Deutschlands beste WindsurferinLina Erpenstein im Interview - Zwischen World Cup, Girls Camps und DJ-Pult

Andreas Erbe

 · 07.12.2023

Vor dem Aloha Classic kam Lina auf Maui noch in den Genuss von perfekten Wellen bei Kona-Winden.
Foto: Fish Bowl Diaries
Linas Welt ist eher ein Universum – World-Cup-Windsurfen, Medizinstudium im Schnelldurchlauf, gefragte DJane, Girls-Camp-Veranstalterin und begabte Musikerin. Das sind nur einige Talente von Lina Erpenstein. Vielleicht kommt bald noch ein Weltmeistertitel dazu.

Es kommt einem vor, als kenne man sie schon ewig – dabei ist Lina Erpenstein gerade mal erst 26 Jahre alt. Doch die gebürtige Aschaffenburgerin ist bereits seit 2015 im Wave World Cup aktiv. Das alles neben der Schule, die sie mit einem erstklassigen Abitur verließ, und einem Medizinstudium in Kiel, in dem sie das zweite Staatsexamen bereits in der Tasche hat. Außerdem versucht sie mit ihren Fahrtechnik-Camps, noch mehr Mädchen und Frauen aufs Brett zu bekommen und sie mit ihrem Wissen noch besser zu machen. So „nebenbei“ hält sie sich seit 2017 immer in den Top Vier der Damen-Weltrangliste in der Disziplin Wave. Aber das kann noch nicht alles sein, da ist sich Lina sicher. Ihr erklärtes Ziel: Weltmeisterin!

"Wir sind im Frauen-Windsurfen auf einem guten Weg. Ich bin Stolz, ein Teil davon zu sein."Foto: John Carter/pwaworldtours.com"Wir sind im Frauen-Windsurfen auf einem guten Weg. Ich bin Stolz, ein Teil davon zu sein."

In deinem Leben gibt es offensichtlich so gut wie keinen Stillstand. Erzähl doch mal, was bei dir in den letzten zwölf Monaten so abging.

Im letzten Herbst habe ich mir ein bisschen Zeit freischaufeln können, da ich einige Sachen im Studium schon vorgezogen hatte. So war ich im November und Dezember in Brasilien, um Freestyle zu trainieren und mehr Erfahrung bei Wind von rechts zu bekommen. Danach habe ich mich dann bis in den April komplett an den Schreibtisch verzogen, weil das zweite Staatsexamen in Medizin anstand. Fürs Studium gibt es so 100-Tage-Lernpläne. Ich hatte zwischendurch das Glück, dass ich zum Master of the Ocean nach Cabarete eingeladen war. Der fand im Februar statt, und ich hatte bis dahin schon etwas vorgearbeitet. Ab Tag 70 habe ich den Plan dann mitgenommen und in der Karibik gelernt. Das war nicht so schlecht. Im April habe ich dann das zweite Staatsexamen gemacht und danach war ich ziemlich viel unterwegs, unter anderem in Marokko.

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In Brasilien hat Lina an ihren Skills bei Wind von rechts gearbeitet.Foto: CC FilmsIn Brasilien hat Lina an ihren Skills bei Wind von rechts gearbeitet.

Bevor es dann auf die Kanaren zu den World Cups ging, haben wir noch einige Girls Camps gemacht. Unter anderem beim Surf-Festival im Rahmen des Racer of the Sea und in Dänemark ein Wave-Einsteiger-Camp für alle. Das war richtig gut. Mit meinem neuen Camper-Van bin ich von dort zu den World Cups auf den Kanaren gefahren. In Pozo war fast den ganzen Juni über kein Wind, und dann kam auch schon der Wettkampf. Anschließend bin ich weiter nach Fuerteventura. Dort habe ich dann am Freestyle World Cup teilgenommen, weil noch eine achte Dame im Feld fehlte. Das lief auch überraschend gut (lacht) und hat wirklich Spaß gemacht. Einfach mal einen Wettkampf ohne viel Druck mitzufahren, war toll. Weiter ging es dann nach Teneriffa, wo wir super Bedingungen hatten und ich auch noch ein Frauen-Camp gemacht habe. Zuletzt bin ich dann mit dem Van und meinem Freund über Portugal und Galicien zurück. In Guincho habe ich noch mal Wind von rechts trainieren können. Ja, und jetzt sind wir auch schon hier auf Sylt, und das Jahr ist fast um.

