Tobias Frauen
· 03.10.2026
Die Hoffnung war gering, aber sie war gestern abends da: Die Vorhersage versprach noch eine Mini-Chance auf weitere Freestyle-Heats oder gar Waveriding, deswegen wurden am Samstag morgen schon ab 7:30 Uhr die Bedingungen gecheckt. Leider vergeblich, der Wind hatte zwar auf Süd gedreht und wehte sideshore, doch mit gerade einmal 12 bis 14 Knoten. Zu wenig für den Start der Freestyle Double Elimination, deswegen blieb es beim Ergebnis von Mittwoch: Lennart Neubauer gewinnt nach Fuerte auch auf Sylt und ist damit Freestyle-Weltmeister 2026!
„Es ist wirklich unglaublich. Als ich zehn war, habe ich mir das erste Mal gesagt, mein Ziel ist es Weltmeister zu werden. Bis vor ein paar Jahren habe ich gar nicht geglaubt, dass es erreichbar ist. Irgendwann, als ich dann vor ein paar Jahren das erste Mal hier auf Sylt das Event gewonnen habe, dachte ich, vielleicht ist es doch nicht unmöglich. Es hat dann in 2024 geklappt und jetzt mein zweiter WM-Titel, das ist unfassbar“, so Lennart Neubauer sichtlich emotional kurz nach der Verkündung. Balz Müller ist mit seinem vierten Platz hier auf Sylt Vizeweltmeister, Yentel Caers ist WM-Dritter.
Am Mittag durften dann die Slalom-Fahrer raus, um die am Donnerstag begonnene achte Elimination zu Ende zu fahren. Im Gegensatz zum Rest der Woche lag der Kurs dicht am Ufer, mit der Ziellinie direkt vor dem Fahrerlager - beste Sicht für die Massen an Zuschauern, die sich am Feiertag in strahlendem Sonnenschein über die Promenade schoben.
Fabias Wolf ging mit 0,3 Punkten Vorsprung auf Matteo Iachino in den Tag und war dem Worldcup-Sieg auf Sylt zum Greifen nah. In seinem Viertelfinale kam Wolf als Dritter unspektakulär weiter, ebenso wie Nico Prien. Im Halbfinale trafen die beiden dann aufeinander - auch wörtlich: Am Ausgang der ersten Halse stürzte Nico, und Fabi konnte knapp hinter ihm nicht mehr ausweichen und ging ebenfalls vom Board. “Ich wollte ins Finale und die Halse so eng wie möglich fahren, dabei bin ich reingefallen”, beschrieb Nico die Situation. Damit war der Finaleinzug für Fabi futsch, der Sieg im kleinen Finale nur ein sehr schwacher Trost.
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Denn mit einem neunten Platz reichte seinem engsten Verfolger Matteo Iachino im Finale Rang drei, um an Wolf vorbeizuziehen. Pierre Mortefon holte seinen ersten Sieg in dieser Woche, vor Amado Vrieswijk. Da der Wind beim Versuch, eine neunte Elimination zu starten dann weiter nachließ, blieb es bei diesem Zwischenstand, Fabian Wolf hatte keine Chance mehr, diesen Ausrutscher wieder wettzumachen und wird Zweiter hier auf Sylt. Sein bestes Ergebnis bei einem “großen” Worldcup und das Ende eine herausragenden Woche, aber sicherlich weniger als er sich erhofft hatte.
„Gerade ist es eine Mischung aus Stolz und ein bisschen Traurigkeit. Ich kann auf jeden Fall stolz auf mich sein, wie ich über die ganze Woche abgeliefert habe. Bin wirklich bis zum letzten Rennen um den Sieg mitgefahren. Es so am Ende zu verlieren, ist natürlich schade und habe es am Ende leider nicht beeinflussen können. Das gehört aber dazu und ich glaube, ab morgen überwiegt der Stolz. Das Event war mega und vielen Dank an alle, die mich hier unterstützt haben“, so Fabian Wolf nach dem letzten Rennen.
Die Waverider mussten ihr Material wieder einpacken, ohne dass es einmal Nordsee-Wasser gesehen hat. Damit geht Marc Paré als WM-Führender in die letzten beiden Events der Saison. Auch Lina Erpenstein Erste und Maria Behrens als Zweite haben eine extrem gute Ausgangslage für das Saisonfinale auf Maui und in Chile.
Alle Heats und Ergebnisse unter pwaworldtour.com

Redakteur surf
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.