GallerySuper-Samstag in Weißenhaus

SURF

 · 27.04.2026

Magisches Licht am Samstag Abend in Weißenhaus
Foto: Marc Hollenbach
“The White House is the right house” war am Samstag wieder mal die Losung des Tages. Wer genug Geduld hatte, wurde mit einer magischen Sonnuntergangs-Session belohnt. Marc Hollenbach war mit der Kamera dabei.

​Die Vorhersage hatte schon Tage vorher geflüstert, dass da was kommt: der erste nicht mehr ganz eisige Frühlingssturm, welcher auf die Nord- und Ostseeküste trifft. Spätestens am Freitag war klar – Samstag wird kein Couch-Tag. Gegen Mittag sah es dann allerdings noch ziemlich unspektakulär aus. Zwischen Heidkate und Brasilien überall das gleiche Bild: kaum Wellen, die meisten mit großen Wavesegeln unterwegs, eher Cruisen als Action. Ich selbst war noch leicht angeschlagen, also Plan B: Kamera statt Gabelbaum.

Gegen 17:30 kam ich auf dem Parkplatz in Weißenhaus an. Ein paar waren schon draußen, aber irgendwie sah es auch hier noch nicht wie angekündigt aus. Alle schielten auf dieses ominöse „orange Feld“, das laut Forecast ab 18 Uhr in die Hohwachter Bucht drücken sollte. Also: warm einpacken, Stativ schultern, runter zum Spot. Punkt 18 Uhr legte der Wind dann den Schalter um. Hinter mir wurde der Parkplatz plötzlich lebendig. Was eben noch nach Feierabend aussah, explodierte in einer halben Stunde – aus vielleicht 20 Windsurfenden wurden gut 50. Darunter auch Top-Fahrerinnen und -Fahrer wie Maria Behrens, Leon Jamaer, Fabian Grundmann oder Niclas Nebelung.

​Was eben noch nach Feierabend aussah, explodierte in einer halben Stunde – aus vielleicht 20 Windsurfenden wurden gut 50.”

Magisches Licht zur Sundowner-Session

Die Bedingungen? Naja, sagen wir: ausbaufähig. Wellen irgendwo zwischen Hüfte und Brust, dazu ordentlich böiger Wind. Kein Bilderbuch-Setup, aber genau das macht’s manchmal ja spannend. Und was da auf dem Wasser passierte, lässt die schwächelnden Verhältnisse sofort vergessen: Cutbacks mit ordentlich Spray, Backies und sogar ein paar Wave 360s und Takas. Alles wurde rausgehauen, was die kleine Ostseewelle hergab. Ich kam kaum hinterher mit der Kamera, ständig passierte irgendwo etwas.

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Nach gut zwei Stunden im Wind meldete sich dann doch die Realität zurück: kalt. Ziemlich kalt. Offenbar war die „warm genug“-Einschätzung optimistisch. Aber zwischendurch brach die Sonne durch die Wolken, tauchte den Spot in dieses goldene Licht, das man nicht planen kann – und plötzlich waren die Finger wieder halbwegs einsatzbereit.

​Genau diese Sessions sind es, die hängen bleiben.”

Irgendwann war dann Schluss: zwei leere Akkus, durchgefroren bis auf die Knochen. Zurück zum Auto, noch einmal umdrehen, letzter Blick aufs Wasser. Fazit des Tages? Komplett gelohnt. Genau diese Sessions sind es, die hängen bleiben.

Text: Marc Hollenbach


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