Wavesegel 2026Severne S1 vs. Severne S1 Pro 5,0

Manuel Vogel

 · 23.01.2026

Severne schickt das S1  in zwei Versionen ins Rennenins Rennen
Foto: surf-Magazin
Was bei anderen Marken als „Pro“ oder „Ultra Light“ durchgehen würde, ist bei Severne seit Jahren Normalität – zumindest wenn man die nominellen Gewichte zugrunde legt. Wo dennoch die Unterschiede zwischen Severne S1 und S1 Pro liegen, haben wir ausprobiert.

Nur 2,73 Kilo bringt die Standardvariante des Severne S1 auf die Waage, möglich macht es ein minimalistisches Design, bei dem auf überflüssige Gimmicks verzichtet wird. Trotzdem wirkt das Segel im Hinblick auf die Folienstärke keineswegs unter­dimen­sioniert. Das S1 Pro hingegen ist durchzogen von engmaschigen Carbonfasern, welche in Zugrichtung ausgerichtet sind und die auftretenden Kräfte aufnehmen. Der verbindende Film ist etwas dünner, trotzdem wirkt das fertige Laminat nicht nur weich und geschmeidig, sondern sogar wertiger als das Standardmaterial beim S1. Der Rollenblock ist 90 Grad gedreht angenäht und auf die hauseigene Cyclops-Verlängerung optimiert, kann aber für Standard-Modelle umgebaut werden.

Obwohl beide Modelle eine vergleichbare Outline und identische Maße aufweisen, fallen beim Riggen kleine Unterschiede auf: Das S1 will mit leicht sichtbarem Loose Leech zwischen den oberen beiden Latten geriggt werden und wirkt insgesamt straffer abgestimmt. Legt man beim S1 Pro die gleiche Vorliekspannung an, steht das Segel nahezu komplett ohne sichtbares Loose Leech da – kann so aber bei Leichtwind durchaus gefahren werden. An der Gabel reicht bei beiden Modellen moderater Zug.

Minimale Vorteile bei der Pro-Variante

Beide S1 liegen mit dem ersten Dichtholen schön fahrstabil und ausbalanciert in den Händen, Böen werden ohne Verzögerung in Vortrieb umgewandelt, wodurch sich die beiden S1-Modelle als tadellose Gleiter präsentieren. Dichtholen, beschleunigen und gleich den ersten Sprung abschicken, das gelingt mit den Segeln problemlos. Im direkten Vergleich lädt sich das S1 Pro sogar noch einen Tick mehr auf, mehr als einen Mini-Vorteil kann man dem Edelsegel aber nicht andichten.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

surf/severne_39cc7bf5b623579423b2d2d73517f2bf

Der größte gefühlte Unterschied zwischen den beiden Modellen zeigt sich auf der Geraden: Das S1 wirkt eine Spur straffer, beim S1 Pro schluckt das Material harte Schläge einfach weg, das Segel liegt ohne jegliches Rascheln und mit stoischer Ruhe in den Händen. Auch im Leichtwindtrimm, ohne sichtbares Loose, bietet das S1 Pro eine gute Windrange, satte Gleitpower und toleriert stärkere Böen ohne zu murren. Wird es richtig windig, lassen sich beide Segel mit etwas mehr Spannung schnell in Form bringen. Weil das Topp dann sauber twistet, kann überschüssige Power entweichen, und sowohl S1 als auch S1 Pro punkten mit Top-Kontrolle, das leichte Segelgefühl bleibt über einen großen Windbereich hinweg erhalten.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Beide Severne S1 gehören zum Besten, was der Markt bietet

In Manövern wie Halsen, Duckjibes oder bei Classic Moves gehören beide Modelle zum absolut Besten, was der Markt so hergibt: Die Rotation ist butterweich, das Profil zieht sich beim Shiften auf Knopfdruck flach, was sich in Verbindung mit dem geringen Gewicht in traumhaftem Handling niederschlägt. Einzig dass beim S1 Pro die untere Segellatte etwas widerspenstig um den Mast rotiert, muss man kritisieren. Im Wave-Einsatz präsentieren sich beide Modelle als komplette Allrounder: Sie bieten einerseits Vortrieb („Drive“), um auch bei schlappen Bedingungen mit genügend Speed an der Wellenlippe anzukommen und diesen in kraftvoll gecarvte Turns oder Wave­moves umzumünzen. Trotzdem ermöglichen es beide Modelle auch, den Dampf kontrolliert entweichen zu lassen, denn das Profil zieht sich flach, sobald das Segel etwas aufgefiert oder flach abgelegt wird – eine makellose On/Off-Charakteristik ist die Folge.

Auch S1 und S1 Pro haben wir mit zwei Mastmodellen gefahren. Erfreulich ist, dass beide Segel auch absolut tadellos auf dem Severne Blue Mast funktionierten, über dessen Carbongehalt sich Severne in Schweigen hüllt, der aber ebenfalls leicht und rund 200 Euro günstiger zu haben ist. Klar, im direkten Vergleich fühlt sich der teurere Red-Mast noch mal eine Spur leichter und knackiger an, aber der Unterschied ist tatsächlich sehr überschaubar, sodass man bedenkenlos zur günstigeren Variante greifen kann.

Beide Severne-Masten 
sind sehr leicht.Beide Severne-Masten sind sehr leicht.

surf-Fazit zu Severne S1 und Severne S1 Pro 5,0

​Severne bietet mit dem S1 und dem S1 Pro zwei Modelle die als top Allround-Wavesegel bezeichnet werden können. Viel Gleitpower, federleichtes Handling und eine ausgewogene Wellen- und Manövercharakteristik sorgen dafür, dass eigentlich jede Windsurferin und jeder Windsurfer damit glücklich werden kann – egal ob beim Heizen auf Flachwasser oder in druckvollen Ozeanwellen. Weil das S1 schon so gut ist, fällt es uns schwer, Argumente zu finden, die den satten Mehrpreis des Pro-Segels rechtfertigen. Man kauft hier kaum mehr Performance, sondern lediglich das (gute) Gefühl.

Gleiten, Handling, Kontrolle
Lattenrotation beim Pro
-

Technische Daten Severne S1/Severne S1 Pro 5,0

​Segelgewichte

  • S1: 2,73 kg*
  • S1 Pro: 2,58 kg*

​Verwendete Masten

  • Severne Red RDM 400; 100 % Carbon; 825 Euro*
  • Severne Blue RDM 400; % Carbon: k.A.; 619 Euro*

Mastgewichte

  • Severne Red: 1,37 kg*
  • Severne Blue: 1,54 kg*

Gabelaussparung: 90–150 cm*
Infos unter severnesails.com

*surf-Messung

Severne S1: Verfügbare Größen und Daten

GrößeVorliekLattenMastGabelPreis €
3,03434340140775/1208
3,33434340144800/1259
3,63534340/370148838/1306
4,03734370152852/1359
4,43864370154901/1431
4,63994370156920/1464
4,84044400157925/1502
5,04144400159942/1522
5,24214400160959/1548
5,64314400165968/1604

Meistgelesen in der Rubrik Windsurfen