Tobias Frauen
· 05.03.2024
Bei mir ist eigentlich der Plan, dass das Jahr hoffentlich genauso gut wird, wie es letztes Jahr war. Ich möchte wieder möglichst viel reisen, viel Erfahrung sammeln. Gerade war ich in Japan, im Sommer steht Peru relativ fest im Kalender. Maui wäre natürlich auch ein Traum, wenn das klappt. Südafrika steht dann auch im Winter wieder an. Sonst bin ich da eigentlich relativ spontan, so wie letztes Jahr. Maui war auch zwei Wochen vorher noch gar nicht sicher, dass ich nach Maui fliege.
Genau, ich schaue immer, wie es passt. Ich studiere nebenbei noch, das darf man ja auch nicht vergessen. Deswegen passte Japan gut, da war ich mit den Klausuren durch und habe dann auch erstmal wieder Semesterferien. Ich versuche einfach, möglichst viel auf dem Wasser zu sein.
HiFly kennen wahrscheinlich viele Leute noch, das ist ja jetzt eine Modemarke geworden. Bisher ist der Deal, dass wir viele Fotos zusammen produzieren und ich ein bisschen bei meinen Reisen finanziell unterstützt werde. Es ist eine ganz coole Truppe da und ich bin mal gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt.
Bei mir ist der Vorteil, dass Windsurfen in Kassel nicht so bekannt ist und für viele Unternehmen sehr exotisch klingt. Daher habe ich auch in der Region Kassel viele Sponsoren, die mich echt gut unterstützen. Dafür bin ich auch sehr dankbar, das läuft grade sehr gut. Ich war jetzt letztens beim Handball-Bundesligist M.T. Melsungen in der Halle und habe da für die Sponsoren Interviews gegeben. Solche Netzwerke sind gerade für junge Windsurfer extrem wichtig, dass man auch die Möglichkeit hat, seine Ziele zu verfolgen.
Regionale Netzwerke sind gerade für junge Windsurfer extrem wichtig.”
Genau, das auf jeden Fall auch. Ich stehe natürlich auch immer für Interviews oder andere Projekte bereit und habe da jetzt auch an ein paar Konzepten gearbeitet, wie man Windsurfen am besten vermarkten kann. Mein Ziel ist auch, dass Windsurfen wieder ein bisschen größer wird und ich denke, es ist gar nicht so verkehrt, wenn man das in Orten macht, wo Windsurfen noch nie so richtig bekannt war. Wir haben bei uns gute Spots, um das zu lernen und bin ich mal gespannt, was sich so in den nächsten Jahren entwickelt.
Ich kriege es mittlerweile gut hin, aus der Uni ein paar Leute zum Windsurfen motivieren. Das freut mich immer sehr, deswegen bin ich immer dankbar, wenn ich jemanden nach der Uni mitnehme, wir zum See fahren und ich ihm ein bisschen Windsurfen beibringe und einfach Spaß habe.
Wir haben da eine Surfschule mit sehr vielen Mitgliedern, die sich dort Material dann ausleihen können. Das ist eigentlich echt gut organisiert da.
Die Idee ist uns 2022 im Sommer auf Gran Canaria in den Kopf gekommen. Da saßen wir nach einer Session zusammen und haben überlegt, dass wir mal eine Competition in Deutschland machen müssen. Man hat den World Cup Sylt, man hat die Multivan Windsurf Cups, aber nie so eine richtige Wave-Competition. Ich habe dann Valentin Böckler (Gründer der German Freestyle Battles, Anm. d. Red.) angerufen und gefragt, was er von der Idee halten würde. Das Prinzip ist ja ähnlich wie bei den German Freestyle Battles, dass die Fahrer sich selber judgen und die Spots während einer Standby-Phase je nach Bedingungen entschieden werden. Valentin war auch direkt ziemlich überzeugt von der ganzen Aktion.
