Flachwasser-ParadieseZehn Stehreviere zum Genießen und Lernen

SURF

 · 25.05.2026

Der Stehbereich ist in der Lac Bay auf Bonaire deutlich an der helleren Wasserfarbe zu erkennen.
Foto: PWA/Carter

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Keine Angst vor dem Abtreiben, keine kraftraubenden Wasserstarts oder Rodeo im Kabbelwasser – in Stehrevieren verbesserst du dich entspannt und kommst schneller aufs nächste Level. Hier findest du perfekte Bedingungen für erste Gleitmeter, sichere Beachstarts und saubere Halsen.

​Das Board liegt ruhig, das Wasser reicht nur bis zu den Knien, der Wind bläst gleichmäßig ins Segel – ein gutes Stehrevier ist wie ein Vertrauens-Booster: Du hast jederzeit festen Grund unter den Füßen, kannst in Ruhe durchatmen, dich sortieren, und dann den nächsten Versuch starten. Statt Krampf im Unterarm und flatternden Nerven gibt’s hier Fokus, Flow und diese befreienden Aha-Momente, wenn der Beachstart klappt oder das Brett langsam zu rutschen beginnt. Und wenn doch etwas schiefgeht, läufst du entspannt zurück, statt hektisch gegen Strömung und Wellen anzukämpfen, oder gar nach Rettung zu winken. Also haben wir unsere Archive durchstöbert und präsentieren dir Stehreviere von nah bis fern – von bodenständigen Binnenrevieren und Buchten an Nord- und Ostsee, bis hin zu türkisfarbenen Lagunen in der Karibik. Viele dieser Spots punkten mit auflandigem Wind, natürlichem Wellenschutz und riesigen Flachwasser-Zonen. Mit Schulen, Verleih und kurzer Wege-Logistik wird hier jede Session zum Genuss: zehn Spots, die dir den Kopf frei machen und dich auf Kurs bringen.

​Lac Bay Bonaire – die karibische Badewanne

Der Stehbereich ist in der Lac Bay deutlich an der helleren Wasserfarbe zu erkennen.Foto: PWA/CarterDer Stehbereich ist in der Lac Bay deutlich an der helleren Wasserfarbe zu erkennen.

​Ein Karibik-Stehrevier wie aus dem Bilderbuch: In der geschützten Lac Bay von Sorobon bremst ein vorgelagertes Riff die Wellen und schafft eine riesige, türkisfarbene Lagune mit einem großen Stehbereich. Die konstanten Passatwinde wehen auflandig von Osten und können ungestört über das flache Riff in die Lagune ziehen. Wer fällt, treibt entspannt zurück zum Strand. Ideale Bedingungen, um stressfrei Gleiten, Wenden und Halsen zu üben, Beach- und Wasserstart zu festigen oder die ersten Freestyle-Moves zu probieren. Die Kante, an der die Lagune im nördlichen Teil abrupt tiefer wird (kein Stehbereich mehr), ist deutlich an der dunkleren Wasserfarbe zu erkennen. Bei Lufttemperaturen zwischen 25 und 33 Grad und badewannenwarmen 28 Grad im Wasser könnt ihr hier das ganze Jahr über in Boardshorts oder maximal einem Shorty unterwegs sein. Der Untergrund ist überwiegend sandig, dazwischen Seegrasfelder und vereinzelt Muscheln – umsichtig laufen, idealerweise Schuhe mitnehmen.

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Sorobon hat mehrere Windsurfschulen, in denen neuestes Material gemietet werden kann. Die Windsaison dauert grob von Dezember bis August, mit den stärksten Winden zwischen Februar und Juli, wenn die Passatwinde aus östlicher Richtung 15 bis 30 Knoten erreichen. Generell ist der Wind schon morgens einwandfrei, gegen Mittag lässt er etwas nach und nimmt gegen 15 Uhr wieder zu. Man kann also beruhigt eine entspannte Mittagspause zwischen den Sessions einlegen. Im Sorobon Beach Resort besteht die Möglichkeit, direkt am Spot zu wohnen. Mehr Auswahl und günstigere Preise findet man in den fünf bis zehn Kilometer entfernten Orten Belnem und Kralendijk. Direktflüge starten von Schiphol mit KLM oder TUI. Für diejenigen, die ihre eigene Windsurfausrüstung mitbringen möchten, ist TUI die beste Option – die Airline berechnet 50 Euro für ein Gepäckstück bis 32 Kilo. Aufgepasst: Das Personal am Check-in auf Bonaire ist in der Regel sehr strikt: Sie wiegen aufs Kilo genau, da sie an dem überschaubaren Flughafen reichlich Erfahrung mit Windsurfern und deren Übergepäck haben.