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Du hast deinen Camper-Van erwähnt, der ist gesponsert. Wie hast du das hingekriegt?

Ich bin bei einer Sportmarketingfirma, Acorado Sports, die viele Frauen vertritt. Unter anderem Fußballerinnen, aber auch Sportlerinnen anderer Disziplinen. Acorado hat das Sponsoring mit der Firma Elbtor in Hamburg vermittelt, die mir den Van zur Verfügung stellt.

Linas Haus auf Rädern ist von der Firma Elbtor in Hamburg gesponsert.Foto: RafasoulartLinas Haus auf Rädern ist von der Firma Elbtor in Hamburg gesponsert.

Die wenigsten Windsurferinnen haben eine Firma, die sich um ihre Vermarktung kümmert. Wie bist du mit der Agentur zusammengekommen?

Das war ganz interessant. Im letzten Jahr hat Sky hier eine Reportage mit mir gedreht, und darin kam die Frage auf, wie das mit Sponsoren läuft. Da habe ich erzählt, dass ich ungefähr 500 E-Mails schreibe, im Zweifel vielleicht zehn Absagen kriege, und einer sagt, da können wir eventuell was machen. Der Sky-Reporter hatte dann tatsächlich den Kontakt zu der Agentur hergestellt, und die fanden es sehr interessant, als ich ihnen erzählt habe, dass ich Deutschlands beste Windsurferin bin und Weltmeisterin werden möchte und das alles alleine organisiere. Über sie habe ich jetzt schon einige Sponsoren bekommen, unter anderem auch den Elbtor-Van. Das ist Wahnsinn, das stellt so eine große Freiheit für mich dar, auf den Kanaren einfach mit dem eigenen „Haus“ unterwegs zu sein. Früher musste ich beim Insel-Hopping auf den Kanaren meine sechs oder mehr Boardbags eigenhändig auf die Fähren zerren und wieder runter. Jetzt fahre ich einfach mit meinem „Haus“ drauf – und fertig.

Du hast deine Fahrtechnik-Camps für Frauen erwähnt. Soweit ich weiß, bist du keine Surflehrerin. Wie bist du an die Sache rangegangen?

Im Lauf der Jahre habe ich festgestellt, was mich selber weiterbringt, habe viele Tipps bekommen und Videos geschaut. Dieter van der Eyken ist zum Beispiel mein Coach und hat mir sehr viel beigebracht. So habe ich gelernt, was funktioniert beim Lernen und was nicht. Darüber habe ich mir ein gewisses Wissen über bestimmte Manöver aufgebaut. Und mir war es bei der ganzen Coaching-Sache wichtig, etwas speziell für Frauen zu machen. Natürlich gibt es viele Camps, die für alle offen sind, aber ich habe festgestellt, dass viele Frauen abgeschreckt sind, da sie merken, dass sie in diesen Camps häufig die einzigen Frauen sind. Wenn sie unter sich sind, dann fühlen sie sich wohler, sie stehen dann nicht in der Konkurrenz zu Männern. Es klingt jetzt vielleicht etwas pauschal, aber Männer können viel mit Kraft und der Hau-drauf-Mentalität erreichen. Das ist Frauen oft gar nicht möglich, also müssen sie einen anderen Weg gehen. Da geht es mehr um Technik, und das funktioniert sehr gut. Wir hatten zum Beispiel in einem der Camps eine Frau, die das schnelle Wenden in drei Tagen gelernt hat, und die wollte es jetzt ihrem Mann zeigen, weil er da schon ewig dran arbeitet.

Wir, also mein Freund Yannik und ich, kooperieren mit dem Racer of the Sea. Das befruchtet sich gegenseitig, durch unsere Camps bekommen sie mehr Teilnehmerinnen für die Regatten und wir durch die Regatten auch Teilnehmer für die Camps. Aber wir haben auch Wave-Einsteiger-Camps in Dänemark gemacht. Das ist einfach sehr cool und macht viel Spaß, wenn man sieht, wie die Frauen lernen.