Ende 2022 haben wir dann alles vorbereitet, die Beachflags bestellt, eine WhatsApp-Gruppe aufgebaut und so weiter. Beim ersten Event in Kellenhusen war ein sehr guter Ostwind-Tag mit echt soliden Bedingungen und traumhaftem Wetter, wir hatten dann auch gleich über 50 Teilnehmer. Es lief alles ganz gut, aber wir haben auch gemerkt, wo noch ein bisschen Nachholbedarf ist. Aber im Großen und Ganzen haben wir da sehr positive Resonanz bekommen, leider gab es danach im Herbst keine passenden Bedingungen mehr. Jetzt geht es in der neuen Saison dann weiter. Wir versuchen auch auf Social Media aktiv zu sein und haben im Winter bei Instagram eine Virtual Competition gehabt, die auch echt gut bei vielen Followern ankam. Da konnte man selber Judge sein und entscheiden, wer von jeweils zwei Fahrern weiterkommt.
Ja, ich denke dieses Out-of-Nowhere-Konzept trifft das eigentlich ganz gut. Das erste Event war eine relativ spontane Sache, wir haben uns ein paar Stunden zusammengesetzt und alles festgemacht. Jeder hat bei uns seine eigenen Aufgaben hat, ich mach viel Pressearbeit und versuche auch ein paar Sponsoren aufzutreiben, weil wir natürlich auch viele Kosten haben, wenn wir alle da hinreisen. Die Beachflags müssen auch bezahlt werden. Wir versuchen einfach, dass wir da mit Plus-Minus Null rausgehen und alle viel Spaß dabei haben.
Es war tatsächlich so ein bisschen Zufall. Wir hatten die Forecasts gesehen, hatten dann gesehen, Kellenhusen würde gut funktionieren und dann war auch der Racer of the Sea da. Dann haben wir mit Leon Delle und Oliver-Tom Schliemann gesprochen, die waren auch direkt begeistert von der Aktion, wir konnten auch deren Infrastruktur mit nutzen. Für die nächste Saison sieht es erstmal danach aus, dass wir das alleine machen. Wenn es mal spontan einen Spot und einen Termin gibt, wo man mit denen zusammen was machen kann, wäre das natürlich auch cool. Vielleicht können wir ja den einen oder anderen Racer dazu motovieren, auch mal in die Welle zu gehen.
Aktuell läuft es so, wir haben ein paar Tische und Stühle, da können wir dann die Fahrer hinsetzen, dass sie sich gegenseitig judgen. Und dann haben wir natürlich auch ein paar Sachen wie die Regeln und so weiter ausgedruckt dabei. Aber im Großen und Ganzen wollen wir das auf einer Low-Budget-Ebene halten, größere Events sind immer auch mit hohen Kosten verbunden. Wir wollen einfach nur Spaß haben und am besten nach der kleinen Competition zusammen am Strand sein und vielleicht das eine oder andere Kaltgetränk nehmen. Das ist uns eigentlich am wichtigsten, dass wir die Windsurf-Szene wieder ein bisschen zusammenholen und auch Wave-Competitions in Deutschland haben.
Genau, wir haben für dieses Jahr zwei Stand-by-Phasen. Die eine wird im Frühjahr sein und die andere im Herbst. Die Periode im Frühjahr findet vom 1. April bis zum 30. Juni statt, im Herbst läöuft das dann vom 1. September bis zum 30. November. Wir haben dafür verschiedene Spots an Ost- und Nordsee in der engeren Auswahl. Natürlich kann man bei einem Zwei-Sterne-Event kein Weltmeister werden, aber unsere Hoffnung ist, dass die Leute es spannend finden, bei einem Mini-Worldcup-Event teilzunehmen. Das soll natürlich niemanden abschrecken. Bei uns ist es so, wenn man Forward Loop kann, ist das gut und wenn man es nicht kann, dann hat man vielleicht so viel Adrenalin während der Competition, dass man es einfach probiert. So war das bei mir und meinem ersten Forward jedenfalls. Bei uns geht es nicht um extreme Leistungen. Natürlich will man am Ende seine beste Leistung zeigen, aber es ist nicht entscheidend, ob man irgendwas Spektakuläres kann oder nicht.
Wenn man Forward Loop kann, ist das gut und wenn man es nicht kann, dann hat man vielleicht so viel Adrenalin während der Competition, dass man es einfach probiert.”
