Nur damit keine Missverständnisse aufkommen – das Modell „Banzai Surf“ ergänzt das „Banzai 11“ innerhalb der Goya-Range und ist trotz der etwas verwirrenden Namensgebung ein eigenes Konzept mit kürzerer Gabel und laut Hersteller mehr Neutralität zum Wellenabreiten. Das Banzai Surf ist zudem, neben der Standardvariante („Surf Pro“), als komplett vergitterte X-Ply-Variante („Surf X Pro“) sowie als Carbon-Version („Surf Pro Carbon“) verfügbar.
Die Outlines von Banzai Surf X und Banzai Surf Carbon unterscheiden sich nicht, beide werden auf einem 400er RDM-Mast geriggt. Bereits mit wenig Zug am Vorliek entspannt sich das Achterliek sichtbar, die weit innen Richtung Mast angebrachte Trimmmarkierung verdeutlicht, dass diese Segel immer sichtbares Loose Leech erwarten. An der Gabel reicht dann moderater Zug, um das Profil nicht zu sehr abzuwürgen. Beim Banzai Surf Carbon nehmen Carbonfäden die Zugkräfte auf, der verbindende Film ist dadurch etwas dünner, was sich in einem rund 200 Gramm niedrigeren Gesamtgewicht bemerkbar macht. Trotzdem wirkt die Carbonvariante in keinster Weise fragil, das Material ist geschmeidig, erscheint wertig und wirkt wenig anfällig für Knittern.
Dass das Banzai Surf X ein eigenes Konzept innerhalb der Goya-Palette darstellt, wird schon beim ersten Dichtholen deutlich: Im Vergleich zum kraftvoller abgestimmten Banzai 11 liegt das Banzai Surf agiler in der Hand und will beim Angleiten mit etwas mehr Technik und Gefühl angestellt werden – sicher eine Folge der kürzeren Gabel und des weiter vorne angesiedelten Druckpunktes. Generell hilft es, das Segel an der Gabel nicht zu stark zu trimmen, sondern ihm bewusst etwas Bauch zu lassen. Einmal auf Touren, liegt das Segel aber schön leicht in der Hand, das Topp arbeitet in Böen und bei Landungen effizient und lässt überschüssigen Dampf kontrolliert entweichen.
Wenn es ans Eingemachte geht und man mit anderen Segeln bereits eine Nummer kleiner aufriggen möchte, kann man das Goya-Segel immer noch recht entspannt fahren, denn die Kontrolle ist auf sehr hohem Niveau. Weil das Segel so sauber twistet, bewahrt es sich das leichte Handling auch über einen großen Windbereich hinweg. Wählt man die untere Schothornöse, lässt das Segel den Dampf noch besser ab. In der oberen Öse geriggt bieten beide Segel etwas mehr Drive – ein Tipp für Leichtwind.
Das Banzai Surf Pro Carbon bietet insgesamt eine ähnliche Charakteristik. Die Gleitpower bei Leichtwind ist gut, allerdings lädt sich die Carbonvariante im Gleiten etwas mehr auf und bietet in Windlöchern einen Tick mehr Grundzug, wenngleich die Modelle von Duotone, Severne oder S2Maui in dieser Testgruppe noch mal mehr Wucht entfalten. Bärenstark präsentiert sich das Segel bei starken Böen und ruppigen Bedingungen, die Kontrolle ist auf hervorragendem Niveau, und wo es beim Banzai Surf X auch mal ein leichtes Rascheln gibt, hört man bei der Carbon-Variante – nichts! Kein Flattern, kein Knistern, das Segel steht trotz der gedämpften Grundcharakteristik wunderbar ruhig und wie aus einem Guss. Im direkten Vergleich mit dem Banzai Surf X wirkt die Carbon-Variante voll angepowert sogar noch mal etwas leichter und ausgewogener.
Generell fällt der gefühlte Unterschied zwischen beiden Modellen auf der Geraden größer aus als in Manövern. Beide Segel spielen in der obersten Handling-Liga, rotieren flink um die Längsachse und machen in Halsen und anderen Gleitmanövern genauso viel Spaß wie bei Front- und Pushloops. Beim Wellenabreiten bieten beide Segel eine gute Neutralität und vor allem das Banzai Surf X etwas weniger Drive, das heißt weniger Grundzug auf der Segelhand. Tadellos funktioniert haben beide Varianten auch auf dem Mast mit 80 Prozent Carbon. Natürlich wirken die Segel dann einen Tick träger, trotzdem können die Modelle dies gut verkraften.
Im Gegensatz zum kraftvollen Banzai 11 ist die Banzai-Surf-Linie mehr auf Agilität und Neutralität abgestimmt. Beide Testmodelle punkten mit tollem, agilem Handling und bester Kontrolle bei Starkwind. Das Carbonsegel bietet unterm Strich aber noch mal eine fühlbar größere Windrange, weil es einen Tick mehr Leichtwindpower bietet und im Grenzbereich ebenso neutral und leicht bleibt. Weil der Preisunterschied bei Goya auch geringer ausfällt, sollte man über die Carbon-Variante zumindest nachdenken.
Kontrolle, Handling
-
-
Gabelaussparung: 98–145 cm*
Infos unter goyawindsurfing.com
*surf-Messung
| Größe | Vorliek | Latten | Mast | Gabel | Preis € |
| 2,8 | 319 | 4 | 310/340 | 130 | 790/955 |
| 3,1 | 333 | 4 | 310/340 | 134 | 810/975 |
| 3,4 | 341 | 4 | 340 | 140 | 820/995 |
| 3,7 | 353 | 4 | 340 | 144 | 835/1015 |
| 4,0 | 370 | 4 | 340/370 | 148 | 850/1035 |
| 4,2 | 379 | 4 | 370 | 150 | 870/1055 |
| 4,5 | 391 | 4 | 370 | 153 | 880/1075 |
| 4,7 | 400 | 4 | 370/400 | 156 | 895/1095 |
| 5,0 | 412 | 4 | 400 | 159 | 910/1115 |
| 5,3 | 426 | 4 | 400 | 163 | 920/1140 |