Freestyleboards 2026Der neue Goya Air 7 im Test

Julian Wiemar

 · 13.05.2026

Sobald der Air 7 in der Luft ist, wirbelt das kompakte Gefährt bei stets guter Kontrolle problemlos in alle Richtungen.
Foto: Zoe Sosa
​Die Marke Goya erscheint 2026 mit völlig überarbeitetem Freestyle-Material auf dem Markt. Wir haben die knallige Kombo Probe getrickst – und fanden mit dem Goya Air 7 in 92 Liter einen modern-radikalen Trickpartner, der überraschend viel Ruhe und Kontrolle mitbringt. Wo er glänzt und für wen er passt, zeigt der Test.

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Wie neu geboren

​Neue Outline, neuer Volumenfluss, Deck und Rumpf vollständig aus Carbon – selbst die Struktur der Footpads wurde beim Air 7 neu durchdacht. Besonders auffällig sind die für ein Freestyleboard spitz zulaufende Nase und die sehr flache Rockerlinie. Zudem: Geschraubt wird per FCS-Schlüssel in einer trimmbaren US-Box. 21 Zentimeter misst die mitgelieferte MFC-Finne. Auch die schlichten Fußschlaufen tragen das Logo von der Maui Fin Company und lassen sich besonders einfach Freestyle-typisch groß stellen, befestigt werden diese allerdings klassisch per Kreuzschlitz. Das für Freestyleboards ungewöhnlich aufgebogene Kicktail am hinteren Footpad unterstreicht den Wave-Hintergrund der Marke.

Fein ausbalanciert, gut kontrollierbar

​Schon beim ersten Draufspringen fühlt sich das Board sehr geschmeidig unter den Füßen an – dabei eher gedämpft als besonders spritzig. Das Board gleitet für einen Freestyler mit vergleichsweise wenig Körpereinsatz harmonisch an. Die neuen Footpads sind griffig und durchschnittlich weich. Durch die bis weiter vorne flache Rockerlinie und das ausgeprägte Vee surft sich das 61 Zentimeter breite Board beinahe Freeride-mäßig komfortabel und ist in jeder Lebenslage gut zu kontrollieren. Diese Laufruhe sorgt für das nötige Vertrauen, um bei Vollgas auf Switch umzusteigen oder das Segel auch bei kabbeligen Bedingungen bedenkenlos zu ducken. Auch die 21er Finne mit relativ viel Grip spielt hier ihre Stärken aus. Wer nach einem etwas looseren Gefühl sucht, kann dank der US-Box, bevor er eine kleinere Finne kauft, mit der Finnenposition in Relation zur hinteren Fußschlaufe spielen.

Keineswegs mehr nach Freeride fühlt es sich an, wenn der Air 7 in der Luft ist, denn dann wirbelt das kompakte Gefährt bei stets guter Kontrolle problemlos in alle Richtungen. Das im Vergleich zum Vorgänger dünnere Heck ist reaktiv und poppt auch gerne zweifach hintereinander (zu Doppelmoves) aus dem Wasser, bietet aber trotzdem genügend Plattform zum Sliden. Die spitz zulaufende Nase gibt Sicherheit bei harten Landungen von Powermoves und hilft dem flachen Shape dabei, sauberer durch Chop zu schneiden. Sie bedurfte zu Beginn (bei Sliding-Moves) allerdings auch etwas Eingewöhnung, da sie in Kombination mit dem bis nach vorne gezogenen Vee im Unterwasserschiff langsamer und gefühlt mit etwas weniger Auftrieb über die Wasseroberfläche slidet.

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Fazit zum Goya Air 7

​Der neue Air7 von Goya ist modern-radikal, doch nicht zu radikal, sondern fein ausbalanciert. Für Freestyler, die es besonders spritzig und loose mögen, könnte das Board eher zahm wirken. Dennoch sind nach oben keine Grenzen gesetzt.

​Technische Daten Goya Air 7 Pro Carbon

  • Größen 86/92/102 Liter
  • Längen 211,6/213,5/213,5 cm
  • Breiten 60/61/62,6 cm
  • Preis 2590 Euro
  • Infos goyawindsurfing.com
Julian Wiemar

Julian Wiemar

Redakteur surf

Julian, 1996 in Köln geboren, zählt zu den besten deutschen Freestyle-Windsurfern und trainiert bis heute regelmäßig auf dem Rhein. Nach deutschem Meistertitel und mehreren Jahren an internationalen Top-Spots mit Weltcup-Ambitionen fand er über Reise- und Revierberichte den Weg zum surf-Magazin. Dort absolvierte er ein Volontariat und arbeitet heute als Redakteur, der seine Erfahrungen und Leidenschaft für den Windsurfsport mit den Lesern teilt.

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