FailsDie größten No Go’s beim Windsurfen

SURF Redaktion

 · 01.05.2025

No Go's: Welche Fehler du beim Windsurfen vermeiden solltest - ob mit oder ohne Augenzwinkern
Foto: pwaworldtour.com/Carter
Jeder Surfer macht in seiner Karriere reichlich Fehler – selbst die erfahrensten unter uns haben schon Lehrgeld bezahlt, haben unnötig Schmerzen erlitten oder sind in Fettnäpfe von der Größe des Bodensees getreten. Wir haben aus unseren eigenen Erfahrungen ein paar, teilweise auch nicht ganz ernst gemeinte No-Gos zusammengetragen. Ihr müsst ja nicht alle unsere Fehler noch einmal machen.

Sonnencreme am Gabelbaum

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Sonnencreme und UV-Schutz sind unglaublich wichtig auf dem Wasser! Nur an einer Stelle hat die Creme nichts verloren: Auf dem Gabelbaum-Belag! Die Schmiere macht die Gabel glitschig und ist nur mühsam wieder unterzukriegen, im Zweifelsfall flutscht dir das Rigg gerade vor Vollendung deiner perfekten Traum-Halse aus den Fingern. Im surf-Test kostet es auch schon mal eine Torte, wenn der Testleiter weiße Spuren auf dem Belag entdeckt. Besser die Innenflächen nach dem Eincremen an einem Handtuch abwischen oder kurz mit etwas Sand abreiben.

Blasen an den Händen

Wer seine zarten Büro-Fingerchen im Urlaub ohne Rücksicht auf Verluste wundsurft, wird nach wenigen Tagen rohes Fleisch sehen - und damit meinen wir kein saftiges Steak. Vor allem in warmem Wasser wird die Haut schnell weich und bildet Blasen, die dann früher oder später aufgehen. Und jeder, der schon mal mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Tampen oder den Griff des Boardbags fassen musste, kennt das Gefühl. Besser regelmäßig Pause machen und die Hände gründlich abtrocknen - nach ein paar Tagen bildet sich dann die ersehnte Hornhaut! Es heißt ja schließlich Windsurfen und nicht Wundsurfen!

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Der Freundin/dem Freund das Surfen beibringen

Wer sich mal so richtig mit dem Partner oder der Partnerin zoffen möchte, sollte lieber samstags zu IKEA gehen als sich mit einem “Privat-Kurs” den Urlaub zu versauen. Es sind schon unzählige Beziehungen an den übertriebenen Ambitionen und unterdurchschnittlichen Lehr-Fähigkeiten des surfenden Teils zerbrochen oder haben zumindest den Surf-Tag nachhaltig getrübt. Nichts gegen gemeinsame Tage auf dem Wasser, aber statt einem Boyfriend, der hinter seiner den Tränen nahen Freundin herbrüllt, sollte der Weg zu einer guten Surfschule führen.

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Zu kleine Boards

In der Windsurf-Evolution werden die Boards kleiner, vom Schulschiff weit jenseits der 200 Liter ist es ein langer Weg bis zum 75-Liter-Wave-Schnittchen. Doch der größte Stopper der eigenen Windsurf-Entwicklung sind Boards, die zu klein sind. Sieht am Strand und auf dem Auto vielleicht gut aus, davon hat aber auf dem Wasser niemand etwas. Ganz im Gegenteil: Schlechter Angleiten, durch die Halsen wackeln und in Windlöchern blubbernd stehen bleiben, macht keinen Spaß. Nicht umsonst hießen die kleinen Bretter früher Sinker. Mit ein paar Litern Extra-Volumen kommt ihr früher ins Rutschen, die Halsen werden geschmeidiger und ihr parkt auch bei schwächerem Wind nicht sofort ein. Und die Vorteile etwas kleinerer Boards merken ohnehin nur Profis.