Linas und Yanniks Wave-Einsteiger-Camps sind exklusiv für Frauen.Foto: Felix VolkhardtLinas und Yanniks Wave-Einsteiger-Camps sind exklusiv für Frauen.

Wir bekommen immer mal wieder die Anregung, dass wir spezielles Frauenmaterial testen sollen. Glaubst du, Frauen brauchen spezielles Material, oder brauchen sie das gleiche wie kleinere und leichtere Männer?

Grundsätzlich wird Surfmaterial von Männern für Männer entwickelt. Und der durchschnittliche Mann ist halt meist größer, schwerer und stärker als die durchschnittliche Frau. Insofern kann das Material nicht optimal für Frauen, aber auch nicht für leichtere, kleinere Männer passen. Ein gutes Beispiel sind die Fußschlaufen-Abstände. Da müssen Frauen manchmal fast im Spagat auf dem Brett stehen. Oder die Ausschnitte für die Gabelbäume am Segel, die oft zu weit oben beginnen. Oder wenn die Gabel so tief ist, dass es für die Frau passt, dann ist das Schothorn viel zu hoch. Das zieht sich nicht nur durchs Hobbysurfen, sondern auch durch den Profisport, zum Beispiel im Slalom. Dort konnte im Vergleich zu den Herren die einzige Surferin mit Finne statt Foil gewinnen. Bei den Herren hatten die Finnen keine Chance. Das lag aber nicht daran, dass die Frauen nicht Foilen können, sondern daran, dass Foiling-Material gerade im Highwind-Bereich schlicht für Männer entwickelt wird. Ähnlich bei Wavesegeln – ein 3,3er-Segel ist für einen 85-Kilo-Mann und 45 Knoten Wind entwickelt. Aber eine Frau oder ein Mann mit 50 Kilo fährt diese Größe bei 25 Knoten. Das kann nicht passen. Mein Sponsor Severne hat dafür jetzt speziell das Redback-Segel entwickelt, das für leichte Männer und Frauen, aber auch Kinder konzipiert ist.

Thema World Cup. Wie siehst du den Zusammenschluss der Wavetour von PWA und IWT?

Ihr hattet dazu ja bereits im Frühjahr ein Interview mit Philip (Köster) und mir. Da war ich sehr positiv und bin es auch immer noch. Es ist einfach gut, wenn wir mehr Tourstopps haben, und das hat sehr viel Potenzial auch für Medienformate. Doch es hat sich auch gezeigt, dass es noch jede Menge Baustellen gibt. Aber auch das war klar, dass es nicht reibungslos geht, zwei Touren zu verbinden. Für mich persönlich war es in diesem Jahr nicht so positiv, da ich weder in Japan, Chile und Peru noch auf Fidschi war. Als die Entscheidung zu diesen Events fiel, war mein Jahr schon komplett durchgeplant mit Studium und den Camps. Das konnte und wollte ich nicht alles umschmeißen. Aber dadurch fehlen mir natürlich Ergebnisse, ich habe kein Streichergebnis – jeder Cup, den ich fahre, zählt voll.

Neben dem Zeitfaktor ist auch der finanzielle Aufwand eine limitierende Größe. Wäre die volle Tour für dich überhaupt machbar?

Dann wäre ich bankrott am Ende des Jahres (lacht). Ich habe zwar gute Sponsoren, aber speziell einen Cup wie auf Fidschi kann ich mir einfach nicht leisten. Das ist ein bisschen schade, dass man sich aktuell World-Cup-Punkte erkaufen kann. Die reinen Reisekosten für die gesamte Tour würden sich auf circa 50.000 Euro belaufen. Für mich geht es jetzt noch zum Aloha Classic nach Maui. Da muss ich allein für den Bretttransport noch mal das Gleiche zahlen wie für das Flugticket.

Wenn du vom Finale auf Maui zurückkommst, beginnt im Studium der letzte Teil, das Praktische Jahr (PJ). Was hast du vor?

Den ersten Teil, die Chirurgie, absolviere ich in Cadiz in Spanien, die beiden anderen Teile, Innere Medizin und mein Wahlfach Allgemeine Medizin, werde ich Kiel machen. Da wird es dann deutlich schwerer, überall mitzufahren, da ich nur 30 Tage Urlaub habe – das ist das richtige Leben (lacht). Ich werde also nicht so lange vorher zum Beispiel auf die Kanaren fahren können.