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​Neusiedlersee – der große Braune

Nicht abschrecken lassen darf man sich von der Farbe des Neusiedlersees – die Wasserqualität ist ausgesprochen gut.Foto: Stephan GölnitzNicht abschrecken lassen darf man sich von der Farbe des Neusiedlersees – die Wasserqualität ist ausgesprochen gut.

​Gut fünf Autostunden von München liegt Europas zweitgrößter Steppensee – flach wie ein Unterteller, nahezu durchgehend stehtief und ohne natürlichen Zu- oder Abfluss. Der „Große Braune“ bietet zwar keine karibischen Wasserfarben, dafür ausgezeichnete Badewasserqualität, trotz ähnlich brauner Trübung wie die gleichnamige Wiener Kaffeespezialität: ein doppelter Mokka in einer großen Tasse serviert, mit einer Haube Sahne. Die geografisch und meteorologisch besondere Lage in der Pannonischen Tiefebene, rund 70 Kilometer südöstlich von Wien, beschert dem See dank der hervorragenden Windstatistik ebenfalls regelmäßig weiße Häubchen und dazu durchschnittlich 300 Sonnentage im Jahr. Die Region bezieht fast den gesamten Wind aus durchziehenden Nordwestfronten, die besonders im Frühjahr, bei starken Temperaturschwankungen, beste Bedingungen mit sich bringen. Vor dem Nordwestwind weht häufiger auch starker Südwind, der im Sommer sogar im Shorty genutzt werden kann. Die Fläche des 315 km² großen Sees ist nicht komplett sichtbar, denn rund die Hälfte der Seefläche ist mit Schilf zugewachsen. Dadurch sind auch die Zugänge zum Wasser stark eingeschränkt.

Gewindsurft wird überwiegend auf der österreichischen Seite. In Ungarn gibt es nur ein Seebad. Podersdorf, Weiden, Illmitz und Neusiedl sind die surferischen Hotspots am bevorzugten Ostufer. Hier ist der Untergrund überwiegend sandig, am Westufer in Breitenbrunn haben Kiter die Oberhand. In Rust und Mörbisch wirkt der Boden eher schlammig, stehttief ist es nahezu überall. Wegen der schwankenden Wassertiefe, abhängig von Niederschlag und Temperaturen, werden vor allem Foiler vor Herausforderungen gestellt. Wingfoiler haben idealerweise einen kurzen Mast im Köcher oder surfen in Illmitz und Weiden, da ist es fast immer tief genug. In Podersdorf sind vor dem Foilstart ein paar Minuten Fußmarsch im wirklich seichten Wasser erforderlich. Die gesamte Region ist neben Wassersport für den Nationalpark mit einer großen Vielfalt an Vogelarten bekannt und besonders beliebt zum Radfahren (Stichwort „Kirschblütenradweg“). Wer gerne zum Heurigen, in ein gemütliches Weinlokal einkehrt, bleibt am Neusiedlersee nicht lange durstig. Und für den richtig großen Hunger zum kleinen Preis ist die ungarische Grenze nur 20 Minuten entfernt. Unterkünfte sind in der Nähe aller Spots verfügbar, wobei Podersdorf als einzige Gemeinde direkt am Wasser liegt und einen großen Campingplatz zu bieten hat. Ein Geheimtipp kann der Zicksee sein – wenn er genügend Wasser hat. 20 Autominuten von Podersdorf entfernt, bietet er sehr flaches und glattes Wasser – perfekt für Anfänger, Freestyler und Surfer, die weniger Trubel suchen als in der „Metropole“ Podersdorf.

