Deutscher Windsurf CupKeno Recke gewinnt dramatisches Finale in Pelzerhaken

SURF

 · 31.08.2026

GER-10 ganz vorne: Keno Recke gewann beim Windsurf Cup vor Pelzerhaken und holte den Tour-Sieg
Foto: Choppy Water/Daniel Pankoke
Beim Saisonfinale des California Windsurf Cups in Pelzerhaken entschied sich der Gesamtsieg erst in der letzten von 16 Wettfahrten. Keno Recke setzte sich mit nur 0,7 Punkten Vorsprung gegen Jesse Richter durch.

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Nach vier Regattatagen und 15 Wettfahrten trennten nur 0,7 Punkte die beiden Erstplatzierten in der Overallrangliste, Jesse Richter und Keno Recke. Die Entscheidung über den Sieg beim letzten Tourstopp musste damit in der 16. und letzten Wettfahrt fallen. Nach einem perfekten Start hatte zunächst Keno Recke die Nase vorn. Jesse Richter war klar, dass er alles geben musste, um noch den Overallsieg retten zu können. Aber an Tonne zwei riskierte er zu viel. Beim Versuch, innen durchzustoßen, verlor er die Kontrolle und stürzte. Damit war der Weg für Keno Recke frei. Er musste nur noch ohne Sturz das Abschlussrennen zu Ende bringen. Recke ließ nichts anbrennen und sicherte sich mit einem zweiten Platz den Gesamtsieg beim California Windsurf Cup Pelzerhaken.

„Ich bin super glücklich, endlich einmal bei einem Tourstopp des California Windsurf Cups an der Spitze zu stehen! Dass es dann noch das Saisonfinale ist und ich mir damit auch den Toursieg sichern konnte, macht es natürlich noch schöner. Vielen Dank an alle, die an mich geglaubt und das möglich gemacht haben", sagte Recke bewegt bei der Siegerehrung auf der Bühne. Der Kieler war der einzige Rider, der die Regatta in beiden Disziplinen mit einer Podiumsplatzierung abschließen konnte. Nach vier Tagen und insgesamt 16 Wettfahrten kam Keno Recke auf 57,00 Punkte und lag damit an der Spitze der Veranstaltungswertung. Jesse Richter kam, nachdem er im finalen Schlagabtausch unterlegen war, auf 62,70 Punkte und belegte damit Platz zwei.

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Nico Prien demonstriert internationales Niveau

Am Sonntag gesellte sich Worldcup-Profi Nico Prien zum Teilnehmerfeld in Pelzerhaken und demonstrierte eindrucksvoll, wo das internationale Level im Fin Slalom aktuell liegt. Prien gewann alle vier Fin-Slalom-Eliminationen am Finaltag überlegen. Mit dem Ausgang der Gesamtregatta hatte er trotzdem nichts zu tun, denn dem Schönberger fehlten die Ergebnisse der Vortage, sodass er in der Ergebnisliste nicht ganz nach vorne gelangen konnte. Prien nutzte den California Windsurf Cup Pelzerhaken hingegen als Trainingsplattform für die bevorstehenden IFCA Fin Slalom Europameisterschaften und den PWA World Cup der Profis auf Sylt.

Leo Richter dominiert Fin Slalom

In Pelzerhaken kamen endlich einmal wieder die Fin-Slalom-Fahrer richtig auf ihre Kosten. Bisher konnte diese Disziplin aufgrund schlechter Windverhältnisse nur bei einem von vier Tourstopps des Windsurf Cups durchgeführt werden. Beim Finale gab es dafür gleich zehn Eliminations. Am stärksten präsentierte sich dabei der Kieler Leo Richter. Er konnte drei Wettfahrten gewinnen und punktete außerdem mit drei zweiten, drei dritten und einem vierten Platz. Am Ende lag der Zahnmedizinstudent mit 11,10 Punkten klar an der Spitze des Fin-Slalom-Klassements. Keno Recke gelang mit seinem zweiten Platz im Abschlussrennen nicht nur der Sprung an die Spitze der Overallwertung. Recke konnte damit seinen Score auf 20,00 Punkte verbessern und so auch den bis dahin vor ihm liegenden Oliver Schott vom zweiten Platz im Fin Slalom verdrängen.

