Behind the scenesTest Tobago 2026, Teil 2 - Racing, Baby!

Manuel Vogel

 · 08.02.2026

Parallelflug! Wing- und Foil im Synchron-Test
Foto: surf Magazin
Kilometerlange Test-Runs wechseln sich ab mit Dümpeln, Foto-Sessions und Büroarbeit. Und wenn der Wind mal gar nicht reicht, gibt es ja zum Glück noch Foils! Was sonst noch so in den ersten Tagen des surf-Tests passiert ist, erzählen wir im Blog!

Was für ein Start in den Test! Kaum waren die Freeraceboards aus den Bags gezogen, mussten sie auch schon auf dem Wasser in beinharten Duellen gegeneinander antreten. Der Auftakt hätte kaum besser laufen können, trotz etwas löchrigem Wind haben wir die erste Test-Gruppe schon fast abgeschlossen. Zehn Freeraceboards mit etwa 75 cm Breite sind dabei, und soviel sei verraten: Die Unterschiede sind bereits auf den ersten Metern spürbar. Das Test-Prozedere ist dabei etabliert: Immer zwei in etwa gleich schwere Fahrer treten mit identischen Riggs gegeneinander an. Angleiten, Beschleunigen, Durchgleiten, Speed - alles wird mehrfach gegeneinander ausgefahren, bevor die Boards getauscht werden und das Ganze von vorne beginnt. Am Ende kommt so für jede Kategorie eine Rangliste zustande, die die komplette Bandbreite der Testgruppe abbildet.

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Dabei gilt es zwar, sich sehr genau mit dem Testpartner abzustimmen und aufeinander zu achten - doch wenn es läuft macht es Riesen-Spaß! Kilometerlange Speedruns dicht hintereinander, immer versuchen, noch ein bisschen mehr aus dem Material herauszuquetschen und das Rennen zu gewinnen. Und nach dem Tausch die Frage: War der andere wirklich schneller oder war doch das Board der entscheidende Faktor? Zwischendurch immer wieder Meeresschildkröten, fliegende Fische und Rochen im kristallklaren Wasser - traumhaft!

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Doch immer wieder legte der Wind an unserem Test-Spot am Pigeon Point zwischendurch die eine oder andere Pause ein. Dümpeln, Pumpen, kurz in die Schlaufen, im nächsten Windloch wieder raus, auf die nächste Böe hoffen - bisweilen waren die Testfahrten trotz allem etwas zäh. Kein Problem, wir haben ja noch mehr spannendes Spielzeug dabei: Manuel nutzte die Phasen, in denen der Wind nicht zum Gleiten mit dem 7,7er ausreichte, für einige Test-Runs mit neuem Wingfoil-Material, während Stephan die Foil-Eignung der Freeracer ausprobierte. Und wenn gar nichts geht, gibt es immer noch reichlich Bilder zu machen, von allen Test-Modellen und ihren Details. Es könnte schlimmer sein, als das in einer fast schon kitschigen Palmen-Kulisse abzuarbeiten, doch der aufgeheizte Sand und die grelle Sonne machen den Foto-Spot am Strand zu einem Glutofen - oder, wie Stephan es formulierte: “Das ist wie Ober- und Unterhitze mit Umluft!”

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Für die kommenden Tage ist wieder etwas mehr Wind angesagt, so dass hoffentlich schnell die letzten Fahrten im oberen Windbereich fertig gemacht werden können. Danach steht dann etwas kleineres Material auf dem Plan - was das ist, verraten wir bald hier!

​Teil 1: Nur das Nötigste

Einer geht noch...
Foto: surf-Magazin

Unsere Redakteure sind derzeit wieder für eine große Produktion auf Tobago für unterwegs. Aktuelle Einblicke gibt’s in unserem Testblog.

