Seit Jahren gehört das Naish Force 4 zu den Alleskönnern für die Welle und als Starkwindsegel fürs Flachwasser. Nun haben die Entwickler das Modell deutlich überarbeitet.
In zwei Farbvarianten (Schwarz/Rot und Blau/Weiß) ist das neue Naish Force 4 des Jahrgangs 2026 verfügbar. Im Vergleich zum Vorgängermodell hat Naish vor allem den Twist im Toppbereich modifiziert, was der Kontrolle bei Starkwind zuträglich sein soll. Die von uns getestete 4,7er Größe wird auf einem 370er RDM-Mast geriggt. Auffällig sind die sportlichen Trimmkräfte am Vorliek, mit denen das Segel in Form gebracht werden will. Das Loose Leech zieht sich vergleichsweise weit unten ins Segel, will heißen: das Achterliek lockert sich nicht nur zwischen den oberen beiden Segellatten, sondern läuft weit runter Richtung Schothorn. Mit zwei Ösen wurde das Schothorn versehen, der Trimmblock am Vorliek ist offen. Dadurch kann man den Tampen ohne Fummelei auflegen, allerdings fällt der entspannte Tampen auch schnell mal ab. Recht steif fällt der Mastprotektor aus, dafür lässt sich dieser gut öffnen und dementsprechend weit hochklappen. Die Ausstattung des Segels ist auf gewohnt hohem Naish-Niveau, die großflächig eingesetzten Gittermaterialien machen einen soliden Eindruck, das nominelle Gewicht des Segels (2,94 Kilo) ist ansprechend gering.
Dichtholen, einhaken, losgleiten – auch die 2026er Version des Force 4 ist erfreulich unkompliziert, wenn es ums Thema Angleiten geht. Selbst mit mäßiger Gleittechnik kommt man mit dem Segel gut auf Touren, denn den richtigen Anstellwinkel zum Wind findet das Force 4 fast von selbst, angepowert liegt es sehr fahrstabil und überraschend kraftvoll in den Händen. Der Druckpunkt befindet sich gefühlt vergleichsweise hinten, was bedeutet, dass man sofort Druck auf die Finnen bekommt und die Power in überdurchschnittliche Gleitleistung ummünzen kann. An Tagen mit Strömung, auf der Suche nach Sprungrampen oder einfach nur beim Freeriden im Flachwasser ist diese Charakteristik absolut hilfreich. Andererseits fühlt sich das Force 4 nicht mehr ganz so agil und spielerisch an wie in den Vorjahren, beim Schiften und Rotieren um die Längsachse wirkt es jetzt etwas träger. Die Veränderungen treten allerdings eher bei Wavemoves und Freestyle-Tricks zutage, bei Halsen, Duckjibes und Co. ist das Force 4 auch weiterhin tadellos.
Absolut überzeugend ist auch die Windrange des Segels, denn das Topp twistet sauber und lässt überschüssige Energie kontrolliert entweichen. Das Resultat ist eine Eins-a-Kontrolle, bei der das ausbalancierte Grundgefühl über einen großen Windbereich erhalten bleibt. Auch nerviges Umtrimmen ist kaum nötig, moderate Spannung am Schothorn reicht aus, um einen großen Windbereich abzudecken. Auf der Welle setzt das Segel seine Power-Charakteristik nahtlos fort: Es wirkt hier nicht komplett neutral, sondern zieht immer mit leichtem Grundzug auf der Segelhand, was hilft, kraftvolle Turns zu carven und auch an Tagen mit schlappen Wellen und weniger Wind noch mit genug Speed an der Wellenlippe anzukommen.
Das neue Naish Force 4 punktet als gelungenes Power-Wavesegel mit viel Gleitleistung, ausbalanciertem Fahrverhalten und einer sehr großen Windrange. Das federleichte Segelgefühl vergangener Jahre kam bei unseren Sessions zwar nicht auf, trotzdem ist das Force 4 ein guter Tipp für Brandung, Bump & Jump und sogar als Starkwindsegel fürs Flachwasser.
| Größe | Latten | Gabel | Vorliek |
| 3.5 | 4 | 144 | 342 |
| 3.7 | 4 | 148 | 354 |
| 4 | 4 | 151 | 364 |
| 4.2 | 4 | 154 | 370 |
| 4.5 | 4 | 156 | 380 |
| 4.7 | 4 | 160 | 388 |
| 5.3 | 4 | 170 | 414 |
| 5.6 | 4 | 176 | 422 |
Infos unter naish.com