Nach dem Schulabschluss verbringt die überaus sportliche Dame mehrere Monate auf den Kanaren und wird 2025 beim Worldcup auf Fuerte auf Anhieb Vierte im Freestyle – und das soll es noch lange nicht gewesen sein. Im Interview spricht sie begeistert über ihr wichtigstes Learning „Dranbleiben“, den härtesten Einstieg „Vulcan“, einen magischen Skopu-Moment vor der Kamera und den Traum vom Vanlife zwischen Studium und Profi-Ambitionen.
Na ja, im Windsurfen nicht so viel, nur ein paar nationale Foil-Wettbewerbe, aber ich habe viele Wettkämpfe in anderen Sportarten bestritten, wie Badminton, Fußball und Handball. Insbesondere aber in der Leichtathletik, zum Beispiel bei den Jugend-Europaspielen in Prag 2019 oder den Europameisterschaften in Bratislava 2019.
Als ich mit Freestyle angefangen habe, bin ich viel mit der Familie Eržen gesurft. Die Geschwister Val und Lina haben mich inspiriert, in die professionelle Welt des Freestyle-Windsurfens einzusteigen. Ich habe angefangen, das ganze Jahr über aufs Wasser zu gehen, unabhängig von den Bedingungen oder Temperaturen. Obwohl ich zuvor noch nie die Gelegenheit hatte, an Wettkämpfen teilzunehmen, war das schon seit 2019 mein Ziel.
Dass Übung den Meister macht und dass Anstrengung auch zu Ergebnissen führt. Man muss einfach weitermachen und dabeibleiben – auch bei schlechten Bedingungen oder wenn man müde oder unmotiviert ist.
Als ich meinen Traumtrick, den Skopu, geschafft habe. Es war ein verrückter, windiger Tag und ich war mit meinem 3.6er draußen, wie viele Männer auch. Das Wasser war völlig glatt, einfach paradiesisch. Meine Freunde filmten mich und drängten mich, es zu versuchen, obwohl ich eigentlich viel zu viel Angst hatte. Nach vielen harten Stürzen habe ich den Skopu endlich vor der Kamera geschafft.
Auf jeden Fall! Der Wettbewerb ist für mich eine unglaubliche Erfahrung, bei der man Freunde und Gleichgesinnte trifft. Da nicht so viele Mädchen an den Start gehen, habe ich mir zum Ziel gesetzt, mehr Frauen zum Mitmachen zu bewegen.
Es war überraschend einfach. Ich dachte, sie würden aggressiv konkurrieren, aber alle Mädchen und Jungs, die ich getroffen habe, sind so nette und hilfsbereite Menschen. Das Beste an den Wettbewerben ist, dass ich sie wieder treffe und wir jedes Mal eine tolle Zeit haben.
In Pelješac in Kroatien habe ich angefangen, wo wir mit meiner Familie in den Sommerferien waren. Mein Vater war so begeistert vom Windsurfen, dass er auch für uns Kinder Material gekauft hat. Er war damals selbst Slalomfahrer und verbrachte den ganzen Tag damit, hin und her zu heizen. Als ich zum ersten Mal aufs Brett stieg, hatte ich solche Angst, abzutreiben, dass ich nie weiter als ein paar Meter kam. Aber seit meiner ersten Erfahrung mit dem Gleiten wusste ich, dass ich süchtig war.
Ein paar Jahre nachdem ich zum ersten Mal Windsurfen ausprobiert hatte, fuhren wir nach Vasiliki in Griechenland, wo ich ein Windsurfcamp besuchte. Dort lernte ich schnell das Springen und einige Freestyle-Tricks bei leichtem Wind. In der zweiten Woche gelang mir mein erster Vulcan. Ich kann mich noch gut an das Glücksgefühl erinnern, das mich bei der Landung durchströmte.
Ich finde es interessant, dass jeder Freestyler seinen eigenen Stil finden kann und dass es im Gegensatz zu anderen Sportarten keine strengen Regeln gibt. Man konkurriert immer mit sich selbst, und das Beste daran ist, dass man seine Grenzen immer wieder neu überschreiten kann, während man mit seinen Freunden die Kraft der Natur genießt.
Ich habe mich ein wenig im Foilen versucht, aber mir wurde schnell klar, dass das nichts für mich ist. Es war viel zu intensiv und hat mir einfach nicht so viel Spaß gemacht. Doch mich reizt die Disziplin Wave sehr, obwohl ich nicht das Material dafür habe. Ich hoffe, dass ich irgendwann die Gelegenheit bekomme, es auszuprobieren.
Ich finde es interessant, dass im Freestyle jeder seinen eigenen Stil finden kann und es im Gegensatz zu anderen Sportarten keine Regeln gibt.”
Ich glaube, ich spreche für die meisten, wenn ich sage, dass der schwierigste Trick der Vulcan war, eine so seltsame Kombination von Bewegungen, die man gleichzeitig synchronisieren muss. Ich glaube, es war der schwierigste, weil es der erste war und weil ich drei Jahre gebraucht habe, um ihn zu perfektionieren.
