BasicsWie bekommt man eine Segelnummer im Windsurfen?

SURF Redaktion

 · 11.04.2025

Basics: Wie bekommt man eine Segelnummer im Windsurfen?Foto: Carter/pwaworldtour.com
Viel mehr als nur ein Erkennungs-Merkmal: Die eigene Segelnummer
Für einige Regatten ist eine Segelnummer vorgeschrieben, außerdem betrachten viele eine eigene Nummer mit vielen Emotionen. Aber wie bekommt man eine Segelnummer?

Wenn jemand mit Segelnummer am Strand auftaucht, bekommt er oder sie gleich ein kleines bisschen mehr Respekt - völlig unabhängig davon, wie das Level auf dem Wasser aussieht. Ein Sticker mit Länderkürzel samt Zahl wirkt unbewusst wie ein Orden: “Schaut her, da ist jemand, der es ernst meint und sich mit den Besten misst!” Und wie bei einem Auto-Kennzeichen gibt es Menschen, die eine enge emotionale Verbindung zu ihrer Nummer haben, bestimmte Segelnummern umweht dazu noch ein Mythos. Wer die 1111 ergattert hat, sieht sich in direkter Verwandtschaft zu Robby Naish, E-11 ist zur Marke geworden, und G-16 kennt auch fast jedes Kind.

Antrag auf eine Segelnummer stellen

In Deutschland ist die German Windsurfing Association (GWA) für die Verwaltung der Segelnummern im Shortboardbereich zuständig. Offizielle GWA-Segelnummern werden ausschließlich an Mitglieder der Organisation vergeben. Die Vergabe erfolgt nach einer festgelegten Ordnung durch die GWA-Geschäftsstelle. Ist eine Wunschnummer noch frei, kann sie ohne Weiteres vergeben werden. Wer allerdings über einen längeren Zeitraum nicht mehr aktiv an GWA-Regatten teilnimmt, kann seine Nummer auch wieder verlieren.

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Windsurfer, die eine offizielle Segelnummer erhalten möchten, müssen zunächst Mitglied in der German Windsurfing Association werden. Die Mitgliedschaft in der GWA bietet neben der Möglichkeit, eine Segelnummer zu erhalten, oft auch weitere Vorteile wie Zugang zu Wettkämpfen und Informationen aus erster Hand.

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Einen Antrag auf eine Segelnummer könnt ihr hier bei der GWA stellen - dort gibt es auch eine Liste der vergebenen Segelnummern!

Ausnahmen bei den Segelnummern

Bei Nachwuchs- und Jedermann-Regatten wie etwa dem Racer of the Sea sind Segelnummern jedoch nicht vorgeschrieben. Häufig legen vor allem die Veranstalter von offiziellen Ranglisten-Regatten wert auf eine gut lesbare Segelnummer. Das gilt vor allem für die Racing-Disziplinen, im Wave und Freestyler gehen auch im World Cup immer einige Fahrerinnen und Fahrer ohne Segelnummer an den Start. Das wird oftmals toleriert, doch kann auch Nachteile haben, vor allem bei gleichem Material. “Wenn ich einen Fahrer mit einer Nummer eindeutig erkennen kann, spreche ich öfter über ihn oder sie”, erklärte PWA-Kommentator Ben Proffitt in der vergangenen Saison während eines Events. Auch bei Bildern ist es in der Berichterstattung dankbarer, wenn die Athleten eindeutig zu identifizieren sind.

In einigen Regionen sieht man auch viele Fantasie-Nummern mit Kürzeln wie BY für Bayern und SAX für Sachsen. Im Gegensatz zum Kennzeichen beim Auto kann sich jeder frei ins Segel kleben, was gefällt. Wenn man damit bei einer Wettfahrt an den Start gehen will, sollte man aber vorher das Okay für der Regattaleitung einholen.

Länderkürzel bei Segelnummern: G oder GER?

Im Windsurfen wurden die Segelnummern lange Zeit intern geregelt, erst Ende der Neunziger schloss man sich der Regelung aus dem Segelsport an, nach der das Länderkürzel aus drei Buchstaben bestehen muss. Viele Fahrerinnen und Fahrer, die auch an IFCA-Regatten teilnehmen, waren daher zum Umstieg gezwungen, heute fahren fast alle Racer mit dreistelligen Abkürzungen. Im Wave- und Freestyle-Bereich hingegen sind die alten Kürzel weiter üblich, diese bestehen oftmals nur aus einem oder zwei Buchstaben und passen besser in die kleineren Segel. Zudem sind die Windsurf-Kürzel für Viele einfach “cooler” als die Vorgaben aus der Segler-Welt.

Während G und GER für Deutschland noch naheliegend sind, weichen die IFCA-Kürzel anderswo deutlich von den alten Windsurf-Bezeichnungen ab. “K” steht als “Kingdom” für Großbritannien, auch zahlreiche ehemalige Kolonien bekamen noch das K verpasst (”KA” für Australien, “KBA” für Barbados). Die Schweiz hatte vor “SUI” einfach ein “Z”, Dänemark war “D” statt “DEN”, und die Niederlande waren mit “H” statt “NED” einfach nur Holland.

So müssen Segelnummern aussehen, hier werden sie gedruckt

Wie die Segelnummer genau auszusehen hat, auch dafür machen einige Organisationen genaue Vorgaben. Die GWA schreibt beispielsweise, die einzelnen Ziffern und Buchstaben müssten mindestens 230 mm hoch sein, der Abstand müsse 45 mm betragen, und der Hintergrund muss weiß sein. Andere Organisationen können davon gegebenenfalls abweichen, auch hier sollte man im Zweifel kurz mit den Kampfrichtern sprechen. Viele Hersteller versorgen ihre Teams mit Segelnummern in einem bestimmten Look - wer nicht an offiziellen Regatten teilnehmen möchte, kann sich dabei auch frei austoben.

Es gibt mehrere Anbieter, die Segelnummern und andere Sticker auf Bestellung individuell erstellen und drucken. Tramontana Grafixx etwa versorgt nicht nur viele Profis, sondern druckt auch die Sponsoren-Sticker für den World Cup auf Sylt und viele andere Events. Eine weitere Anlaufstelle ist etwa stickers4sails.com


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