Alles oder nichts auf FuerteFreestyle-Elite und Slalom-X-Racer im WM-Modus

Yentel Caers dürfte einer der ganz heißen Kandidaten auf den Sieg im Freestyle sein.
Foto: Carter / pwaworldtour.com
Teil 2 der Kanaren-Tour 2026: Auf Fuerteventura sind die Freestyler und die Slalom-X-Racer dran – und es werden die ersten WM-Titel vergeben!

Der Fuerteventura Grand Slam am Rene Egli Center in Sotavento ist auch 2026 zweigeteilt: Den Auftakt machen vom 17. bis zum 21. Juli die Freestyler, Slalom X folgt dann vom 22. bis zum 26. Juli. Während die Freestyler auf die Rückkehr des Windes hoffen und sich einige Favoriten bereits in starker Frühform für das erste Event des Jahres zeigen, geht es im Slalom X ohne Umwege direkt um WM-Titel. Starkwind, ruppiger Chop, Hindernisse, Comebacks und offene Favoritenrollen – die Zutaten für ein spektakuläres Event sind vorhanden. Jetzt muss nur noch Fuerte liefern.

Freestyle – Flaute vor dem Sturm?

​Der große Freestyle-Showdown der PWA World Tour steht an. Nach dem Wave-Event in Pozo richtet sich der Blick nun auf die Flachwasser-Action – auch wenn sich der Wind kurz vor dem Start noch rar macht. Die Teilnehmende, die früh angereist sind, könnten deshalb einen klaren Vorteil haben. In den vergangenen Tagen gab es auf Fuerteventura noch typische Bedingungen: starker Offshore-Wind und ruppigen Chop. Aktuell ist jedoch Flaute angesagt – wer die Starkwind-Sessions genutzt hat, geht also deutlich besser vorbereitet ins Event.

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Als Mann der Stunde präsentiert sich Yentel Caers. Der Belgier zeigte im Training eine beeindruckende Bandbreite an Double-Power-Moves: Air Funnel Burner, Double Burner, Double Air Culo und so weiter. Gerüchten zufolge soll er sogar einen Double Air Culo direkt in einen weiteren Culo gestanden haben. Irre. Das wäre in der Wertung ein neuer Move. Wenn er diese Moves im Heat abrufen kann, dürfte Caers einer der ganz heißen Kandidaten auf den Sieg sein.

Ebenfalls stark unterwegs ist Yentels Mitbewohner Bodhi Kempen vom Brouwersdam, der nach seinem siebten Platz im Vorjahr den nächsten Schritt machen könnte. Mit Double Culos, Kabikuchis und Moves wie Kabi into Kono bringt er ein Paket mit, das für Überraschungen sorgen kann. Auch Routinier Steven Van Broeckhoven sollte man nicht abschreiben: Der 40-Jährige bewegt sich mittlerweile oft etwas unter dem Radar, landete 2023 aber auf dem Podium und wirkt auch diesmal wieder gefährlich konstant.

Spannend wird auch, wer die Lücken nutzt, die durch prominente Abwesenheiten entstehen. Fahrer wie Adrien Bosson, Nicolas Akgazciyan oder Niclas Nebelung sind nicht gemeldet. Dafür sind unter anderem Davy Scheffers, Youp Schmit und Rückkehrer Björn Saragoza vor Ort – Letzterer könnte mit niedrigem Seeding früh für schwere Lose bei den Topfahrern sorgen.

Die Mitfavoriten Lennart Neubauer und Jacopo Testa sind zwar noch nicht angereist, doch stehen selbstverständlich auf der Liste und werden allen genannten Fahrern das Leben schwer machen.

Bei den Frauen deutet sich erneut ein großes Duell an: Sarah-Quita Offringa gegen Maaike Huvermann. Im Vorjahr konnte Huvermann Sarah-Quita auf Fuerteventura erstmals seit vielen Jahren in einem Heat schlagen. Trotz einer Verletzungspause im Winter wirkt die Niederländerin im Training sehr konstant und hat Moves wie Spock Culo, Spock Kono und Shove-it Spock im Gepäck. Offringa kommt aus Pozo und wird zeigen müssen, wie schnell sie wieder in den Freestyle-Modus findet.

Dahinter lauern weitere Podiumskandidatinnen: Lisa Kloster hat sich deutlich gesteigert und arbeitet an Culos und Spot Culos. Sandra Schill gibt ihr PWA-Debüt und bringt mit Skopus, Konos, Flakas und Spocks genügend Potenzial mit, um direkt für Aufsehen zu sorgen.

Ob der Wind rechtzeitig zurückkehrt, bleibt die große Frage. Klar ist aber: Wenn Sotavento liefert, könnte dieser Freestyle World Cup so richtig spannend werden.

Slalom X – Kein Spielraum für Fehler

Spektakuläre Finnen-Rennen bei viel Wind, spannende Ziel-Einläufe und Drama an den Hindernissen - das erhoffen sich Organisatoren und Fahrer vom Slalom X. Die Finne scheint ein kleines Revival zu feiern, spürte Defi-Wind-Sieger Nico Prien, und auch bei der One Hour am Gardasee trat unter anderem Matteo Iachino lieber auf der Finne als mit dem Foil an. Doch der Contest auf Fuerte ist der einzige Slalom-X-Event der ganzen Saison, hier werden also schon die WM-Titel bei den Damen und den Herren vergeben. Kein Spielraum für Fehler, keine zweite Chance.

Dementsprechend ist das Starterfeld picke-packe-voll mit Top-Leuten: Weltmeister Pierre Mortefon, Matteo Iachino, Nico Prien, Maciek Rutkowski, Jordy Vonk, Maciek Rutkowski, Cedric Bordes, Amado Vriewswijk - alle haben das Zeug zu einem Sieg. Top-Favorit ist aber natürlich der amtierende Weltmeister Mortefon, der im vergangenen Jahr trotz Sponsoren- und Material-Trouble gewann und jetzt mit neuen Segeln nochmal mehr Konzentration mitbringen dürfte.

Die Damen haben auch im vergangenen Jahr schon auf Fuerte ihre Weltmeisterin mit nur einem Event gekürt. Doch Sarah-Quita Offringa, amtierende Weltmeisterin, ist bislang noch nicht fürs Racing gemeldet. Will sie sich ganz auf den Freestyle konzentrieren? Damit jedenfalls rücken Justine Lemeteyer, im vergangenen Jahr Vize-Weltmeisterin, und Speed-Weltrekordlerin Jenna Gibson in den Fokus. Diese beiden könnten den Titel unter sich ausmachen - oder gelingt den Mega-Talenten Bobbi-Lynn und Kit de Jong der große Durchbruch? Zugleich ist mit Marion Mortefon auch eine Fahrerin dabei, die jede Menge Erfahrung mitbringt und ebenfalls weiß, wie man Weltmeisterin wird.

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Julian Wiemar

Julian Wiemar

Redakteur surf

Julian, 1996 in Köln geboren, zählt zu den besten deutschen Freestyle-Windsurfern und trainiert bis heute regelmäßig auf dem Rhein. Nach deutschem Meistertitel und mehreren Jahren an internationalen Top-Spots mit Weltcup-Ambitionen fand er über Reise- und Revierberichte den Weg zum surf-Magazin. Dort absolvierte er ein Volontariat und arbeitet heute als Redakteur, der seine Erfahrungen und Leidenschaft für den Windsurfsport mit den Lesern teilt.

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