Starten, ohne das Segel hochzuziehen, das spart Kraft, sieht lässig aus und ist gar nicht so schwer zu lernen. Idealerweise lernst du den Beachstart bei drei bis vier Windstärken im knie- bis maximal hüfftiefen Wasser. Wichtig ist, dass du ein leichtes Segel und ein kippstabiles Board verwendest – am besten geeignet ist ein Longboard mit Schwert oder ein großes Freerideboard.
Der Beachstart gelingt bei acht bis zwölf Knoten Wind am besten. Wichtig ist es zu Beginn, eine geringe Wassertiefe zu wählen – je tiefer das Wasser, desto mehr Wind und Können sind nötig. Richte zu Beginn dein Brett auf Halbwindkurs (quer zum Wind) aus und greife den Mast mit der vorderen Hand direkt über dem Gabelbaum. Jetzt soll das Segel über deinen Kopf, ohne dass das Gabelbaumende im Wasser hängen bleibt. Ziehe den Mast deshalb mit der vorderen Hand schwungvoll über den Kopf nach vorne, das Gabelbaumende kommt nach oben und das Brett bleibt auf Kurs.
surf-Tipp: Dreht dir das Board bereits in dieser Phase ungewollt in den Wind, hat dies folgenden Grund: Du drückst das Segel nur nach oben, das Gabelbaumende bleibt im Wasser hängen. Versuche stattdessen, das Segel schwungvoll nach vorne und nach Luv zu ziehen, damit das Gabelbaumende komplett freikommt.
Halte das Board auf Halbwindkurs (quer zur Windrichtung). Sobald du deinen Kurs stabilisiert hast, und leichten Zug im Segel spürst, setze den hinteren Fuß aufs Brett – idealerweise nicht zu weit hinten, sondern etwas mehr als eine Schrittweite vom Mastfuß entfernt. Du kannst nun auch mit beiden Händen am Gabelbaum greifen. Bevor du aufsteigst, solltest du dich nochmals vergewissern, dass du den Kurs des Boards passend eingestellt hast. Warum? Ein Aufstieg auf Amwindkurs, bei dem die Brettspitze leicht zum Wind zeigt, ist deutlich schwieriger als auf Halbwindkurs (quer zum Wind) oder sogar bei einem leichten Raumwindkurs (leicht schräg vom Wind weg). Den Kurs kannst du wie beim normalen Steuern korrigieren (Anluven und Abfallen).
Jetzt bist du bereit für den Aufstieg. Weil du gleich mit dem Körper über das Brett kommen willst, solltest du das Heck durch Beugen des hinteren Beines nahe an dich heranziehen. Warte auf eine kleine Böe und halte die Arme leicht gebeugt. Nicht du steigst auf, sondern wirst vom Segel nach oben gezogen. Sobald du das Gefühl hast genug Zug im Segel zu haben, richte das Segel auf, indem du den vorderen Arm streckst – dein Segel wird durch die Streckung des Armes zusätzlichen Zug entwickeln. Damit dein Brett nicht gleich wieder in den Wind dreht, musst du es gleichmäßig belasten – setze daher den vorderen Fuß direkt hinter den Mastfuß aufs Brett und nimm erst mal Fahrt auf.
surf-Tipp: Belastest du das Brett beim Aufsteigen zu weit hinten, dreht es unweigerlich in den Wind. Versuche stattdessen den vorderen Fuß beim Aufstieg direkt hinter den Mastfuß zu setzen, das hält das Brett flach im Wasser und du bleibst auf Kurs.
Für den Beachstart muss der Mast zunächst parallel zum Heck liegen. Was aber, wenn nach einem Sturz das Gabelbaumende zum Heck zeigt? Kein Problem – mit einigen Handgriffen drehst du dein Segel in die richtige Position. Greife das Gabelbaumende und ziehe es direkt nach Luv, also dorthin, wo der Wind herkommt. Hebe nun das Gabelbaumende etwas an, damit der Wind unter das Segel greifen kann. Auf diese Weise hilft dir der Wind beim Umdrehen des Segels. Sobald dieses umgeschlagen ist, liegt es in der gewünschten Position für den Beachstart.
Auch, dass das Board in die „falsche“ Richtung zeigt, kann vorkommen. In unserer Bildsequenz liegt das Brett bereit für einen Beachstart mit der rechten Hand vorne. Was aber, wenn du in die andere Richtung starten möchtest? Auch hier hast du mit wenigen Handgriffen die Möglichkeit, das Brett umzudrehen. Greife dazu den Mast und ziehe dir das Segel schwungvoll über den Kopf nach Luv. Laufe jetzt einen Halbkreis in Luv um die Brettspitze herum. Sobald das Segel vom Gabelbaumende her angeströmt wird, schlägt es automatisch um und das Board liegt nun in die andere Richtung bereit.
Neigst du das Gabelbaumende zum Wasser (anluven), wird das Brett in den Wind (Luv) drehen (Bild rechts). Umgekehrt führt ein nach oben gebrachtes Gabelbaumende (abfallen) dazu, dass das Brett aus dem Wind nach Lee dreht (Bild links).
surf-Tipp: Unterstütze das Abfallen durch Strecken des vorderen Armes und gib von oben über den Gabelbaum Druck auf den Mastfuß – dadurch dreht die Brettspitze aus dem Wind nach Lee.

Redakteur surf