​IJsselmeer Ost – gezähmte Nordsee

Genuss-Freeriden über glattem, hüfttiefem Wasser.Foto: Chris HaferGenuss-Freeriden über glattem, hüfttiefem Wasser.

​Mit der Fertigstellung des Damms 1932 wurde die ehemalige Bucht „Zuiderzee“ von der Nordsee abgetrennt und bildet nun zwischen den Provinzen Nordholland im Westen und Friesland im Osten auf 1100 km² den größten See der Niederlande: das IJsselmeer. Teilweise haben die Strände der ehemaligen „Zuiderzee“ auch heute noch ein wenig Südsee-Flair, zumindest bei passendem Wetter. Ähnlich wie die Südsee ist das Ijsselmeer in diesem Bereich auch ein eher ruhiges Revier und der Mangel an Riffen wird durch ausreichend Sandbänke wieder wettgemacht. Makkum, Workum, Hindeloopen und Co: Die flachen Stehbereiche dieser Spots und eine hervorragende Infrastruktur machen die Ostseite des Ijsselmeers zu einem perfekten Ein- und Aufsteigerrevier und einem Hotspot der niederländischen und westdeutschen Szene. Schöne Campingmöglichkeiten direkt am Wasser und Slalom-Piloten, die ihre angedötschten Finnen schleifen, prägen die Spots.

Tiefdruckgebiete, die vom Atlantik aus ostwärts ziehen, sorgen für gute Tage auf dem Wasser. Im Frühjahr und Herbst ist die Wahrscheinlichkeit, ein Tief abzupassen, höher als im Sommer. Im Sommer kann es zu stabilen Ostwindlagen kommen, was für die Ostseite des Ijsselmeeres dann ablandigen Wind bedeutet. Ist nur leichter Wind aus westlichen Richtungen, aber dafür Sonne angesagt, kommt es regelmäßig zu thermischen Verstärkungen und man erfreut sich vor Ort über ein paar Knoten mehr als eigentlich angesagt. Die Wassertemperatur des Ijsselmeeres passt sich aufgrund der geringen Wassertiefe schneller an die Lufttemperatur an als etwa die offene Nordsee. Das gilt sowohl positiv im Frühjahr als auch negativ im Herbst. Die großen Stehbereiche bieten aber gerade bei niedrigen Temperaturen einen gewissen Komfort und Sicherheit – einfaches Wiederaufsteigen ist ohne langes Schwimmen möglich, Abtreiben fast unmöglich. Daher ist man hier auch an kalten Wintertagen fast nie alleine auf dem Wasser.

​Veluwemeer – IJssels kleiner Bruder

Besonders bei Nordwestwind glänzt das schmale Veluwemeer mit einer endlos langen Flachwasserpiste. Hier ein schöner Tag am Strand Horst.Foto: Chris HaferBesonders bei Nordwestwind glänzt das schmale Veluwemeer mit einer endlos langen Flachwasserpiste. Hier ein schöner Tag am Strand Horst.

​Das schmale Randmeer unterhalb des IJselmeers entstand bei der Eindeichung und Trockenlegung von Flevoland, bei der bewusst ein schmaler Wasserstreifen zwischen Altland und Polder erhalten wurde, um Grundwasserhaushalt und Uferökologie zu schützen. Heute: wichtig für den Wasserhaushalt, Lebensraum für Vögel – und eben ein Topspot zum Windsurfen. Spätestens beim ersten unfreiwilligen Schluck Wasser merkt man den mangelnden Salzgehalt deutlich und registriert, dass es sich um einen Binnensee handelt, da „Meer“ im Niederländischen „See“ bedeutet. Wo sonst findet man einen See mit mehr als 20 Kilometer Länge und mehreren Kilometern Breite, großteils stehtief, ohne Wellen, windsicher und mit perfekter Surfinfrastruktur? Insofern verwundert es nicht, dass es am bekanntesten Spot des Veluwemeers, am Strand Horst, in der Hauptsaison ziemlich voll werden kann. Nordwestwind bläst hier ungebremst auflandig und lässt eine endlos lange Flachwasserpiste entstehen. Circa 800 Meter weit draußen liegt die mit Bojen gekennzeichnete Fahrrinne, wo das Wasser tiefer wird. Mit Telstar hat man einen gut ausgestatteten Shop und eine Schule direkt am Spot.

