Julian Wiemar
· 20.10.2026
Eigentlich wollte Philip Köster den Aloha Classic auslassen und seine Titelchance beim großen Saisonfinale in Chile suchen. Nach seinem fünften Platz auf Tiree hat der fünffache Weltmeister jedoch umgeplant: Köster, Marc Paré und Marino Gil sind von Schottland direkt nach Maui weitergereist.
Damit bekommt der vorletzte Fünf-Sterne-World-Cup der Saison einen zusätzlichen Spannungsfaktor. Paré wurde auf Tiree Dritter, Köster schied im Viertelfinale gegen Marino Gil aus und belegte Rang fünf. Der Abstand an der Spitze bleibt zunächst unverändert: Paré führt mit 24.500 Punkten vor Köster mit 23.300 Punkten. Nur 1.200 Punkte trennen den amtierenden Weltmeister vom Deutschen. In der aktuell veröffentlichten Rangliste werden bislang nur die drei besten Resultate berücksichtigt, da erst drei Events mit 5-Sterne-Ranking stattgefunden haben. Für die Endabrechnung der Saison werden die vier besten Ergebnisse jedes Fahrers zählen.
Ein Selbstläufer wird Maui für beide nicht. Titelverteidiger Morgan Noireaux und Maui-Pro-Sieger Bernd Roediger kennen jeden Stein auf dem Riff von Ho’okipa. Auch Marcilio Browne, Antoine Martin, Kai Lenny und Levi Siver gehören bei passenden Bedingungen zum engsten Favoritenkreis.
Bei den Frauen starten Lina Erpenstein und Maria Behrens weiterhin als Nummer eins und zwei der Weltrangliste. Erpenstein führt mit 21.755 Punkten, Behrens folgt mit 20.320 Punkten – allerdings liegt die Französin Marine Hunter mit nur 80 Punkten hinter ihr. Sol Degrieck lauert auf Rang vier.
Beide Deutschen haben im Frühjahr bereits gezeigt, dass sie Ho’okipa beherrschen: Behrens wurde beim Maui Pro Zweite, Erpenstein verpasste als Vierte das Podium lediglich um 0,06 Punkte. Da Sarah-Quita Offringa wegen ihrer Fußverletzung ausfällt, ist der Weg zu einem erstmaligen Wave-Weltmeistertitel für Erpenstein oder Behrens so offen wie selten zuvor.
Der Aloha Classic läuft bis zum 30. Oktober. Die endgültige Entscheidung um die Weltmeistertitel fällt anschließend beim Grand Final in Chile vom 14. bis 29. November. Maui dürfte aber entscheidend dafür sein, wer mit der besten Ausgangslage zum Saisonfinale reist.
Die Bedingungen könnten in dieser Woche zunächst etwas Geduld verlangen: Der Passat zieht zwar aktuell noch kräftig durch, doch leider fehlt der Nordswell. Ab Mittwoch soll der Wind deutlich nachlassen. Ein kleiner neuer Nordwest-Swell könnte Mauis Northshore am Donnerstag und Freitag zumindest etwas beleben, bevor für das Wochenende ein größerer Nordnordwest-Swell mit längerer Periode erwartet wird. Da dann auch der Passat wieder leicht zulegen könnte, zeichnet sich zum Wochenende das aussichtsreichste Zeitfenster für solide Wettkampfbedingungen ab.

Redakteur surf
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