Martin ist ein Perfektionist. Seit gut zwei Jahren hat er sich vorgenommen, möglichst vielen Menschen die perfekte Halse beizubringen. Denn für ihn ist das Manöver der Heilige Gral des Windsurfens. Deshalb setzt er bei seinen Camps auf die neuesten Lehrmethoden und modernste Technik wie Videoanalyse (mit Drohne und von Land aus) und auf seinen selbst konstruierten Simulator. Die Basis, um die falschen Bewegungsmuster wegzubekommen, ist aber sein neuartiges Mentaltraining. Durch die Verwendung eines einfachen Gymnastikstabes als Gabelbaumersatz kann gemeinsam geübt werden. Mittlerweile nehmen viele Teilnehmer den Gymnastikstab auch mit aufs Zimmer und üben da weiter.
Da bei einer Halse so viel gleichzeitig passieren muss, ist die Halse vor allem für den Lernenden immer eine Stresssituation. Das menschliche Gehirn ist leider darauf programmiert, in Stresssituationen auf antrainierte, automatisierte Bewegungsmuster zurückzugreifen. Wenn diese eben leider falsch sind, kommt man sehr schwer weiter.
Als unerfahrener Windsurfer war das Angebot aus Mentaltraining und realistischer Übung am Simulator eine perfekte Kombination, um die Halse auf dem Wasser umsetzen zu können.”
Viele von Martins Kursteilnehmern haben sich schon stundenlang Halsenvideos angeschaut, und sie wissen eigentlich, was sie machen müssten, aber aufgrund der oben angesprochenen Gehirn- und Stressproblematik will es auf dem Wasser einfach nicht klappen.
Die Lösung dafür ist Mentaltraining – weil man dabei lernt, den richtigen Bewegungsablauf im Gehirn abzuspeichern und dann auf dem Wasser wieder abzurufen. Denken wir an Turmspringer, die unglaublich komplizierte Bewegungsabläufe geistig ablaufen lassen und dann körperlich umsetzen.
Man könnte es auch mit Schauspielern vergleichen, die eine Rolle lernen. Profi-Schauspieler sind in der Lage, sich Texte so gut zu merken, dass sie sich beim Spielen dann darauf konzentrieren können, in die Rolle der Person, die sie verkörpern, zu schlüpfen. Sie verwenden dafür auch spezielle Methoden, die man Mentaltraining nennen könnte. Laiendarsteller tun sich da oft viel schwerer. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf, den auswendig gelernten Text sozusagen richtig aufsagen zu können, die natürliche Darstellung der Rolle bleibt auf der Strecke. Daher wirken Laien oft sehr unnatürlich und steif.
Das Mentaltraining steht bei Martins Lehrmethode vom Ablauf sozusagen an erster Stelle:
Beim Mentaltraining wird zuerst der genaue Bewegungsablauf einer Halse anhand eines Videos in einzelne Schritte zerlegt und im Kopf abgespeichert. Dann wird die im Video gezeigte Halse Schritt für Schritt im Übungsraum synchron mitgemacht. Dabei simuliert ein Gymnastikstab den Gabelbaum.
Der Bewegungsablauf wird dabei genau einstudiert und verinnerlicht. Anfangs schauen die Teilnehmer dabei noch aufs Video, während sie die einzelnen Schritte mitmachen. Nach einigem Üben hören sie dann nur noch auf die Stimme, die die einzelnen Steps vorgibt. Das wird so lange wiederholt, bis die Halse bei diesem Trockentraining mit geschlossenen Augen gemacht werden kann.
Das Schiften ist für sehr viele Windsurfer einer der Hauptknackpunkte, an denen sie immer wieder scheitern. Beim Mentaltraining mit Gymnastikstab kann nun das Schiften und die Boom-to-Boom-Technik per Kreuzgriff im Detail geübt und geistig abgespeichert und dann am Simulator bzw. am Wasser wieder abgerufen werden.
Der Gymnastikstab hilft auch zu lernen, wie man die Halse richtig mit einer Kombination aus Rigg und Fußsteuerung einleitet. Da die Teilnehmer alle Schulungsvideos auf einem USB-Stick bekommen, können sie nach Belieben mit dem Gymnastikstab weiterüben.
Wie in einem interaktiven Slo-Mo-Film wird alles auf easy Einzelschritte runtergebrochen, ‘am eigenen Leib’ einstudiert und dadurch wie bei Memotechniken im Gedächtnis abgespeichert.”
Wenn der Bewegungsablauf dann durch das Mentaltraining gut geistig abgespeichert ist, geht es auf den Simulator. Dort wird dann mithilfe des Windes das Ganze noch einmal sehr realistisch geübt und wiederholt.
Durch eine Kombination aus Rigg und Fußsteuerung wird das Board zum Abfallen gebracht. Ähnlich wie auf dem Wasser muss dann der Fußwechsel und das Segelschiften vom zeitlichen Ablauf her richtig und rasch erfolgen, um das Board auf den neuen Kurs zu bekommen und das Segel auf der neuen Seite wieder dicht holen zu können.
Ähnlich wie zuvor beim Mentaltraining werden die drei Hauptprobleme bei der Halse – die Gewichtsorientierung nach vorne, das Umsteigen und die richtige Technik des Segelschiftens – geübt und verinnerlicht.
Durch das Wiederholen des richtigen Bewegungsablaufes wird es möglich, dass auch in der Stresssituation der Halse auf dem Wasser nicht auf das alte, falsche Bewegungsmuster, sondern automatisch auf das neue, richtige zurückgegriffen wird und dass die durchgeglittene Halse endlich klappt.
In 2025 gibt es drei Camps – eines in Dahab im Mai und zwei weitere auf Rhodos im Juni und September. Bisher waren alle Camps ausgebucht und einige Spätbucher bekamen leider keinen Platz mehr, daher ist es ratsam, sich möglichst bald anzumelden.
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