Der dritte Wettkampftag der iQFOiL Games in Cadiz begann zunächst mit einer Enttäuschung für die Teilnehmer. Unter grauem Himmel herrschte am Morgen absolute Windstille, Warten war angesagt. Nach den herausfordernden Bedingungen der letzten Tag sicherlich keine unwillkommene Pause. Doch die Geduld der Athleten wurde belohnt: Gegen 14 Uhr legte eine leichte 10-Knoten-Brise los und brachte perfekte Bedingungen, um neue Layouts des Sprint Racing zu testen.
Das Sprint Racing präsentierte sich mit drei anpassungsfähigen Kursoptionen für Winde unter 15 Knoten. Diese Vielfalt soll die Vielseitigkeit der Athleten fördern und unterschiedliche Fähigkeiten herausfordern, so der Gedanke der Klasse. Der bereits bekannte Sprint Slalom besteht aus einem schnellen Reach-Start, gefolgt von einer Vorwind-Strecke, einer Halse und einem finalen Reach ins Ziel. Neu hinzugekommen ist der U Sprint, der nach der dritten Boje einen zusätzlichen Upwind-Schlag vor dem Ziel-Reach einbaut. Als dritte Variante startet der Upwind Sprint mit einem Amwind-Schlag, gefolgt von einem Reach, einer Vorwind-Passage und dem abschließenden Reach ins Ziel.
Diese modularen Kurse sollen fließende Übergänge zwischen den Layouts ermöglichen und auch bei anhaltenden Leichtwind-Bedingungen dynamische Rennen garantieren. Die Flexibilität des Formats zeigte sich als großer Vorteil, um trotz der anfänglichen Flaute noch einen vollwertigen Wettkampftag durchführen zu können.
Bei den Senior-Männern wurden vier Sprint-Rennen im neuen U-Sprint-Format absolviert. An der Spitze der Gesamtwertung behauptete sich Grae Morris trotz einer Disqualifikation mit schwarzer Flagge in einem Lauf. Er gewann drei der vier Rennen und verteidigte damit seine Führungsposition. Finn Hawkins zeigte ebenfalls eine starke Leistung mit zwei Laufsiegen und zwei zweiten Plätzen. Er liegt weiterhin auf dem zweiten Gesamtrang. Der Brite zeigte sich begeistert von den neuen Kursformaten: “Ich hatte einen wirklich großartigen Tag mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen. Der neue U Sprint, der sowohl Vorwind- als auch Upwind-Elemente kombiniert, hat mir sehr gut gefallen. Er ist technisch anspruchsvoll, macht Spaß und war perfekt für den heutigen leichten Wind.”
Max Castelein verteidigte seinen dritten Platz in der Gesamtwertung, allerdings hat sich der Abstand zum zweitplatzierten Hawkins auf 27 Punkte vergrößert. Dies verspricht für die kommenden Tage noch spannende Positionskämpfe im Kampf um die Medaillen.
Bei den Damen brillierte einmal mehr Tamar Steinberg mit einer beeindruckenden Tagesleistung. Sie gewann drei der vier Sprint-Rennen – einen Slalom und drei Upwind Sprints. Damit baute sie ihre Führung in der Gesamtwertung komfortabel aus und liegt nun 13 Punkte vor ihrer Landsfrau Sharon Kantor, der Silbermedaillengewinnerin von Paris 2024. Nur einen Punkt hinter Kantor folgt mit Daniela Peleg eine weitere Israelin, was aktuell ein rein israelisches Podium bei den Senior-Frauen bedeuten würde. Die Konkurrenz wird in den verbleibenden Rennen alles daran setzen, diese Phalanx noch zu durchbrechen.
Emma Wilson, Bronzemedaillengewinnerin von Paris 2024, zeigte sich begeistert von der Innovationsfreude der iQFOiL-Klasse: “Ich liebe es, dass wir bei iQFOiL ständig neue Formate ausprobieren. Der Upwind Sprint war heute eine tolle Ergänzung, da es beim regulären Slalom-Format zu vielen Frühstarts kam. Die Aufwind-Starts lösten dieses Problem. So viele Rennen und so viel Spaß heute auf dem Wasser und in Cadiz.”
In der U19 setzte Kilian Manhaval seine Dominanz eindrucksvoll fort. Er gewann alle vier Rennen des Tages und steht nun bei beeindruckenden 10 Siegen in 12 Rennen. Robin Zeley behauptet weiterhin den zweiten Platz, während Simon Skrepek auf den dritten Rang vorrückte.
Bei den U19-Frauen wurden drei Rennen absolviert, die allesamt von Yfke Van der Meer gewonnen wurden. Sie hält damit ihre makellose Bilanz mit ausschließlich ersten Plätzen aufrecht. Hanna Simon folgt mit 16 Punkten Rückstand auf dem zweiten Platz, während Zofia Zarzecka den dritten Rang verteidigt.
Die jüngsten Teilnehmer in den U17-Klassen kehrten als letzte Gruppe erst nach 19:30 Uhr an Land zurück. Die U17-Männer absolvierten drei Rennen, die U17-Frauen zwei. In der U17-Frauen-Wertung führen aktuell Julia Przybyl, Anna Korevaar und Marta Gajdzinska. Bei den U17-Männern belegen Finn Brull, Merlijn Boswijk und Lorenzo Maroadi die Spitzenpositionen.
Und die Deutschen? Max Körner und Lenny Friemel kletterten jeweils zwei Plätze und stehen nun auf Rang 42 respektive 44, Tjalve Böttger rutscht wiederum zwei Plätze nach unten auf 62. Auch in der U19 ging es für Erik Wehkamp und Paul Regber minimal nach unten, sie stehen derzeit auf den Plätzen 22 und 27. Nils Präger (31.) und Eddie Burger (40.) konnten jeweils eine Position gutmachen,
Für den letzten Tag der Opening Series vor den finalen Medal Series am Freitag sieht die Wettervorhersage für Cadiz äußerst herausfordernd aus. Es wird ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 30 Knoten und Böen bis 40 Knoten erwartet. Dies könnte den Abschluss der Qualifikationsphase gefährden und stellt die Veranstalter vor schwierige Entscheidungen bezüglich der Durchführbarkeit der Rennen. Gerade für die Nachwuchsklassen könnte dies eine besondere Herausforderung darstellen. Es bleibe abzuwarten, ob und in welcher Form der Wettkampf fortgesetzt werden kann, heißt es von der Klassenvereinigung.
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