Angehende Medizinstudenten, Piloten und Fluglotsen müssen bei Aufnahmetests dreidimensionale Rätsel lösen – in manchen Fällen mag das sinnvoll sein. Aber Windsurfer wollen doch einfach nur so schnell wie möglich aufs Wasser. Doch dass nach dem mühseligen Einfädeln (eines aufgedröselten Tampens) die Gehirnakrobatik am Ende zur Klemme nicht aufgeht und man zurück auf Los gehen muss, kommt dabei vor. Man kann aber versuchen, die Rollengeometrie zu verstehen, oder einfach den hier aufgeführten Strickmustern folgen.
Wer den tieferen Sinn sucht, fädelt in Gedanken rückwärts: denn wo der Tampen am Ende vom Segel zur Klemme rauskommen muss, ist immer klar. Die Betrachtung, ob der Tampen beispielsweise „oben und innen“ verläuft (also von oben sichtbar und nahe am Mast) oder „unten und außen“ (also auf der Unterseite und auf der vom Mast entfernten Seite), wie hier in den Beschreibungen verwendet, hilft ebenfalls. Mit “oben” ist der Blick auf ein am Boden liegendes Segel gemeint, nicht immer das “oben” im Bild.
Dann läuft der Tampen sauber und schön parallel, und das tut nicht nur Nerds und Menschen mit Symmetrie-Tick gut. Bei kreuzenden Tampen oder extremen Winkeln steigt nicht nur die Reibung spürbar, sondern die letzten Zentimeter zum Trimmen werden tatsächlich verschenkt, weil sich das Segel nicht „Block auf Block“ runtertrimmen lässt.
Es dürfte der seltenere Fall sein, dass beide Blöcke vom klassischen Muster abweichen wie oben. Nur Verlängerungen mit sehr stabilen Edelstahlbeschlägen ermöglichen eine Rollenanordnung, bei der die Rollenachse um 90 Grad gedreht von der Verlängerung absteht – meist mit nur einer Option für den Tampenstartpunkt.
Im Idealfall stehen die Achsen im Segel und an der Verlängerung parallel zueinander. Dann bleibt die einzige Überlegung, wo der Tampen am Ende zur Klemme laufen soll. Auf der anderen Seite beginnend wird dann der Reihe nach immer in der gleichen Richtung gefädelt. Bei der klassischen Rollenanordnung läuft der Tampen besonders „sauber“, wenn die Klemme nah am Mast ist und der Tampenanfang weiter außen oder umgekehrt.
Duotone löst das Problem der zwei verschiedenen Rollenblöcke an Segeln aufwendig und elegant mit zahlreichen Ausgangsbohrungen. Die Anleitung auf der Verlängerung ist allerdings nur für Kurzsichtige geeignet. Je nach Rollenblock am Segel muss du an der Verlängerung einen anderen Startpunkt wählen.
Bei gedrehten Beschlägen wie von Naish, Severne oder GunSails oben werden die Rollen am Segel in Kombination mit einer Duotone-Verlängerung der Reihe nach genutzt. Mit weiteren Ausgängen in der Verlängerung lässt sich auch eine „Loop-Option“, bei der nur zwei Rollen am Segel verwendet werden und der Tampen immer in der Klemme verbleiben kann, für geeignete Segelbeschläge gut umsetzen.
Bei dieser häufig zu findenden Variante ist der Hauptfehler, die Rollen einfach der Reihe nach zu nutzen. Gut gefädelt, läuft der Tampen erst in die passende Außenrolle, um dann an der Verlängerung eine Rolle zu überspringen, damit der weitere Weg von oben in die Außenrolle am Segel ordentlich verläuft. Hier immer checken, dass der Tampen von beispielsweise „innen/außen“ auch wieder nach „innen/außen“ weitergeführt wird, bei „oben/unten“ dann entsprechend.
Obwohl die Rollen hier von der Achse stehen wie im Beispiel oben, verläuft die Fädelei dennoch anders. Weil der Tampen praktisch „in der Mitte“ startet, wird auch zuerst die mittlere Segelrolle ausgewählt. Auch hier werden die Rollen am Segel so wie oben nicht in „Reihenfolge“ verwendet.