Wir schauen schon immer, dass auch Parkplätze in der Nähe sind. Es ist super schwierig, wenn die Leute mit ihren Campern kommen und dann den ganzen Parkplatz einnehmen. Wir schauen natürlich erstmal, wie die Windvorhersage ist. An der Ostsee ist es eigentlich gut ab konstant 25 Knoten, damit sich da auch eine angenehme Welle bildet. An der Nordsee ist es ähnlich, da haben wir eigentlich auch nur St. Peter-Ording als Option. Sylt ist logistisch zu aufwändig, das macht keinen Sinn, und auch von den Bedingungen her ist es da Heavy Metal. Auch die Temperaturen sind wichtig, wenn man im April vier Grad hat und dann fünf Stunden auf dem Wasser oder am Strand sitzt und judged, macht es auch keinen Sinn. Wenn alles passt, gibt es eine Woche vorher die Yellow Flag als Vorankündigung. Und wenn wir dann den Contest wirklich durchziehen, kommt die Green Flag und dann gibt es die näheren Infos, wie alles abläuft.
Wenn man mal eine Phase hat, wo richtig gute Bedingungen sind, versuchen wir auf jeden Fall mehr als zwei Events zu machen. Aber erstmal wäre es super, wenn wir die zwei Events auf die Beine bekommen, weil wir natürlich auch selber viel unterwegs sind. Also zwei Events wären schon top, und wenn dann in einer Periode nochmal gute Bedingungen für ein zweites Event sind, sind wir da auch offen, um das nochmal durchzuziehen.
Ich kenne Simeon Glasson ganz gut, den Director der IWT. Er hat mitbekommen, dass wir im letzten Jahr ein Event gemacht hatten und fand das super cool, weil er auch die Vibes gesehen hat und wie die Stimmung untereinander ist. Das fand er cool und hat uns gefragt, ob wir uns vorstellen können, bei der IWT dabei zu sein. Wir fanden, dass es für beide Seiten gut sein könnte. Die Anmeldung läuft dann über unsere Website, da schalten wir dann ein Anmeldeformular frei, wenn es losgeht.
Gerade bei sehr vielen Teilnehmern muss man natürlich schauen, dass man innerhalb eines Wochenendes fertig werden kann. Deswegen haben wir in Kellenhusen nur eine Single-Elimination gefahren. Aber wir haben vorerst geplant, dass wir eine Single fahren, mit Option auf die Rückrunde. Einfach weil es, glaube ich, für uns als Judges einfacher ist. Und vom zeitlichen Rahmen her nimmt sich das auch gar nicht so viel. Wir sind erstmal froh, wenn wir eine Single durchziehen können. Und dann schauen wir, wie weit wir in der Double dann kommen.
Genau, wir haben grob die Kriterien von der PWA übernommen, was Punktewertung angeht. Wir haben natürlich auch viele erfahrene Leute, die bei uns mitfahren. Henri Kolberg zum Beispiel, der kennt sich auch mit dem Judgen ganz gut aus und hat uns Tipps gegeben. Wir haben durchgerechnet, wie lange wir die Heats machen können, dass es fair bleibt und wir am Ende bei Tageslicht fertig sind. Das wird dann immer spontan vor Ort geguckt.
Hauptsache, man hat Spaß und man kriegt einfach mal die Atmosphäre bei einem Wettkampf mit.”
Letztes Jahr in Kellenhusen hatten wir Teilnehmer von Jugendlichen ab 13 Jahren bis zu älteren Leuten über 60. Die Mischung war natürlich super. Von den Kriterien her ist es schon vorteilhaft, wenn man vorher mal in der Welle war und weiß, wie man eine Welle abreiten muss. Aber man braucht sich da keinen Druck zu machen und denken, ich muss den Forward Loop ganz sicher stehen. Das ist bei uns nicht so wichtig. Hauptsache, man hat Spaß und man kriegt einfach mal die Atmosphäre bei einem Wettkampf mit. Das ist auch ein cooles Gefühl und gibt einen guten Adrenalinschub.
Er könnte auch mitfahren, natürlich. Das ist auch unser längerfristiges Ziel, ein paar Stars der Szene dabeizuhaben, die mitfahren, um eine gute Show zu liefern. Das ist wahrscheinlich auch für Teilnehmer cool, mal gegen Philipp Köster zu fahren. Das ist wahrscheinlich von vielen ein Kindheitstraum. Vom Level nach oben ist alles herzlich willkommen.
Alle aktuellen Infos zur German Wave Tour und die Anmeldung gibt es unter germanwavetour.com

Redakteur