Eigentlich will sich Johan Søe vorerst auf die iQFOiL-WM in Aarhus im Juli konzentrieren, doch wenn direkt vor seiner Haustür ein gut besetzter Foil-Contest stattfindet, kann “The Beast” offenbar doch nicht Nein sagen. Und so tauschte der Däne, der zuletzt überall wo er antrat eine herausragende Dominanz zeigte, sein Olympia-Material gegen das schnellere World Cup-Equipment und gewann auch beim EPWT-Auftakt die erste Elimination souverän.
Die noch junge EPWT-Tour, die sich ausschließlich aufs Foil-Racing konzentriert, geht mit dem Event in Cold Hawaii in die zweite Saison. Der Auftakt im vergangenen Jahr in Ebeltoft war ein voller Erfolg, und Organisator Finn Noer hat auch in Hanstholm mit großer Video-Wall, Livestream inklusive Kommentar von Ben Proffitt, PWA-Fotograf John Carter und einem ordentlichen Preisgeld ein beachtliches Setup geschaffen. Das alles war in Hanstholm, einem der besten Wavespots Nordeuropas, angerichtet, doch der Shorebreak war den Organisatoren dann doch zu ruppig für die empfindlichen Foils.
Also ging es einige Kilometer landeinwärts nach Thisted, wo schon im vergangenen Jahr die Races beim PWA Youth World Cup abgehalten wurden. Bei relativ viel, aber böigem Wind wurden vor dem Cablepark die erste Elimination gestartet. Das dänische Doppelpack aus Johan Søe und seinem Patrik-Partner Noah Vinther ließ dabei nichts anbrennen und fuhr ganz nach vorne. Dahinter fuhr der Schwede Hugo Sjöberg auf einen starken dritten Platz vor Fabian Wolf. “Ich hatte einen ganz schlechten Start, war an der ersten Boje Letzter, konnte dann aber in den Halsen nach vorne fahren”, berichtete Wolf später. Lars Poggemanns Ziel waren die Top 5, die er aber ohne vorher auf dem Wasser gewesen zu sein mit Platz 14 nach der ersten Elimination noch verfehlte. “Es kann sehr eng werden, so früh in der Saison ist das Material noch nicht immer optimal eingestellt”, sagte er vor dem Rennen.
Besonders beachtlich war die Leistung von Christina Larsen, der einzigen Frau im Feld. Die Dänin fuhr in einem stark besetzten Lineup direkt auf Platz 15. “Ich hab nicht erwartet ins Halbfinale zu kommen, weil die die Jungs so schnell sind, aber irgendwie hat es geklappt”, berichtete sie anschließend völlig begeistert. “Es war crazy, eigentlich wollte ich nur nicht Letzte werden!”
Auch eine zweite Elimination wurde noch gestartet, der Wind ließ jedoch gegen Abend nach, so dass nach dem vierten Heat abgebrochen werden musste. Doch für heute und das Wochenende sehen die Vorhersagen gut aus, so dass es gegen Mittag weitergehen dürfte - wieder in Thisted.
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