Bist du schon an deiner Doktorarbeit?

Ja, aber die liegt ein wenig brach, da muss ich auch dran. Sie kommt aus der Neurologie. Grob gesagt untersuchen wir, wie sich die Hirnleistung bei adipösen Patienten verbessert, wenn sie ein Abnehmprogramm gemacht haben. Es gibt Hinweise darauf, dass sich die neurokognitive Leistung dadurch verbessert.

Wars das dann mit dem Windsurf World Cup? Gehst du nach dem PJ dann direkt ins Berufsleben?

Nein, im Gegenteil. Nach dem PJ möchte ich mir selbst die Möglichkeit geben, noch einmal richtig professionell zu trainieren. Mein Ziel ist es, Weltmeisterin zu werden. Ich bin so nah dran wie nie zuvor. Aber ich fahre häufig gegen Frauen, die über viele Jahre professionell trainieren konnten. Deshalb möchte ich einmal den ganzen Winter durch an verschiedenen Plätzen windsurfen, vielleicht auch an Doppelloops rangehen – das kann man in einem normalen Jahr nicht zwischen den Wettkämpfen probieren. Ich möchte meine Limits pushen und dann sehen, was dabei rauskommt. Wenn es nicht klappt, Weltmeisterin zu werden, dann habe ich es aber wenigstens mit allem, was ich tun kann, probiert. Aber vielleicht schaffe ich es auch – daran glaube ich fest. Ich bin jetzt 26 Jahre alt – also wenn nicht jetzt, wann dann?

Linas Frontloops gehören zu den höchsten bei den Damen.Foto: John Carter/pwaworldtours.comLinas Frontloops gehören zu den höchsten bei den Damen.

Du bist in einer Ära im Frauen-Windsurfen groß geworden, in der die Moreno-Twins und Sarah-Quita Offringa absolut dominiert haben. War es nicht manchmal frustrierend, das Gefühl zu haben, dass die unschlagbar waren?

Na klar, wenn man gerade wieder einen Heat gegen sie verloren hatte, dann hat man sich schon gefragt, ob man je gegen sie gewinnen kann. Aber gleichzeitig waren sie sehr motivierend, weil man gesehen hat, was alles möglich ist, auch für Frauen. Aber leider gibt es im Frauen-Windsurfen kaum Förderung, das wurde komplett vernachlässigt, weil man vielleicht dachte, wir haben ja da ganz oben Top-Fahrerinnen, die das Windsurfen der Frauen repräsentieren. Sarah-Quita ist, seit sie 13 Jahre alt war, professionell gefördert worden. Dadurch ist sie zur erfolgreichsten Windsurferin aller Zeiten geworden. Sie ist Weltmeisterin in drei Disziplinen. Das ist leider ein sehr komplexes Thema. Woher soll denn der Doppelloop bei den Frauen kommen, wenn sie 40 Stunden die Woche einem normalen Job nachgehen müssen, damit sie sich das Wettkampf-Windsurfen leisten können? Daida hat 25 Jahre dafür gekämpft, dass es gleiches Preisgeld für Männer und Frauen gibt, und es als Eventorganisatorin selbst umgesetzt. Dafür wurde und wird sie immer noch angefeindet. Dadurch, dass es keine eigenen Frauen-Events gibt, werden wir natürlich auch immer direkt mit den Männern verglichen, was unfair ist. Auch die Gehälter in Firmen sind für Frauen nur ein Bruchteil von denen für Männer.

Leider werden Frauen auch weiterhin mehr als Model und nicht als Athletinnen vermarktet. Ganz schlimm ist das auch beim Wellenreiten. Ich möchte aber gefördert werden, weil ich als Sportlerin wahrgenommen werde. Das kann natürlich jede Frau für sich selbst entscheiden, manche möchten bestimmt auch als Model gesehen werden, das ist auch okay.

Wir haben im Windsurfen schon eine ganze Menge erreicht, aber ich würde mir sehr wünschen, dass die Firmen, so wie mein Sponsor Severne, mehr Frauen als Sportlerinnen unterstützen und auch Material produzieren, das es jungen Mädels leichter macht, gut zu werden.