Oliver Schott haderte mit seinen 22,40 Punkten etwas mit seinem Schicksal, konnte der Fin-Slalom-Experte doch auf eine für ihn extrem erfolgreiche Regatta zurückblicken. Er siegte in zwei Wettfahrten und zeigte so, dass man auch als Grandmaster Ü50 noch lange nicht zum alten Eisen gehören muss. Völlig zu Recht belegte er am Ende den dritten Podiumsplatz in der Disziplin Fin Slalom. Tim Wunderlich und Colin Stutzke lieferten sich über viele Rennen packende Kämpfe mit den drei Podiumskandidaten. Auch zwischen den beiden blieb es bis zur letzten Wettfahrt knapp. Nach zehn Fin-Slalom-Wettfahrten konnte sich Tim Wunderlich mit 29,00 Punkten Platz vier sichern, während Colin Stutzke mit 31,00 Punkten die Top 5 im Fin Slalom komplettierte.

Gidrius Liutkus mit Idealpunktzahl im Foiling

Am letzten Tag wehte der Wind mit 20 bis 28 Knoten auflandig. Was den Fin-Slalom-Ridern eine spektakuläre Bühne bereitete, wäre für die Foiler eine Herausforderung mit Risiken für Rider und Equipment gewesen. Deshalb wurden am Abschlusstag keine weiteren Foiling-Rennen mehr durchgeführt. Es blieb damit bei dem Ergebnis von Samstag nach sechs Foil-Eliminationen. Der Litauer Gidrius Liutkus konnte fünf der insgesamt sechs Wettfahrten in dieser Disziplin gewinnen. Einmal wurde er Zweiter. Da jeder Fahrer ab fünf Wettfahrten seine beiden schlechtesten Ergebnisse streicht, befand sich Liutkus in der komfortablen Lage, sogar einen ersten Platz zu streichen. Der Litauer gewann damit die Foiling-Wertung mit der Idealpunktzahl von 2,80 Punkten.

Jesse Richter war der einzige Rider, dem es gelang, die Dominanz von Liutkus in dieser Disziplin zu brechen. Richter kam im Foiling im Laufe der Regatta immer besser in Form und steigerte seine Ergebnisse von Rennen zu Rennen, bis er schließlich sogar Wettfahrt sechs gewann. Am Ende des California Windsurf Cups Pelzerhaken kam Jesse Richter auf 9,70 Punkte und belegte so Platz zwei in der Disziplin Foiling. Super spannend war der Kampf um den dritten Platz auf dem Podium in der Disziplin Foiling. Nach sechs Wettfahrten lagen Keno Recke, der Däne Gustav Permin und Alexander Neubert mit jeweils 15,00 Punkten Kopf an Kopf. Alle punkteten fast ausschließlich mit Top-5-Platzierungen, aber jeder von ihnen hatte auch jeweils zwei Ausrutscher, die sie jedoch streichen konnten. Am Ende musste die Entscheidung um Platz drei, vier und fünf im Foiling damit im Tiebreak fallen.

Overall-Wertung belohnt Vielseitigkeit

In der Overallwertung des California Windsurf Cups werden die Ergebnisse der Wettfahrten beider Disziplinen in einer Gesamtwertung gebündelt. Hier wird ermittelt, wer der beste Windsurfer über beide Disziplinen hinweg ist. Während in den Einzeldisziplinen häufig Spezialisten die Podiumsplätze erreichen, schlägt hier die Stunde der universell starken Fahrer. Alexander Neubert ist der Prototyp eines Overall-Racers. Weder in der Disziplin Fin Slalom noch in der Disziplin Foiling konnte er einen Platz auf einem Einzeldisziplin-Podium erobern. Aber mit 74,00 Punkten sicherte er sich den dritten Podiumsplatz in der Overallwertung. Die beiden Youngster Mika Henning und Paul Regber hatten beide ihre besten Ergebnisse in der Disziplin Foiling. Beide haben alle ihre Streichergebnisse im Fin Slalom. Am Ende konnte sich Mika Henning mit 81,70 Punkten Platz vier sichern. Paul Regber komplettierte mit 129,00 Punkten die Top 5.

Bei den Damen lag am Ende Lena Schmäh aus Kiel vor Smilla Petersen aus Flensburg und der Berlinerin Sophie Getschmann. Als besonderes Highlight wurde außerdem der BSPC Sports Award der Ostseeparlamentarierkonferenz durch die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Jette Waldinger-Thiering an Lena Schmäh als beste Dame und Keno Recke als besten Herren verliehen.

Alle Ergebnisse unter online-scoring.com


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