Peter Garzke
· 04.10.2026
Vor 20 Jahren war es sicherlich noch nicht so einfach, ein Windsurfboard technisch und stilistisch einwandfrei auf der Welle hoch und wieder herunter zu surfen. Oft hatte man das Gefühl, dass die Boards die Turns vorgeben und die Fahrerin oder der Fahrer gefühlt der Bewegung hinterherfuhr.
Das Set-up des Singlefinboards war, was die Wellenreittechnik anging, deutlich anspruchsvoller als die modernen, viel kürzeren Thruster- und Quadboards. Nicht zuletzt war es auch der alte Segelschnitt, der diese oft ausgebremst wirkende Technik verur-sachte. Die Segel wurden nicht so aufrecht gefahren, wie es heute der Fall ist. Vielmehr wurde das Rigg im Bottom Turn Richtung Heck gekippt, wodurch die Mastspur deutlich weiter vorn auf den Boards montiert werden musste. Man kann sich vorstellen, wie träge ein Board reagiert, wenn die Mastspur in der Form ausgelagert wird. Als weiterer erschwerender Faktor kam der höhere Segeldruck beim Bottom Turn dazu, denn die alten Segel haben sich nicht so gut neutralisiert, wie es heute der Fall ist. Mehr Druck im Segel bedeutete auch mehr Druck auf der Mastspur und damit war der Richtungswechsel noch ein wenig schwerer zu vollziehen, da das Board vorn regelrecht festgenagelt wirkte. Mit der nach hinten wandernden Mastfußposition modernerer Shapes konnten dann auch die Boardnasen eingekürzt und damit die Gesamtlänge reduziert werden.
Durch das Gegenlenken zu Beginn kippt dein Körper zur Kurveninnenseite – das bringt den Druck auf die Kante.”
Wer in der damaligen Zeit die Wellen gut abreiten konnte, bediente sich einer Technik, die im englischen Sprachraum als „rail to rail“ bezeichnet wird. Zwar kaschieren moderne Waveboards eine suboptimale Technik deutlich besser, trotzdem ist die Rail-to-Rail-Technik nach wie vor ein wichtiger Baustein.
Hier kommt die Frage: Wie leite ich eine schnelle und doch eng gefahrene Kurve beim Radfahren ein? Die Antwort ist zu 99 Prozent: Man dreht den Lenker in die gewünschte Richtung. Das stimmt sicherlich, ist aber nur die halbe Wahrheit. Um eine rasante Kurve zu fahren – und das gilt für alle verwandten Sportarten – bedarf es zuerst einer Gegenbewegung. Kurz vor der Kurve wird der Lenker in die entgegengesetzte Richtung gelenkt, erst dann wird die eigentliche Richtung mit dem Lenker eingeschlagen. Dadurch kippt der Körperschwerpunkt schon vor dem Einleiten der Kurve auf die Innenseite. Würde man den Lenker ohne Gegenbewegung stark einschlagen, wäre ein Nach-außen-Fallen die Folge. Genauso funktioniert es auch beim Waveriding, die einzelnen Schritte zeigen wir oben in der Galerie!
Der Schlüssel für einen guten Cutback mit viel Spray liegt in einem guten Bottom Turn. Peilst du den Wellenkamm an, erfolgt der Wechsel vom Bottom Turn hin zum Cut-back. Auch diese Schritte siehts du in Fahrsequenz in der Galerie!
TIPP: Die Beine werden beim Cutback wieder gestreckt. Will man das Heck ausbrechen lassen, ist die Streckung des hinteren Beines entscheidend. Möchte man dynamisch mit Restgeschwindigkeit durchfahren, wird das vordere Bein gestreckt und das hintere bleibt etwas gebeugt. Nach dem Cutback wird das Gewicht wieder weiter nach vorn verlagert, damit die Flucht vor der Welle erfolgreich wird und um genügend Speed für den nächsten Bottom Turn aufzubauen.
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.