Schlaufenposition beim Windsurf-FoilProbier’s auch mal unpassend!

Stephan Gölnitz

 · 01.09.2026

Wenn der klassische Abstand von zum Beispiel  "Mitte-Mitte" nicht breit genug wirkt, gerne mal nur eine Schlaufe versetzen.
Foto: Stephan Gölnitz
Beim Windsurffoilen hat der Schlaufentrimm großen Einfluss auf die Kontrolle.
Der Schlaufenabstand und die Position haben beim Windsurf-Foilen großen Einfluss - im “Reiseflug” genauso wie in der Halse. Ein Plädoyer für mehr Experimente und Stellungswechsel.

Wer kennt nicht den inneren Schweinehund: Wenn der Wind passt und das Material endlich aufgebaut ist, dann zählt nur noch die Zeit auf dem Wasser. Oder beim Foilen eben in der Luft. Stellt man dann fest, dass irgendwas mit dem Trimm nicht stimmt, dann muss Abhilfe schnell gehen. Ich hüte zugegeben - zumindest beim privaten Windsurfen - den inneren Schweinehund auch sehr gut. Am liebsten sind mir deshalb die Veränderungen, die man beim Surfen einstellen kann (Trapeztampenlänge und -position). Dann kommt die Gabelhöhe (man muss nur kurz anhalten und nicht absteigen). Schothorntrimm und Schlaufenweite lassen sich auch noch im Wasser einstellen. Für das Vorliek muss man zum Nachspannen schon zum Strand zurück (das Lockern gelingt in 7 von 10 Versuchen auch irgendwie schwimmend).

Die Extra-Meile zum Auto, um den Schraubendreher zu holen, lohnt sich oft wirklich.”

Schlaufenpositionen werden oft vernachlässigt

Erst ganz am Ende der Tuning-Kette kommt die Schlaufenposition. Dabei steckt hier - vor allem auch beim Foilen - richtig viel Potenzial drin. Der Trend geht dabei zu einem breiteren “Stance”, also größerer Standbreite als beim Finne-Freeriden. Dafür lohnt es sich, auch mal die zusammengehörenden Schlaufendübel der vorderen und hinteren Schlaufe zu hinterfragen. Also nicht einfach “vorne Mitte, hinten Mitte” schrauben, sondern auch mal nur die vordere oder hintere Schlaufe zu versetzen. 2,5 Zentimeter, sind dabei schon spürbar, aber auch mehr sind erlaubt. Die vordere Schlaufe aus der Mitte ein Loch nach vorne zu versetzen, hat bei unserem Test beim Severne Alien bereits einen spürbaren Unterschied gebracht. Der breitere “Seemannsstand” fühlt sich durchweg sicherer an und ermöglicht bessere Kontrolle über das Steigen des Boards in Böen. Auch in der Halse lässt sich der Bug besser dirigieren. Die vordere Schlaufe gleich zwei oder drei Löcher nach vorne zu schieben, ist nur sinnvoll, wenn das Board permanent die Nase in die Luft reckt. Denn eine zu weit vorne montierte Schlaufe kann beim Fußwechsel während der Halse auch zum ungewollten Touch Down führen, wenn der “neue vordere” Fuß in der Schlaufe das Board in der Endphase des Turns zu weit vorne belastet. An einen anfangs vielleicht etwas ungewohnten breiten “John-Wayne-Stance” gewöhnt man sich erfahrungsgemäß schnell und mit den Schlaufen zu experimentieren ist ein effektive Gratis-Option, den Trimm spürbar zu verbessern.

Folgende Anregungen helfen dabei, die für dein Board beste Einstellung zu finden:

  • Grundsätzlich mal einen ein bis zwei Löcher breiteren Stand ausprobieren
  • Wenn das in Böen ungewollt steigt und auch in der Halse: vordere Schlaufe nach vorne versetzen
  • Wenn das Board sehr spät abhebt: hintere Schlaufe zurück versetzen

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Stephan Gölnitz

Stephan Gölnitz

Redakteur surf

Stephan Gölnitz stammt aus Bochum und kam 1996 als Testredakteur zum surf-Magazin nach München. Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik begleitet seit seinem Volontariat nahezu alle Materialtests – auf dem Wasser und seit über zehn Jahren auch als Fotograf – mit Stationen u. a. am Gardasee, in Langebaan, Ägypten und Tobago. Privat surft er am liebsten mit dem Foil am Walchensee, gelegentlich in der Welle, und widmet sich außerdem dem SUP auf Fluss- und Mehrtagestouren.

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