Halbwind- und Raumwindkursen bemerkbar. Während das Futura, das bereits zu den schnellsten Boards seiner Klasse zählt, schon sehr frei gleitet, fliegt das Severne Mega noch eine Etage höher mit geringstem Widerstand besonders freier Gleitlage. Das Ergebnis ist ein deutlicher Geschwindigkeitsvorteil bei Starkwind, es hält sein Tempo aber auch dann besser, wenn der Wind kurz nachlässt. Bei mittleren Windbedingungen fällt der Geschwindigkeitsunterschied zugunsten des Severne bereits auf. Im oberen Windbereich wird er noch deutlicher. Das Board bleibt frei, beschleunigt weiter und kann sich auf schnellen Kursen kontinuierlich vom Vergleichsboard absetzen.
Bemerkenswert ist vor allem, wie zugänglich sich das Board angesichts seiner Leistungsfähigkeit präsentiert. Es verlangt zwar Körperspannung, überfordert aber nicht. Wer ein gutes Maß an Freerace-Fahrkönnen mitbringt, kann das Geschwindigkeitspotenzial vergleichsweise unkompliziert nutzen. Der Mega ist für Freeracer zwar einfach beherrschbar, aber auch keine träge Limousine auf Autopilot.
Das Severne Mega zeigt in der Halse, dass sich hohe Performance und ein überzeugendes Kurvenverhalten nicht ausschließen müssen. Schon beim Einleiten der Halse fällt auf, wie wenig Druck erforderlich ist, um das Board auf die Kante zu bringen. Das Mega reagiert direkt, lässt sich gut dosieren und zieht auf Wunsch auch einen vergleichsweise engen Radius. Dabei bleibt es auch in unruhigem Wasser angenehm kontrollierbar. Im Vergleich zum Futura wirkt die Halse deutlich runder. Der Starboard lässt sich zwar ebenfalls ordentlich halsen, richtet sich dabei aber eher auf und gleitet nicht ganz so harmonisch hindurch. Das Severne zieht dagegen sauber durch die Kurve, schluckt Kabbelwellen besser und hält seine Geschwindigkeit überzeugender. Der Fahrer kann den Radius gut kontrollieren, ohne das Gefühl zu bekommen, ständig gegen das Board arbeiten zu müssen.
Bei breiteren Boards mit 77 oder 78 Zentimetern wird es zunehmend schwieriger, das Brett während einer sportlich gefahrenen Halse stabil über den vorderen Bereich des Rails auf der Kante zu halten. Die größere Breite kann zwar Vorteile beim Angleiten und beim Fahren am Wind bieten, macht das kontrollierte Carven aber nicht einfacher. Mit 73 Zentimetern und seiner etwas gestreckteren Outline lässt sich das Mega dagegen gut auf die Kante stellen. Die ausgeprägten, voluminösen Rails. unterstützen mit ihrem Auftrieb, die Geschwindigkeit mitzunehmen. Gerade im vorderen Railbereich ist das ein Vorteil: Dort kann zusätzliches Volumen dazu beitragen, dass das Board während der Halse stabil bleibt und weitergleitet. Sind die Rails zu dünn, kann sich die Kante unter bestimmten Bedingungen stärker eingraben.
Extrem weit außen liegende Schlaufen sind vor allem dann sinnvoll, wenn bei wenig Wind und auf Amwindkursen möglichst viel Hebelwirkung benötigt wird. Für stark angepowertes Fahren auf schnellen Halbwind- und Raumwindkursen ist eine solche Position dagegen nicht zwangsläufig optimal. Das Severne Mega setzt hier auf eine gemäßigte Position. Sie unterstützt eine kontrollierte Haltung bei hohen Geschwindigkeiten und erleichtert es, bei viel Druck im Segel die Position zu korrigieren oder vor der Halse aus der hinteren Schlaufe zu steigen. Gerade auf tiefen Raumwindkursen ist das ein praktischer Vorteil. Der Fahrer steht dort anders über dem Board als bei einer stark nach außen orientierten Amwindposition. Das Mega zeigt, dass eine nicht maximal nach außen versetzte Schlaufenposition keineswegs auf Kosten der Geschwindigkeit gehen muss.
Das Severne Mega verbindet hohes Geschwindigkeitspotenzial mit Fahreigenschaften, die man von einem kompromisslosen Slalomboard nicht unbedingt erwarten würde. Es gleitet harmonisch an, beschleunigt kräftig und hält, auch durch das geringe Gewicht, seine Geschwindigkeit auch in kurzen Windlöchern überzeugend. Im Vergleich zum Starboard Futura fährt es freier, schneller und gleitet besser durch. Besonders bemerkenswert sind die Halseneigenschaften. Mit 73 Zentimetern Breite, einer gestreckten Outline und voluminösen Rails lässt sich das Mega gut auf die Kante stellen und kontrolliert durch die Kurve fahren. Das Mega zeigt, dass ein leistungsorientiertes Slalomboard nicht zwangsläufig extrem kurz, schwer zu kontrollieren oder anspruchsvoll beim Angleiten sein muss. Es bietet viel Speed, ohne seinen Fahrer ständig zu (über-)fordern.

Redakteur surf
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.