Der Grubby, den ich total liebe, weil er einfach „passiert“, man kann ihn nicht erzwingen, man muss sich einfach darauf einlassen.
Derzeit trainiere ich Burner und Culo und verbessere meine Konos und Shakas.
Die erste Regel lautet: Hab Spaß und genieße es. Die Zweite ist: Gib niemals auf, der Erfolg wird kommen, auch wenn es unmöglich erscheint.
Ja, zu Hause kann ich ein- bis zweimal pro Woche Windsurfen gehen, wenn der lokale Wind namens Bora (slowenisch „Burja“) oder Südwind weht, meistens in Marina Julia oder Grado, Italien. Es gibt auch einige Spots in Kroatien, zum Beispiel Preluk, da kann man morgens thermische Winde erwischen. Aber natürlich versuche ich, mich auch körperlich mit Laufen und Krafttraining vorzubereiten.
Ich habe in der Nebensaison hauptsächlich in Italien trainiert und auf Kreta und Karpathos im Sommer und im späten Frühjahr. Im Jahr 2025 habe ich die meiste Zeit auf den Kanarischen Inseln verbracht, zuerst auf Teneriffa und dann etwa sechs Monate lang in Risco del Paso auf Fuerteventura.
Vor dem letzten Sommer hätte ich gesagt, wenn ich das 4,0er nehme, also normalerweise bei etwa 22 Knoten, aber seit ich viel Zeit in Risco del Paso verbracht habe, habe ich mich absolut in mein 3,6er verliebt, also stärkeren Wind, etwa 26 bis 32 Knoten.
Es ist mein Traum, Profi-Windsurferin zu werden, und ich werde alles tun, um dieses Ziel zu erreichen. Derzeit studiere ich Bioinformatik an der Küste Sloweniens und hoffe, später in diesem Berufsfeld zu arbeiten. Ich bin auch ein großer Fan von anderen Outdoor-Sportarten und liebe Abenteuer. Mein Ziel für das nächste Jahr ist es, einen Van zu bauen und damit zu Windsurfspots und Wettbewerben zu reisen.
Jeder weiß, dass Windsurfen kein günstiger Sport ist, da sowohl die Ausrüstung als auch die Reisen sehr teuer sind. Zum Glück hat mich mein Vater immer nicht nur mental, sondern auch finanziell unterstützt. Er hat dafür gesorgt, dass ich immer die Möglichkeit hatte zu trainieren und die passende Ausrüstung hatte, um Fortschritte zu machen. Es war ziemlich schwierig, Sponsoren für einen Sport mit so wenig Publikum und Bekanntheit zu finden, aber nach einiger Zeit lernte ich einige großartige Leute kennen, die gerne sehen wollten, wie weit ich kommen kann. Ich werde von einem Freund mit seiner eigenen Board-Marke, Peniboards aus Slowenien, sowie dem Wind-surf-Shop Recharge.si unterstützt, der mich mit der gesamten Ausrüstung versorgt, die ich benötige. Sie haben mich auch mit Gunsails in Kontakt gebracht, die ich seit vier Jahren nutze. Vor Kurzem wurde ich außerdem Teil des Teams eines Herstellers glutenfreier Produkte namens Dr. Schär, was für mich persönlich sehr wichtig ist, da bei mir 2019 Zöliakie diagnostiziert wurde. Diese Unterstützung bedeutet mir sehr viel.
Der Plan ist, an so vielen Wettbewerben wie möglich teilzunehmen und von Spot zu Spot zu reisen, neue Moves zu üben und gleichzeitig ein kompliziertes Studienprogramm zu bewältigen. Am meisten freue ich mich auf den Worldcup auf Fuerteventura, da ich dort alle meine Freunde von der Insel sehen und an einem PWA-Event für Frauen teilnehmen kann. Außerdem möchte ich einige größere Power-Moves lernen, da ich bisher hauptsächlich Sliding-Moves geübt habe.
Ich habe viele Idole, meistens inspirieren mich Menschen, die diesen Sport absolut lieben und ihn ausüben, weil er ein Teil ihrer Persönlichkeit ist. Ich sehe ein Stück von mir selbst in ihnen, und das macht sie wirklich zu Vorbildern. Um einige namentlich zu nennen, wären da Balz Müller, wegen seiner unglaublichen Begeisterung. Ich habe ihn dieses Jahr auf Fuerte kennengelernt, und er bringt einfach so viel positive Energie in den Sport, dass man gar nicht anders kann, als Spaß zu haben. Maaike Huvermann, wegen ihrer liebevollen Unterstützung, und Lisa Kloster, weil sie mich immer motiviert. Und natürlich George Grisley, durch seine große Hilfe sehe ich ihn fast als meinen Trainer.
Mein größter Traum ist es, das alles zu meinem Leben zu machen – dass ich es mir leisten kann, die Magie großartiger Windsurfspots zu erleben, während ich in einem Bereich der Wissenschaft arbeite, den ich liebe, und dies mit Reisen mit Freunden und Familie verbinde.

Redakteur surf