Manuel Vogel
· 24.10.2026
Patrik hat sein Wave-Programm neu aufgestellt und setzt dabei auf drei Segel für unterschiedliche Fahrertypen. Maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung ist John Skye, der seine Erfahrung als World-Cup-Fahrer und langjähriger Segeldesigner einbringt. Im Interview spricht er über die Zusammenarbeit mit Patrik Diethelm, das T4A-Projekt und die Unterschiede zwischen Flow, Flash und Fuel.
Ich glaube, es war hart für ihn, Verantwortung abzugeben (lacht). Aber das Produktportfolio ist mittlerweile so groß, dass er nicht mehr alles allein stemmen kann. Zudem ist es sinnvoller, sich in Ruhe auf einzelne Projekte innerhalb der Range konzentrieren zu können. Patrik Diethelm ist und bleibt der Chef der Entwicklungsabteilung. Mit Thomas Goyard für Wing, Downwind und Foil, Nico Saillard im Bereich 3D und mir als erfahrenem Segeldesigner hat er inzwischen jedoch ein starkes Team aus Spezialisten um sich versammelt. Wir arbeiten alle sehr gut zusammen.
Es ist ein Projekt, bei dem es um den Aufbau eines Teams und um das Design neuer Produkte geht. Beim Testen der Segel haben wir festgestellt, dass jeder Fahrer einen eigenen Style und bestimmte Anforderungen an ein Segel hat. Wenn du ein Segel hast, das zu deinem Stil passt, willst du es bei allen Bedingungen fahren. Die gängige Einteilung in Sideshore- oder Onshoresegel macht daher für uns keinen Sinn. Das Ergebnis waren drei Segelmodelle – Flow, Flash und Fuel.
Die gängige Einteilung in Sideshore- oder Onshoresegel macht für uns keinen Sinn. (John Skye)
Das Flow ist ein softes Vierlattensegel. Es zieht sich beim Wellenabreiten flach, hat also viel Neutralität für einen Surf-Style. Am anderen Ende des Spektrums ist das Flash angesiedelt – ebenfalls ein Vierlattensegel, aber mit spürbar mehr Drive auf der Segelhand, um einen kraftvollen Stil zu unterstützen. In der Mitte liegt das Fünflattensegel Fuel: etwas mehr Vortrieb als das Flow, aber ein bisschen softer als das Flash. Dank seiner fünf Latten hat es die größte Windrange und eignet sich auch für Bump & Jump. Diese Eigenschaften erreichen wir durch das Segeldesign, aber auch durch die Materialien: Das Flow beispielsweise hat weiches Dacron im Vorliek, was dem Segel ein softes und neutrales Gefühl verleiht. Dafür sind die Lattenabstände etwas kleiner. Beim Flash ist mehr Profil eingeschneidert und wir verwenden X-Ply im Vorliek, was ein knackigeres Segelgefühl bewirkt. Hier können die Lattenabstände dann etwas größer sein. Wir nutzen also unterschiedliche Stellschrauben, um die Segel so abzustimmen wie gewünscht.
Es ist nicht unser Ziel, die leichtesten Segel auf dem Markt zu bauen. Ein Segel muss stabil sein. Unsere Maxime ist daher „so leicht wie möglich, aber so stabil wie nötig“. Im Shop wirkt ein extrem leichtes Segel erst mal beeindruckend. Aber es sollte auch halten. Hinzu kommt, dass ein geringes Gewicht auf der Waage nicht zwangsläufig bedeutet, dass sich das Segel in den Händen leicht anfühlt. Ein Segel, das ausgewogen in der Hand liegt und sauber twistet, fühlt sich auch leicht an, sogar wenn das nominelle Gewicht etwas höher ist. Umgekehrt kann sich ein extrem leichtes Segel mit dünnerem Material verziehen und aufblähen – und damit schwer wirken.
Wir wollten ein Team aus unterschiedlichen Typen: Adam Warchol ist unser Big-Wave-Charger. Alessio hilft mir viel beim Testen auf den Kanaren, wo ich auch zu Hause bin. Alexia und Carlos Kiefer sind die Contest- Maschinen der Zukunft. Simon Thule ist eine Testmaschine, sehr analytisch und natürlich ein Top-Fahrer. Und so ergibt sich am Ende eine Truppe, in der jede und jeder etwas Wichtiges einbringen kann.
Wir werden das T4A-Projekt auf die Disziplin Freestyle ausweiten – und dabei eine echte Bombe platzen lassen. Darauf könnt ihr euch schon jetzt freuen!

Redakteur surf
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