Wenden werden leider oft nur stiefmütterlich behandelt. Wenn neue Gleitmanöver auf der To-do-Liste stehen, handelt es sich meistens um Halsenvarianten, gewendet wird dagegen nur als bloßes Mittel zum Zweck. Dabei gibt es durchaus einige Moves nach Luv, die einer stylischen Duck Jibe oder Powerhalse in nichts nachstehen. Dazu gehört auch die Push Tack, die frischen Wind in jedes Manöverrepertoire bringt.
Ihren Namen verdankt die Push Tack der Tatsache, dass das Segel dabei in den Wind gedrückt wird (engl. „to push“ = „drücken“). Am besten übt man die Push Tack mit leichten, camberlosen Segeln und auf einem drehfreudigen Freemove-oder Freestyle-Waveboard. Alternativ gehen auch Waveboards. Mit großen Freerideboards wird der Move aufgrund der breiten Hecks aber zunehmend schwieriger bis unmöglich.
Am besten übt man die Push Tack bei leichtem Gleitwind.”
Bezüglich der Übungsbedingungen ist die Push Tack grundsätzlich anspruchslos, besonders leicht gelingt der Move aber bei Bedingungen am unteren Gleitlimit – also dann, wenn man gerade noch so ins Gleiten kommt und für kernige Gleithalsen ohnehin die Power fehlt. Hilfreich ist es, wenn man schon etwas Erfahrung mit der Heli Tack vorweisen kann. Wie du die Push Tack am besten meisterst, zeigen wir dir hier in allen Details.
Wenn du dein blaues Wunder erleben willst, dann dreh das Rigg mal auf Halbwindkurs in eine Push Tack! Das Segel wird sich derart aufladen, dass es dich sofort nach Lee vom Brett drückt. Vor dem Eindrehen in die Push Tack ist es daher wichtig, den Segelzug zu neutralisieren. Dies gelingt durch einen sichtbaren Schlenker nach Lee – auch wenn es zunächst widersprüchlich erscheinen mag, für eine Wende erst mal abzufallen. Leite die Push Tack wie eine aufrecht gefahrene Powerhalse nach Lee ein (1) und falle auf tiefen Raumwindkurs ab. Sobald sich dein Segel neutral und leicht anfühlt, beginnt das eigentliche Manöver. Zieh das Gabelbaumkopfstück in Richtung Fußschlaufen, das Segel schlägt back (2–4).
Der häufigste Fehler ist, dass beide Füße im Bereich um den Mastfuß stehen, ähnlich wie bei einer Heli Tack. Die Folge ist, dass sich der Gegendruck des Segels nicht in eine Kurvenfahrt ummünzen lässt, sondern dass die Luv-kante sich eingräbt (siehe Sequenz) oder das Board einfach geradeaus weiterfährt. Damit das Board eng in den Wind dreht, muss der (neue) hintere Fuß im Bereich der vorderen Schlaufen bleiben und deutlich zur Luvkante versetzt stehen. Dadurch wird der Gegendruck des Segels über das hintere Bein auf die Innenkante des Boards übertragen, das Brett dreht eng zum Wind hin.
Das Schiften des Segels ist der letzte Knackpunkt der Push Tack. Kritisch ist der Moment, in dem das Achterliek durch den Wind muss – vom Achterliek her angeströmt steht jedes Segel sehr instabil (1). Tipp: Warte mit dem Schiften etwas und dreh vorher die Brettnase noch etwas aus dem Wind (2–3). Dadurch reduziert sich der Zug im Segel und es steht fühlbar stabiler. Erst wenn sich das Segel stabilisiert hat, lässt du es rotieren. Zum Schiften schieb die Masthand weit nach vorne zum Mast. Sobald du die Segelhand löst, zieh dir den Mast nahe zum Körper, damit das Segel möglichst aufrecht rotieren kann (4).

Redakteur surf