Wavesegel 2026S2Maui Dragon vs. S2Maui Dragon Ultra 4,9

Manuel Vogel

 · 23.01.2026

Standard-Modell gegen Leicht-Variante: Die beiden S2 Maui-Segel im Parallelflug
Foto: surf-Magazin
Bei Sahne-Tagen an den Top-Spots fühlt sich das S2Maui Dragon wohl - unabhängig von der Bauweise. Die “Ultra”-Variante kann aber einige Schwächen nicht ausgleichen, wie unser Test zeigt.

S2Maui hat mit Camille Juban einen echten Topfahrer und mit Artur Szpunar und Barry Spanier zwei erfahrene Segeldesigner in ihren Reihen. Die Modelle Dragon und Dragon Ultra werden auf 370er Masten geriggt und unterscheiden sich in erster Linie aufgrund der Materialwahl: Schon das Standard-Modell Dragon ist vollgepackt mit edlen Carbon- und Technorafäden, die in Zugrichtung vom Schothorn in Richtung Segeltopp angeordnet wurden und das Segel überaus wertig erscheinen lassen.

Dünn, aber solide

Beim Dragon Ultra, das von 3,8 bis 5,6 Quadratmeter verfügbar ist, setzt S2Maui noch mal einen drauf und verwendet extrem zugfeste Dyneemafasern, die umschließenden Folien sind dann dünner und nochmals leichter. Obwohl sich das Material im oberen Bereich anfühlt, als könnte man Omas Wurststulle darin einschlagen – wie dickes Butterbrotpapier –, wirkt das Segel absolut solide und ist nicht knitteranfällig. Unabhängig von der Bauweise wurde bei Dragon und Dragon Ultra eine schlanke Masttasche verbaut, die Segel ziehen sehr wenig Profil aus der Masttasche. Erst weiter Richtung Schothorn bekommt das Segel Bauch, der Druckpunkt liegt deutlich weiter hinten als bei allen anderen Testmodellen dieser Gruppe. Die Hawaii-Drachen wurden so designt, dass sie nur mit ganz leichtem Loose Leech gefahren werden sollen, die Anpassungen an den Windbereich erfolgen dann überwiegend über den Gabelbaumtrimm.

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Obwohl die Dragon-Modelle die kleinsten Segel der Testgruppe sind, haben sie das längste Gabelbaummaß. Damit bieten sie auch bei Leichtwind bereits satte Power auf der Segelhand, das Überschreiten der Gleitschwelle fällt überdurchschnittlich leicht, da sich die Segel spürbar aufladen. Voraussetzung ist, dass man Vorliek und Gabel nicht übertrimmt und nur sehr moderat spannt. Weil der Druckpunkt weit hinten angesiedelt wurde, muss man auch die Trapeztampen weit nach hinten schieben. Das federleichte Fahrgefühl, das man angesichts des nominellen Gewichts erwarten würde, will sich voll angepowert auf der Geraden aber nicht richtig einstellen, denn die Haltekräfte sind deutlich höher. Zwar fühlt sich das Dragon Ultra weniger wuchtig an, trotzdem wirkt es beim Springen, Rotieren und in Manövern aufgrund der langen Gabel immer etwas größer, als es eigentlich ist.

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Beim Wellenabreiten spielen die Segel ihre Stärken aus

Besondere Stärken haben Dragon und Dragon Ultra eindeutig beim Wellenabreiten, kein anderes Segel vereint konstanten Grundzug auf der Segelhand mit so viel Off. Legt man die Segel im Bottom Turn flach, zieht sich das Profil auf Knopfdruck raus. Auf dem Weg nach oben zum Cutback lädt es sich dann über die Segelhand wieder auf, was kraftvoll gecarvte Turns unterstützt. Diese Stärken kommen voll zum Tragen, wenn man druckvolle Wellen in Verbindung mit wenig Wind surft – eine Kombination, die an Nord- und Ostsee allerdings nicht alltäglich ist. Umgekehrt kommt das Dragon-Konzept bei angepowerten Bedingungen fühlbar an seine Grenzen, denn mit wenig Loose Leech geriggt lässt es den Dampf in starken Böen erwartungsgemäß nicht so gut ab. Das leichte Segelgefühl geht daher bei mehr Wind schnell verloren, und auch vor dicken Sprüngen macht man dann häufiger einen Rückzieher. Umtrimmen führt hier nur begrenzt zu einer Verbesserung, denn wenn man den Segeln mehr Loose Leech verpasst, wird das im vorderen Bereich ohnehin schon flache Profil noch flacher und die Segel wirken etwas leblos.

Im direkten Vergleich bietet das Dragon Ultra zwar geringere Haltekräfte und kann Böen etwas besser tolerieren, allerdings muss man sich auch hier damit abfinden, einfach früher auf ein kleineres Segel wechseln zu müssen. Die Unterschiede zwischen Dragon und Dragon Ultra spürt man eins zu eins auch beim Wechsel auf einen anderen Mast. Neben dem Modell Northshore bietet S2Maui den Peahi mit 90 Prozent Kohle an, der nicht günstiger, dafür aber stabiler sein soll. Wie zu erwarten, ist der 90er Mast kein wirkliches Downgrade, sondern lieferte im Test eine nahezu ähnliche Performance.

Die S2Maui-Masten kosten beide gleich viel.Die S2Maui-Masten kosten beide gleich viel.

surf-Fazit zu S2Maui Dragon und S2Maui Dragon Ultra 4,9

B​eide S2Maui-Segel sind speziell! Wenn du an Spots mit Leichtwind und gutem Swell – Maui, Peru, Bretagne und Co. – unterwegs bist oder Wavesegel suchst, mit denen du auch mal freestylen kannst, sind Dragon und Dragon Ultra gute Optionen. Als Allroundsegel für Starkwind, Welle und Flachwasser fehlt beiden Segeln einfach die nötige Kontrolle. Das Dragon Ultra ist zwar im idealen Windbereich noch mal eine Spur handlicher, bietet für den Mehrpreis aber nur eine geringfügig größere Windrange.

​(+) Neutralität, Gleitpower
Windrange
Etwas trimmsensibel

Technische Daten S2Maui Dragon/S2Maui Dragon Ultra 4,9

​Segelgewichte

  • Dragon: 2,88 kg*
  • Dragon Ultra: 2,66 kg*

​Verwendete Masten

  • S2Maui Northshore RDM 370; 100 % Carbon; 535 Euro
  • S2Maui Peahi RDM; 90 % Carbon; 535 Euro

Mastgewichte

  • S2Maui Northshore: 1,42 kg*
  • S2Maui Peahi: 1,66 kg*

​Gabelaussparung: 104–154 cm*
Infos unter s2maui.com

*surf-Messung

S2Maui Dragon: Verfügbare Größen und Daten

GrößeVorliekLattenMastGabelPreis €
2,73234340128735/-
3,03364340134757/-
3,43414340141774/-
3,83484340/370147798/968
4,23644340/370155831/1002
4,63834370162878/1035
4,93944370167907/1064
5,24094400171931/1096
5,64154400178947/1139

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