Das Timing hätte nicht besser sein können - Boardbags rein, Klappe dicht und haarscharf dem Schneechaos am Frankfurter Flughafen entkommen. Auf dem 10-stündigen Flug über den Atlantik gab es dann genug Zeit, erstmal durchzupusten, denn hinter der Tatsache, dass jetzt 17 prall gefüllte Boardbags im Bauch des Condor-Fliegers schlummerten, steckt eine Menge Arbeit: Von der Zusammenstellung der Testgruppen, über das Bestellen, Auspacken, Verpacken der Bags bis hin zum Einchecken am Flughafen fließt so manche Schweißperle über die Stirn von Redakteur Stephan, der in diesem Fall für die Organisation des Tests verantwortlich war.

Am Flughafen in Tobago warteten bereits Brett Kenny und seine Crew von Radical Sports Tobago, die ein wichtiger Grund sind, warum wir immer wieder hierher kommen. Eine gut ausgestattete Surfstation als Basis zu haben, ist für uns unerlässlich, zusätzlich sorgen hier der verlässliche Passatwind sowie eine tolle Fotokulisse am Spot Pigeon Point für ideale Rahmenbedingungen. Neben einigen Board- und Segelgruppen für die Tests der Materialneuheiten, stehen auch kleinere Tutorials und Webinar-Inhalte auf unserer prall gefüllten To-do-Liste. Bevor es aufs Wasser gehen konnte, hieß es aber erstmal: Auspacken und vorbereiten!

Nur das Nötigste! 17 Boardbags, prall gefüllt mit neuen Produkten haben wir nach Tobago mitgebrachtNur das Nötigste! 17 Boardbags, prall gefüllt mit neuen Produkten haben wir nach Tobago mitgebracht

Mit einigen Doubles im Magen, jenen landestypischen Teigtaschen mit scharfer Kichererbsen-Füllung, arbeitet es sich leichter. Aus unseren 17 Bags kamen so allerlei spannende Neuheiten ans Licht - etwa das neue Boardmodell von Duotone, genannt Blitz, das Freeraceboard White Tiger von Future Fly oder eine Neuheit von MS Fins, die während der Fahrt Luft durch kleine Kanäle ansaugt und an der Abrisskante ausströmen lässt - kein Scherz.

Nach drei Stunden Segel-bestickern und Schlaufen-montieren machte sich aber dann am Beach doch langsam Unruhe breit, denn die Palmen wogen mit jeder Minute stärker im Wind - also raus aufs Wasser, um den Jetlag aus den Knochen zu surfen. Mit reichlich Sonnencreme bewaffnet, konnten wir bereits die ersten Runden mit den 7,0er Segeln und den großen Freeraceboards drehen. Der Kontrast zur kalten Heimat hätte dabei nicht größer sein können: 30 Grad Luft, 27 Grad Wasser, Palmenstrand - Surferherz was willst du mehr. Wenn wir das erste Mal mit einer Boardgruppe aufs Wasser gehen, beginnen wir oft mit einer sogenannten Manöverrunde, will heißen: Jeder Tester behält sein Segel und wir wechseln im Zyklus von etwa 20 bis 30 Minuten die Boards reihum durch. Auf diese Weise werden die Stärken und Schwächen der Boards beim Gleiten, bei der Kontrolle im Chop und natürlich in den Manövern besonders deutlich. Spätestens nach vier Boards sichert jeder Tester seine Eindrücke - am Abend werden wir dann zusammensitzen, um die Eindrücke zu besprechen.

Unsere 4-köpfige Testcrew bestehend aus Tobi, Stephan, Franky und Manuel wird in den kommenden Wochen sicher reichlich Seemeilen herunterrattern. Was wir hier so erleben, welche Neuheiten euch in den kommenden Ausgaben erwarten und was sonst noch so passiert, lest ihr regelmäßig im Test-Blog.

Manuel Vogel

Manuel Vogel

Redakteur surf

Manuel Vogel (Jg. 1981) lebt in Kiel und stand bereits mit sechs Jahren auf dem Windsurfboard in der Surfschule seines Vaters. Nach über 15 Jahren als Windsurflehrer und seit 2003 im surf-Testteam arbeitet er seit 2013 als Redakteur für Test und Fahrtechnik. Seit 2021 ist er zudem begeisterter Wingfoiler – vor allem an der Ostsee und in den Wellen Dänemarks.

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