Hinter dem Begriff „Continuous Panel Layout“ verbirgt sich bei GA Sails ein neues Designkonzept, bei dem die einzelnen Segelbahnen entlang der natürlichen Kräfteverteilung im Segel zusammengesetzt werden. Dies soll unter anderem die Belastung der Nähte reduzieren. Umgesetzt wurde das Konzept bei beiden Wavemodellen – Boost und Manic.
Das Boost hat in allen Größen fünf Latten, eine minimal längere Gabel und auch ein längeres Vorlieksmaß als das Manic. Generell funktionieren beide Testmodelle in der Größe 4,7 noch auf einem 370er Mast, beim Boost ist allerdings eine lange 34er Verlängerung nötig. Das Topp wurde beim Boost etwas schlanker gehalten, bereits beim ersten Trimmen merkt man, dass dieses Modell mit mehr Spannung am Vorliek in Form gebracht werden will. Insgesamt ist dieses Profil sichtbar vordefiniert, während die Latten beim Manic nahezu flach stehen und erst mit Winddruck ein sichtbares Profil ausbilden. Bei beiden Segeln ziehen sich Carbonfäden entlang der Zugrichtung hinauf zum Topp, der Protektor ist so bewährt wie tadellos, er fällt lang genug aus und lässt sich gut hochklappen. Beide Segel verfügen über zwei Schothornösen, die allerdings sehr nahe beieinanderliegen, weshalb sich der Tuningeffekt (obere Öse = mehr Power; untere Öse = mehr Twist/Kontrolle) in Grenzen hält.
Das Boost ist ein gutes Beispiel dafür, dass das gemessene Gewicht auf der Waage nicht zwangsläufig mit dem gefühlten Gewicht übereinstimmen muss. Mit 3,42 Kilo ist es nominell nicht gerade ein Leichtgewicht. Weil es aber so gut ausbalanciert und stabil in den Händen liegt, sind die Haltekräfte beim Anfahren und Gleiten durchaus ansprechend. Den passenden Anstellwinkel zum Wind stellt das Segel quasi von selbst ein. Auch wenn schwere Fahrer das Segel pumpen, wirkt es nie schwammig oder instabil. Die Folge ist eine sehr gute Gleitleistung – dichtholen, beschleunigen und sofort den ersten Sprung absenden, das gelingt mit dem Boost sehr gut. Auch in starken Böen bleibt der Druckpunkt absolut verlässlich zwischen den Händen.
Die Powercharakteristik setzt sich auf der Welle nahtlos fort: Das Boost wirkt wie der Booster für jeden lahmen Bottom Turn, es bietet auf der hinteren Hand immer etwas Drive und erzeugt genug Vortrieb, um auch bei drucklosen Wellen mit Speed an der Wellenlippe anzukommen. Damit unterstützt das Segel einen kraftvollen Stil besser als filigrane Spielereien – zu den absoluten Leichtgewichten gehört es definitiv nicht. Eine ausgeprägte Off-Charakteristik sollte man beim Boost ebenfalls nicht erwarten.
Das Manic wirkt im Vergleich beim Anfahren etwas technischer, der ideale Anstellwinkel muss feinfühliger angestellt werden, durch eine entsprechende Gleittechnik kommt man aber auch mit dem Manic gut ins Gleiten. Für den Einsatz im unteren Windbereich würden wir empfehlen, das Segel an der Trimmschot nur mäßig zu trimmen, um das ohnehin eher flache Profil nicht zusätzlich zu schwächen. In Manövern wirkt das Manic dann fühlbar agiler, das Profil zieht sich aufgefiert sofort flach und bietet deutlich mehr Off als beim Boost. Auch beim Wellenabreiten setzt sich diese Charakteristik fort: Das Manic baut auf dem Wellen-Face gut Zug auf. Sobald man sich in den Bottom Turn legt, zieht sich das Profil flach – statt Power-Waveriding bekommt man hier also eher ein Surf-Feeling.
Das GA Sails Boost überzeugt vor allem mit Gleitpower, Kontrolle und einer großen Windrange, die Umtrimmen weitgehend überflüssig macht. Wer ein kraftvolles Power-Wavesegel für Brandung und Bump & Jump sucht, ist hier gut beraten. Das Manic wirkt im Vergleich deutlich spielerischer, neutraler und in Manövern etwas leichter. Damit punktet es in den Händen von Wavesurfern, die ein Segel für druckvolle Wellen suchen oder damit auch mal freestylen möchten.
Infos unter ga-windsurfing.com

Redakteur surf