​Fehmarn – der Ostsee-Klassiker

Die Landzunge  am Wulfener Hals schirmt einen wunderbaren Stehbereich ab. Ähnlich gemäßigte Bedingungen liefert die Orther Reede auf der anderen Seite der Brücke.Foto: Wulfener HalsDie Landzunge am Wulfener Hals schirmt einen wunderbaren Stehbereich ab. Ähnlich gemäßigte Bedingungen liefert die Orther Reede auf der anderen Seite der Brücke.

​Links oder rechts? Wer auf der Suche nach einem entspannten Flachwasser-Revier nach Fehmarn fährt, hat nach der Fehmarnsundbrücke die Wahl. Vom Aufsteiger bis zum Freestyle-Ass setzen jede Menge Windsurfer immer wieder den Blinker rechts Richtung Wulfener Hals im Südosten der Insel: Eine schmale Landzunge schirmt den Burger Binnensee von der offenen Ostsee ab und bildet mit ihren Sandbänken eine stehtiefe Spielwiese, die kaum einen Wunsch offen lässt. Dass direkt am Spot der Campingplatz Wulfener Hals liegt, einer der größten Plätze Schleswig-Holsteins, sorgt im Sommer für lebhaften Betrieb auf dem Wasser und den Wegen. Der Platz bietet alle Annehmlichkeiten, unter anderem die Surfstation von Windsurfing Wulfen. Deutlich rustikaler geht es für die Linksabbieger auf der anderen Seite der Insel in Gold zu. Zwar gibt es ein paar Ferienhäuser mit Café und eine kleine Surfschule sowie einen Parkplatz mit WC-Häuschen, ansonsten erschöpft sich die Infrastruktur in einer Parkbank. Dafür wartet ein fast ebenso gutes Freeride- und Aufsteigerrevier. Die Orther Reede ist sehr weit stehtief und es gibt jede Menge Platz. Etwas ruhiger als Wulfen, aber bei westlichen Winden eine ebenso gute Wahl.

​Ringkøbing Fjord – Hygge hinter Holmsland

Der bekannteste Spot der Region mit perfekter Infrastruktur: Hvide Sande NordFoto: Andreas ErbeDer bekannteste Spot der Region mit perfekter Infrastruktur: Hvide Sande Nord

​Ein Familienrevier wie gemalt: An Dänemarks Westküste trennt der schmale, malerische Dünenstreifen Holmsland Klit den Fjord von der rauen Nordsee und schafft eines der beliebtesten Reviere Nordeuropas. Für jede Windrichtung findet ihr am Rinkøbing Fjord einen guten Spot. Fast überall kann man dabei mehrere hundert Meter weit stehen. Der flache Fjord ist nur durch einen schmalen Durchbruch mit der Nordsee verbunden, der Salzgehalt ist sehr gering. Der bekannteste Spot ist Hvide Sande Nord am Westufer, mit großer Station, Shop und allem, was man braucht. Hier kann man entweder mit eigenem Material fahren, beim lokalen Center "Westwind" leihen oder gleich einen Surfkurs buchen – Generationen haben an diesem Spot ihre ersten Meter auf dem Board gemacht.

Ideal sind alle östlichen Winde, aber auch bei westlicher Richtung kann man noch gut fahren und braucht keine Angst vor dem Abtreiben zu haben. Bei knackigen Stürmen weichen auch viele Nordsee-Surfer dann auf den Fjord aus. Ein etwas kleineres Center gibt es südlich des Ortes, in der Nähe des Campingplatzes. Auf der Ostseite gibt es in Bork Havn eine weitere Surfschule, auch hier mit riesigem Stehbereich. Eine flache Halbinsel schirmt auch bei viel Wind die Kabbelwellen ab, sodass eine wunderbar glatt gebügelte Badewanne für Freerider und Aufsteiger entsteht. Im Gegensatz zu Hvide Sande kann man hier auch mit dem Camper übernachten. In der Nähe gibt es mit Skaven und Bjerregaard noch weitere Optionen – jeweils mit Campingplatz. Die gesamte Region ist bestens mit Ferienhäusern bestückt.

