AtterseeWindsurfer LT-EM mit großem Feld und Wind-Glück - Brudek holt Gold in seiner Gruppe

Alois Mühlegger

 · 02.06.2026

Windsurfer LT: Neue Segeldesigns sorgen für ein farbenfrohes Bild.
Foto: Veranstalter
Weit über 100 Windsurfer LT-Athleten waren bei der EM auf dem Attersee dabei. Guter Wind und perfekte Organisation sorgten für einen optimalen Event, Lasse Brudek holte Gold in seiner Gewichtsgruppe und Silber in der Overall-Wertung.

​„Ist das nicht ein herrliches Bild“, schwärmte Michael Farthofer, Clubpräsident vom UYCAs und freute sich nicht nur über die bunten Windsurfersegel, sondern auch über seinen Wagemut, als Seglerverein erstmals eine Europameisterschaft für Windsurfer auszutragen. „Wir wollten mal versuchen, frischen Wind und lässigen Surfstyle auf das großzügige Gelände des Union Yacht Club Attersee zu bringen.“

Es ist dem traditionsreichen Segelclub gelungen, und wie. „Alles stimmte, die Wettfahrtleitung unter Race Officer Gert Schmidleitner machte einen tollen Job, die ehrenamtlichen Mitglieder schufen mit ihrer Freundlichkeit ein Wohlfühlambiente und die Gastronomie lieferte die tägliche Abendverpflegung pünktlich“, zollten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Lob.



Kursrennen, Marathon und Freestyle

Dass dann auch noch der Wind an vier von fünf Wettfahrtagen mitspielte, wenn auch böig und drehend, setzte der EM die Krone auf und lieferte nicht nur fünf Kursrennen plus einem Marathon ab, als Zuckerl für die Zuschauer:innen tricksten die Damen und Herren beim Freestyle-Wettbewerb mit artistischen Moves – auf der Kante vorwärts, rückwärts, Segel back oder rotierend.

Dass Christoph Sieber als Favorit in die heimische Europameisterschaft der Windsurfer LT geht, war eh klar. Der Olympiasieger von 2000 in Sydney auf dem langen Mistral One Design, nach seinem Erfolg zwischenzeitlich ins Seglerlager gewechselt, hatte ja 2018 bei der „Worlds“ am Gardasee ein erfolgreiches Comeback auf dem neuen Windsurfer LT gefeiert. Allerdings kündigte sich für die EM mit dem Neuseeländer Bruce Kendall ein weiterer Olympiasieger (1988) an, der ebenfalls in die leichte Gewichtsgruppe A eingestuft wurde. Am Ende sicherte sich Sieber in Gruppe A den Titel, für Kendall reichte es zu Rang drei. Angekündigt, aber nicht am Start, Stephan van den Berg (NED), der erste Olympiasieger von 1984.

Lasse Brudek holt EM-Silber overall und gewint seine Gruppe

Top Leistung von Lasse BrudekFoto: VeranstalterTop Leistung von Lasse Brudek

Vier Gewichtsklassen der über 100 Herren traten an, dazu die 15 Damen, und ergaben pro Gruppe Felder um die 25 Starter, die im Abstand von jeweils sieben Minuten auf den Kurs geschickt wurden. Neben dem starken holländischen Team waren diesmal die Deutschen mit 27 Fahrerinnen und Fahrern die zweitstärkste Nation, das mit einem Fotoshooting demonstriert wurde.

Auch wenn der Gesamtsieg aus Kursrennen und Marathon an den Niederländer Marcel van der Ploeg ging, so konnte sich Lasse Brudek vom WSC Jade Wilhelmshaven den Vizetitel overall sichern. In seiner Gewichtsklasse und im Long Distance holte Lasse dabei sogar den EM-Titel. Nur einen Punkt dahinter lag der Franzose Jean Michel Pautrec. Leider stand bei der Siegerehrung der Damen nur die US-Amerikanerin Olga Gorbatykh auf dem Treppchen, Platz zwei und drei ging nach Italien (Bruna Ferracane vor Benedetta Barone), die wie viele andere schon die Heimreise angetreten hatten.

Sie erlebten auch nicht das fulminante Ende einer gelungenen EM, denn ein heftigster Gewittersturm mit Spitzenwerten um die 48 Knoten sorgte im Fahrerlager noch für fliegende Riggs und Boards.

Alle Ergebnisse auf windsurfer-ec2026.uycas.at


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