Im Verein Surfmedizin e.V. haben sich Ärzte aller Fachrichtungen zusammengeschlossen, die selber aktive Wassersportler sind und sich mit Verletzungen und Prävention rund ums Surfen, Wingen, Segeln und mehr beschäftigen. Unter anderem betreuen die Surfmediziner die Fahrer beim Racer of the Sea und beim Worldcup auf Sylt, kürzlich haben sie eine engere Zusammenarbeit mit der PWA und Björn Dunkerbeck vereinbart.
Am 29. August lädt der Verein zum sechsten wassersportmedizinischen Workshop ins Olympiazentrum Kiel-Schilksee. Das Programm startet um 9:30 Uhr mit Registrierung und Industrieausstellung. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Dr. med. Thomas Gangl vom Surfmedizin e.V. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro, Mitglieder des Vereins nehmen kostenfrei teil. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein vergibt neun Fortbildungspunkte für die Veranstaltung. Der Workshop verbindet theoretische Vorträge am Vormittag mit praktischen Einheiten auf dem Wasser am Nachmittag. Die Location im Regattahaus bietet direkten Zugang zur Ostsee und ermöglicht so den unmittelbaren Transfer von medizinischem Wissen in die Sportpraxis.
Das Vortragsprogramm deckt typische Verletzungen und Erkrankungen von Wassersportlern ab. PD Dr. med. Jakob Nüchtern von der Unfallchirurgie am Westküstenklinikum Heide referiert um 10:00 Uhr über aktuelle Therapiekonzepte bei Ellenbogenluxationen. Dr. med. Kai Hinrich Olms aus Bad Schwartau behandelt um 10:25 Uhr die Frage, ob Achillessehnenverletzungen operativ oder konservativ therapiert werden sollten. PD Dr. med. Christian Mende von der Neurochirurgie am FEK Neumünster beleuchtet um 10:50 Uhr die Möglichkeiten für Sport mit oder nach einem Bandscheibenvorfall. Nach der Kaffeepause um 11:15 Uhr folgen drei weitere Fachvorträge. Prof. Dr. med. Martin Mempel von der Hautarztpraxis Elmshorn spricht um 11:35 Uhr über Hautprobleme bei Wassersportlern zwischen Sonne, Salz und Chlor. Dr. med. Lennart Bartolitius von der Lungenarztpraxis Bartolitius Neumünster referiert um 12:00 Uhr zum Thema Wassersport mit Asthma. Den Abschluss des Vormittagsprogramms bildet um 12:25 Uhr ein Vortrag zu PRP in der Sportmedizin von Dr. med. Thomas Gangl.
Um 13:20 Uhr präsentiert Miklas Scheer, Mitglied der Deutschen Rudernationalmannschaft und Weltmeister 2025, Coastal Rowing als neue olympische Sportart für 2028. Der Vortrag gibt Einblicke in die Besonderheiten dieser Ruderdisziplin, die sich vom klassischen Rudern auf Binnengewässern unterscheidet. Coastal Rowing findet auf offenen Gewässern mit Wellengang statt und stellt andere Anforderungen an Material und Athleten. Die Aufnahme ins olympische Programm für Los Angeles 2028 macht die Sportart auch für die Sportmedizin zunehmend relevant. Scheer kann als amtierender Weltmeister aus eigener Erfahrung über die spezifischen Belastungen und Verletzungsrisiken berichten. Der Vortrag bildet die Überleitung zum praktischen Teil des Workshops, bei dem die Teilnehmer selbst auf die Ostsee gehen.
Ab 14:00 Uhr stehen praktische Aktivitäten auf dem Programm. Die Teilnehmer können zwischen verschiedenen Angeboten wählen. Ein Workshop vermittelt die Grundlagen des Kinesio Taping, einer Technik zur Stabilisierung von Gelenken und Muskeln ohne Bewegungseinschränkung. Auf dem Wasser findet eine Coastal Rowing Demonstration statt, bei der die Teilnehmer die zuvor im Vortrag vorgestellte Sportart erleben können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Wakesurfen und Wakefoilen unter professioneller Anleitung auszuprobieren. Diese Trendsportarten gewinnen in der Wassersportszene zunehmend an Bedeutung und bringen eigene medizinische Fragestellungen mit sich. Die praktischen Einheiten dauern bis 16:45 Uhr und ermöglichen den Medizinern, die besprochenen Verletzungsmuster und Belastungen selbst nachzuvollziehen. Der Workshop endet mit einer Abschlussbesprechung bei Kaffee und Kuchen sowie einem Get Together.
Infos und Anmeldung unter surfmedizin.org
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