​Soma Bay – das Ganzjahresziel

Eine Manöverpiste  grenzt im westlichen Teil der Soma Bay mit tiefem Wasser direkt an den Stehbereich.Foto: Oliver MaierEine Manöverpiste grenzt im westlichen Teil der Soma Bay mit tiefem Wasser direkt an den Stehbereich.

​Dank der Nähe zum Flughafen Hurghada ist die ägyptische Soma Bay von mitteleuropäischen Flughäfen aus hervorragend erreichbar. Auch der Wind ist hier quasi Dauergast. Er kommt aus nördlicher Richtung und entsteht durch die Temperaturunterschiede zwischen dem Meer und dem heißen Hinterland. Morgens weht es meist aus Nord-Nordwest, ab dem Nachmittag dann mehr aus Nord bis Nord-Nordost. Wassersportler haben in der Soma Bay zwei potenzielle Anlaufstellen: Im östlichen Teil der Bucht befindet sich der Robinson Club. Hier gibt es eine Wassersportstation und direkt vor der Station auch einen kleinen Stehbereich, der zum Üben einlädt. Durch die Bebauung kann es im Uferbereich aber teilweise etwas böig sein. Deutlich größer fällt die flache Zone im westlichen Teil der Bucht aus, wo sich neben dem Palm Royale Resort auch weitere Anlagen befinden.

Gesurft wird in Luv des kleinen Hafens. Hier findet man tidenunabhängig einen großen Stehbereich, der Wind weht recht gleichmäßig von links. Bei Niedrigwasser formt sich für einige Stunden eine perfekte Flachwasserpiste, auf der man seine Manöver üben, den persönlichen Speedrekord knacken oder neue Freestyle-Tricks ausprobieren kann. Bei Flut wird es etwas kabbeliger, man findet aber in Luv der Surfmotion Surfstation immer stehtiefes Wasser vor. Weil man hier wahlweise im flachen Wasser üben oder im Tiefen windsurfen und foilen kann, eignet sich die Soma Bay auch ideal für Familien oder Paare, die unterschiedliche Skills auf dem Board mitbringen. Die beste Reisezeit für die Soma Bay ist von April bis in den November hinein, aber auch in der Nebensaison von Dezember bis März kann man viele gute Tage erwischen – dann lässt der Wind aber am Nachmittag oft deutlich nach.

​Suhrendorf – das größte Stehrevier Deutschlands

Auf Mehreren Quadratkilometern  findet die Steh-Party in Suhrendorf auf Rügen statt. Selbst bei Sturm bleibt das Wasser hier einigermaßen glatt.Foto: Joseph HeicksAuf Mehreren Quadratkilometern findet die Steh-Party in Suhrendorf auf Rügen statt. Selbst bei Sturm bleibt das Wasser hier einigermaßen glatt.

​Rügen, Deutschlands größte Insel, bietet eine Fülle erstklassiger Windsurf-Spots. Neben den Wavespots der offenen Ostsee sind vor allem die Bodden sowie die vielen Buchten und Binnengewässer beliebt. Für Aufsteiger eignet sich neben dem Wiker Bodden besonders Suhrendorf auf der kleinen, vorgelagerten Insel Ummanz. Zwischen der Insel Ummanz, die man über eine kleine Brücke erreicht, und der vorgelagerten Insel Hiddensee erstreckt sich auf mehreren Quadratkilometern das wohl größte Stehrevier Deutschlands. Am einfachsten gelangt man hier über den Campingplatz ans Wasser (Tagesticket nötig). Der Spot läuft in einem breiten Windfenster von Süd über West bis Nordost. Das Wasser bleibt selbst bei Sturm, abgesehen von kleinen Kabbelwellen, weitgehend glatt – und im Notfall kann man einfach zurücklaufen. Perfekt für Ein- und Aufsteiger, Halsen-Lernende und Freestyler. Surfcenter, Campingplatz und Surfhostel sorgen für Top-Infrastruktur und machen Suhrendorf zur ersten Adresse für Flachwasser-Fans. Wind aus östlichen Richtungen funktioniert dank des flachen Hinterlands ebenfalls, ist aber etwas böiger; für konstanten Druck muss man dann ein Stück weiter raus ins tiefere Wasser.

