BakterienFrühwarnsystem für Vibrionen in der Ostsee wird erprobt

SURF

 · 13.06.2025

Bakterien: Frühwarnsystem für Vibrionen in der Ostsee wird erprobtFoto: Gunnar Rosenow
Kühlungsborn gehört zu den besten Wave-Spots an der Ostsee
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde arbeiten an einem Frühwarnsystem für gefährliche Vibrionen in der Ostsee. Mittels Drohnentechnik und künstlicher Intelligenz sollen erhöhte Bakterienvorkommen frühzeitig erkannt werden. Ein Testlauf des Systems ist für Sommer 2026 geplant.

Themen in diesem Artikel

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) entwickelt ein innovatives Frühwarnsystem, um Badegäste besser vor gefährlichen Vibrionen in der Ostsee zu schützen. Obwohl Infektionen mit diesen Bakterien selten sind, können sie vor allem für ältere Menschen mit Vorerkrankungen lebensbedrohlich sein. Im vergangenen Jahr wurden zwei Todesfälle im Zusammenhang mit Vibrionen-Infektionen gemeldet. Das neue System soll erhöhte Bakterienvorkommen frühzeitig erkennen und so zur Sicherheit der Badegäste beitragen.

Drohnentechnik und KI im Einsatz

Mikrobiologe Matthias Labrenz und sein Team vom IOW haben einer Mitteilung zufolge über ein Jahr lang an 15 Standorten zwischen Rostock und Heiligendamm regelmäßig Wasserproben entnommen und analysiert. Diese umfangreiche Datensammlung bildet die Grundlage für das Frühwarnsystem. Die Ergebnisse sollen helfen, das Auftreten der gefährlichen Bakterien besser vorherzusagen und so rechtzeitig Warnungen aussprechen zu können.

Ab 2026 soll eine mit einer speziellen Kamera ausgestattete Drohne zum Einsatz kommen, um erhöhte Vibrionen-Vorkommen zu erkennen. “Fliegt sie über einen Strand, kann sie die Spektralfarben messen und so zeigen, ob Blaualgen vermehrt vorhanden sind”, erklärte Labrenz gegenüber dem NDR. Kurze Zeit später sei dann auch mit mehr Vibrionen zu rechnen, da sich diese von absterbenden Blaualgen ernähren. Die von der Drohne gesammelten Daten sollen über einen Satelliten ans IOW gesendet und dort mittels künstlicher Intelligenz innerhalb weniger Minuten ausgewertet werden.

Vibrionen in der Ostsee: Ein wachsendes Problem

Vibrionen vermehren sich bei steigenden Wassertemperaturen zunehmend in der Ostsee. In den letzten Jahren wurden diese Bakterien vermehrt nachgewiesen, was mit der kontinuierlichen Erwärmung des Wassers in Zusammenhang steht. Besonders gut gedeihen Vibrionen bei Wassertemperaturen über 20 Grad und in Gewässern mit mittlerem Salzgehalt - Bedingungen, die in der Ostsee immer häufiger anzutreffen sind.

Für gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem besteht beim Baden oder Wassersport in der Regel kein Grund zur Sorge. Vibrionen können jedoch über offene Wunden wie Schnitte, Kratzer oder Schürfwunden in den Körper gelangen. Ein auffälliges Symptom einer Infektion ist ein ungewöhnlich starker Schmerz, auch bei kleinen Verletzungen. In solchen Fällen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Bei frühzeitiger Erkennung lässt sich eine Vibrionen-Infektion in den meisten Fällen durch Antibiotika gut behandeln.

Vorsichtsmaßnahmen für Wassersportler

Für Wassersportler und Badegäste ist es wichtig, kleinere Wunden sorgfältig zu versorgen und zu beobachten. Kratzer, Schnitte oder Schürfwunden sollten gründlich gereinigt, desinfiziert und mit einem Pflaster abgedeckt werden. Anschließend gilt es, die verletzte Stelle regelmäßig zu kontrollieren. Bei einer normalen Wundheilung sollten Schmerzen, Rötung und Schwellung zurückgehen. Die Wunde sollte spätestens nach einigen Tagen trocken sein. Ist dies nicht der Fall oder treten ungewöhnlich starke Schmerzen auf, empfiehlt sich zur Vermeidung von Komplikationen ein Besuch beim Arzt.


Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Meistgelesen in der Rubrik Windsurfen