Für eine Kaltfront am Wolfgangsee gibt’s keine Diskussion – alles stehen und liegen lassen, Schlüssel greifen, ab ins Auto. 31. Mai. Forecast: Temperatursturz, Chaos, Sturm. Klingt nach einem perfekten Tag.
Normalerweise bin ich früh dran, baue entspannt mein Quiver von 4.8 bis 3.6 auf und warte auf das Spektakel. Diesmal? Zu spät. Klassischer Fehlstart. Die Front schon im Anrollen, also kein langes Überlegen: 4.4. Die goldene Mitte. Oder einfach nur Wunschdenken. Rund um mich riggen alle kleiner – 4.0, 3.7, teilweise noch weniger. Ich bleib bei meinem Motto: “Go big or go home”.
Dann passiert’s. Über St. Gilgen schiebt sich diese massive weiße Wand rein. Keine normale Böenlinie – das Ding sieht aus wie eine fliegende Wasserwalze. Sekunden später knallt sie rein. Am Wasser wird sofort klar: Das hier ist nicht „nur viel Wind“. Das ist Survival Mode. Voll überpowert, null Kontrolle, mehr Bodydrag als Surfsession. Die meiste Zeit hängen wir im Wasser, klammern uns ans Equipment und versuchen einfach, nicht komplett weggeblasen zu werden.
Das hier ist nicht nur ‘viel Wind’. Das ist Survival Mode.”
Und genau in dem Moment steht Christoph am Ufer mit der Kamera. Perfekt. Mehr Motivation geht nicht – auch wenn’s eher nach Kampf als nach Style aussieht.
Aber genau solche Tage sind es. Roh, unkontrollierbar, ehrlich. Wenn dich der Wind komplett auseinandernimmt und du trotzdem draußen bleibst. Wenn der See leergefegt ist und nur noch ein paar Verrückte auf dem Wasser stehen. Kein Schönwetter-Windsurfen. Kein Instagram-Gleiten. Sondern echtes Front-Chasing. Und genau dafür lebt man.
Text: Marco Lang
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