Cambersegel, wenn man sie eigentlich nicht braucht

Du willst dir das Leben unnötig schwer machen? Dann trag dein Material zu Fuß an den Spot, föhn dein Segel nach der Session mit der Luftpumpe trocken oder hilf freiwillig dem Kiter beim Leinen entwirren. Alles noch sinnvoller, als Segel mit Cambern zu fahren, wenn man sie eigentlich nicht braucht. Bis hinauf zu 8-Quadratmeter-Marke gibt es Freeride- und Freerace-Segel, die auch ohne Camber wunderbar funktionieren. Wenn du nicht gerade Regatten auf Top-Niveau fährst, wirst du ohne Camber höchstwahrscheinlich glücklicher. Das Segel ist leichter, rotiert besser und ist kaum langsamer - vom ungleich höheren Aufwand beim Rigg aufbauen und abbauen ganz zu schweigen. Vor allem Aufsteiger und Genuss-Freerider sind ohne Camber deutlich besser dran. Und wenn dich auf dem Wasser dann doch mal ein Möchtegern-Worldcupper überholt, kannst du dir sicher sein: Du sitzt abends schon mit einem kalten Bier am Strand, während er noch den Mast aus dem Segel zerrt!

Falscher Spot

Hanstholm klingt besser als Heidkate, Sylt macht mehr her als St. Peter-Ording. Aber während man sich am vermeintlichen Top-Spot nur von der Nordsee zermalmen lässt, könnte man auch bei entspannten Bedingungen an den Moves feilen, dabei hat man im Zweifelsfall mehr Erfolgserlebnisse und weniger kaputtes Material. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Es ist wichtig, immer mal wieder die Komfortzone zu verlassen und seine eigenen Grenzen ein bisschen nach oben zu verschieben, nur so entwickelt man sich weiter. Wer dabei die eigene Kragenweite realistisch einschätzt, hat aber mehr davon, als sich Traum-Bedingungen nur vom Strand aus anzuschauen.

Das Gegenteil von “gut” ist “gut gemeint”

“Du musst das Segel am Vorliek mal richtig durchziehen” - vielleicht steht ein nobler Gedanke dahinter, nämlich der, anderen Surferinnen und Surfern zu helfen und am eigenen - manchmal auch nur gefühlten - Wissen teilhaben zu lassen. Ungefragt am Strand Tipps zu Fahrtechnik und Segeltrimm zu geben, ist trotzdem nicht Jedermann’s Sache und kann sogar richtig nerven - also bitte kein “Mansplaining”!

Flatterhosen über den Neo ziehen

Wer bunte Boardshorts über seinen Neo zieht, hat sein Leben nicht im Griff - so hätte es möglicherweise Karl Lagerfeld formuliert, wäre er Surfer gewesen. Dass dadurch der Neo geschont würde, ist genauso großer Blödsinn wie sich einzureden, das sähe cool aus. Stimmt nicht, in Sachen Style ist ein Neoprenanzug zwar vielleicht nicht gerade glamourös, aber eine bunte Badehose darüber macht es nur schlimmer.

Sandbank übersehen

Wow, läuft das gerade gut! Du bretterst mit Vollspeed übers Wasser und nichts kann dich stoppen! Außer vielleicht die Sandbank. Und wenn du dich dann, nach einem kurzen Moment des Innehaltens, unter Stöhnen und Fluchen aus deinem zerdepperten Segel wuchtest, kommt dir die Erkenntnis, dass es doch eine gute Idee gewesen wäre, an diesem neuen Spot erstmal ein paar Infos über die örtlichen Gegebenheiten einzuholen.

Neo-Reißverschluss offen lassen

Ein Klassiker, wie den Anhang bei einer wichtigen Mail vergessen: Beim Aufbauen und Zum-Wasser-Tragen brennt die Sonne auf den schwarzen Neo, zur Belüftung wird “erstmal” der Reißverschluss offen gelassen. Beim ersten Wasser läuft dann die kalte Suppe plötzlich und unerwartet hintenrein, und allzu oft ist der Gurt am Zipper dann auch noch im Trapez verklemmt. Apropos Trapez: Das zuhause zu vergessen und dann am Spot im Neo und vor dem fertigen Material verzweifelt im Kofferraum herumzukramen, gehört ebenfalls zu den Klassikern.

Online-Schnäppchenjagd

Ohne Zweifel kann man auf diversen Online-Plattformen günstig Gebrauchtmaterial ergattern. Aber nur, wenn man sich auskennt und nicht blind nach den günstigsten Angeboten sucht. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Wortgewandtheit teilweise museales Material aus dem letzten Jahrtausend als perfekt für Einsteiger dargestellt wird. Auch das ausgediente Racematerial mutiert in mancher Beschreibung zum gutmütigen Aufsteiger-Equipment. Da hilft nur, sich vor dem Kauf gut zu informieren. Unser Material-Guide hilft euch bestimmt weiter und verhindert den einen oder anderen Fehlkauf im Netz.


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