Manuel Vogel
· 09.01.2026
Als Nachfolger des Atlas hat NeilPryde jetzt das Apex im Programm. Was das Segel kann und wie es sich vom Modell Combat unterscheidet, verrät Segeldesigner Robert Stroj im Interview.
In den Größen 5,5qm und größer ist das Apex ein direkter Ersatz bzw. eine Weiterentwicklung des Atlas, mit weiterhin starkem Fokus auf Manövrierbarkeit und Wave-Performance. Diese Größen haben dasselbe 5-Latten-Layout wie das Atlas, jedoch mit einem höheren Aspect Ratio (d.h. einer stärker gestreckten Outline, die Red.), um das Handling zu verbessern. In den kleineren Größen (5,1 und kleiner) ist es hingegen ein komplett neues Segel, das nun auch in sehr kleinen Größen für Starkwindbedingungen hervorragend funktioniert. Das waren genau die Größen, in denen sich das Atlas mit seiner 5-Latten-Konstruktion immer etwas steif und schwer kontrollierbar angefühlt hat. Aus diesem Grund haben wir uns bei den kleinen Größen für vier Latten entschieden, um das Segel im Vergleich zum Atlas weicher, leichter und fehlerverzeihender zu machen.
Das Apex hat im Vergleich zum Combat eine höhere Aspect Ratio, im Gegensatz zum Combat wird die 4,7er Größe auf einem längeren 400er Mast gefahren. Dadurch ergibt sich eine geringere Fläche im Topp, was die Kontrolle insbesondere bei Sprüngen und Manövern in der Luft verbessert. Das Apex hat ein tieferes Profil vorne an den Latten für zusätzliche Power und Stabilität sowie eine etwas höhere Grundspannung im Segelkörper, was es direkter macht als das Combat (Hier gibt’s einen Test des NeilPryde Combat 2025, die Red.). In den größeren Größen mit fünf Latten ist dieser Unterschied zum Combat noch deutlicher spürbar, da es die zusätzliche Lattenunterstützung erlaubt, ein kraftvolleres Profil zu designen, ohne dabei die Profilstabilität zu verlieren.
Die Breite der Masttasche ist tatsächlich dieselbe wie beim Combat. Da das Profil an den Latten jedoch tiefer ist, kann es aufgebaut am Strand optisch schmaler wirken. Es stimmt aber definitiv, dass das Apex mehr Vorliekspannung besitzt. Wie oben erklärt, ist die Idee dahinter, das Segel direkter und reaktionsschneller zu machen als das Combat, das stark auf ein sehr fehlerverzeihendes, weiches Gefühl in der Welle ausgelegt ist.
Meiner Meinung nach ist das Apex ein unkompliziertes Allroundsegel für Onshore- oder gemischte Onshore/Sideshore-Bedingungen. In den größeren Größen liefert es auch bei unkonstantem Wind viel Power und Vortrieb, während die kleinen 4-Latten-Größen bei starkem, stürmischem Wind glänzen und die bevorzugten Segel unserer Fahrer in Pozo sind. Während des Fotoshootings mit dem 4.3er habe ich sehr interessante und positive Kommentare bekommen, sogar von Fahrern, die überwiegend in Hookipa auf dem Wasser sind und traditionell zum Combat greifen. Die kleinere Toppfläche und die getreckte Outline sorgen dafür, dass das Segel gut rotiert und unter Kontrolle bleibt. Natürlich ist es nicht nur für Topfahrer gedacht, die solche Sprünge und Manöver zeigen können, sondern auch das perfekte Segel für alle, die ein Starkwindsegel suchen – egal ob auf Flachwasser oder bei Bump & Jump-Bedingungen.