​Salzhaff – geschützte Ostsee

Riesig ist das Stehrevier vor dem Feriendorf San Pepelone. Hier gibt es sämtliche Infrastruktur für  Tagesgäste oder längere Aufenthalte.Foto: Marcus FriedrichRiesig ist das Stehrevier vor dem Feriendorf San Pepelone. Hier gibt es sämtliche Infrastruktur für Tagesgäste oder längere Aufenthalte.

​Die Halbinsel Wustrow trennt zwischen Lübeck und Rostock eine große, flache Bucht von der Ostsee ab – das Salzhaff. Vor allem an der Ostseite vor Pepelow ist der Stehbereich fast grenzenlos, Generationen von Windsurfern haben dort schon Beachstart, Halse & Co. gelernt. Dabei ist das gemütliche Örtchen immer idyllisch geblieben, dennoch gibt es mit Campingplatz, Surfschule, Hütten und Hostel alles, was man braucht. Und weil das Salzhaff durch die schmale Öffnung nur wenig Austausch mit dem offenen Meer hat, wird das Wasser in der Bucht spürbar schneller warm als an der offenen Ostsee. Fast jede Windrichtung funktioniert hier, bei Westwind sind endlose Langschläge über dem hüfttiefen Wasser drin. Auch der ablandige Ostwind ist noch fahrbar, der Stehbereich bietet dabei eine beruhigende Sicherheit. Dafür gibt es dann sogar etwas thermische Verstärkung, während der Westwind etwas schwächer sein kann als anderswo. Wie überall an der Ostsee sollte vor allem im Sommer eine Seegrasfinne im Gepäck sein.

​St. George Beach Naxos – Lennarts Lagune

Zwei Lagunen liegen südlich von Naxos-Stadt: Die größere(im Bild) bietet viel Platz und einen großen Stehbereich, während die kleinere (unten) häufig von Freestyle-Experten genutzt wird.Foto: Paul HalfordZwei Lagunen liegen südlich von Naxos-Stadt: Die größere(im Bild) bietet viel Platz und einen großen Stehbereich, während die kleinere (unten) häufig von Freestyle-Experten genutzt wird.

​Südlich von Naxos-Stadt wartet ein weitläufiges Stehrevier: Die von einem vorgelagerten Riff geschützte Lagune ist die perfekte Übungspiste. Hier hat unter anderem Freestyle-Weltmeister Lennart Neubauer das Surfen und seine ersten Freestyle-Tricks gelernt. Das Wasser bleibt selbst bei Starkwind fast glatt, nur mit leichtem Chop, dazu sandiger Untergrund, viel Platz und einfaches Ein- und Aussteigen. Der schräg auflandige Wind macht das Revier zu einem sehr sicheren. Am Ufer teilen sich Surfer und Badegäste den Strand; das Flisvos Center, der Naxos Surf Club, und der Laguna Beach Park bieten Kurse sowie aktuelles Leihmaterial. Unterkünfte aller Kategorien sowie Bars, Tavernen und Restaurants liegen direkt am Spot. Wie in der gesamten Ägäis bläst auf Naxos im Sommer der Meltemi – trocken, aus nördlichen Richtungen – und liefert der Westküste an rund 60 Prozent der Tage Gleitwind über 12 Knoten. Zwischen Naxos und Paros gibt es einen Düseneffekt, der den Wind lokal noch mal verstärkt. Auch Vor- und Nachsaison können sich lohnen, am windsichersten ist es aber von Juni bis Oktober. Im Hochsommer knackt das Wasser die 25-Grad-Marke, die Luft bleibt dank Meltemi angenehm – ohne ihn wird es allerdings schnell brüllend heiß. Auf dem Brett reicht meist Shorty oder Lycra, im Frühling und Herbst passt ein 4/3er Kurzarm-Neo.


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