Deine zweite große Leidenschaft neben dem Windsurfen ist DJing. Du legst zum Beispiel sehr erfolgreich beim Surf-Festival auf. Wie bist du dazu gekommen?

DJing ist für mich ein supercooles Hobby. Ich hatte immer eine Faszination für elektronische Musik, und wir waren in der Abiturzeit viel zu Techno tanzen. Schon damals habe ich mir gedacht, dass ich das eigentlich gerne können würde, dieses „Auflegen“.

Als ich dann mein Studium anfing, habe ich mir meinen ersten Controller gekauft und zu Hause für mich geübt. Irgendwann hat dann ein Kumpel, dem ich davon erzählt hatte, gefragt, ob ich nicht auf einer Hausparty auflegen möchte. Ich war total nervös, habe aber Ja gesagt. Letztlich war die Party ein voller Erfolg und der Start für viele weitere Hauspartys und Gigs. Verrückt, wenn ich so daran zurückdenke. Schließlich hat dann auch das Surf-Festival angefragt, wo ich mittlerweile seit einigen Jahren spiele. Das ist für mich jedes Jahr mein Lieblingsact, da dort meine beiden Leidenschaften Windsurfen und Musik zusammenkommen.

Die Auftritte von Lina als DJ beim Surf-Festival haben schon Kultcharakter.Foto: Henning von JagowDie Auftritte von Lina als DJ beim Surf-Festival haben schon Kultcharakter.

Ich finde es extrem faszinierend, wie sehr Musik einen den Moment genießen und alles drum herum vergessen lässt, ein bisschen wie Windsurfen. Beim DJing dann zu sehen, wie der Funke von der Musik auf die Menge überspringt, ist ein ziemlich einmaliges Feeling.

Ich muss aber auch sagen, dass mich in den letzten Jahren Musikproduktion immer mehr begeistert hat. Ich hatte lange Klavierunterricht und spiele Gitarre. Ich nehme also an, dass die Verbundenheit zur Musik schon immer ein bisschen da war. Mittlerweile habe ich diese Fähigkeiten ein bisschen ins elektronisches Musikmachen importiert. Beats und Songs am Computer zu schreiben ist ein total cooles Hobby, denn die Möglichkeiten sind unendlich. Die Software ist ein bisschen wie Photo-
shop, nur für Musik. Letztlich kann man alles, was man im Kopf hat, irgendwie erschaffen, man muss nur rausfinden, wie.

So habe ich ein paar Songs für meine Windsurfvideos selbst geschrieben und zum Beispiel auch das Intro für das ein oder andere DJ-Set. Meine Skills sind nach wie vor sehr überschaubar, aber es macht mir riesigen Spaß, kreativ zu sein, und ich hoffe in Zukunft noch mehr darüber lernen zu können.

Noch mal zurück zum Windsurfen. Welche Talente siehst du für die Zukunft bei den Frauen?

Wer mich in diesem Jahr sehr beeindruckt hat, war Alexia Kiefer. Sie war ja immer schon ein großes Talent, aber im letzten Jahr war sie ein bisschen unter dem Radar. In diesem Jahr hat sie unglaublich dazugelernt. Ich musste auf Gran Canaria zweimal gegen sie fahren und hatte echt Muffensausen. Und dann ist da natürlich Sol Degrieck, die junge Belgierin, die derzeit in aller Munde ist. Sie ist unglaublich gut für ihr Alter und bekommt auch sehr großen Support von Zuhause, sodass sie in diesem Jahr die gesamte Tour mitfahren konnte. Aber auch Sarah-Quita wird noch ein paar Jahre fahren. Sie muss ich schlagen, leider fährt sie gegen mich immer unglaublich gut. Aber wir sind auf einem ganz gutem Weg im Frauen-Windsurfen, das hat Daida Moreno in dem Interview, das ich für euch mit ihr gemacht habe, auch gesagt. Und da bin ich stolz, ein Teil davon zu sein.

Beim Racer of the Sea gibt Lina Vorbereitungscamps für Frauen.Foto: Beeke FitschenBeim Racer of the Sea gibt Lina Vorbereitungscamps für Frauen.

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