Der Tag begann mit den Rennen der Jugend- und Juniorenflotten, während der Wind dank der nahenden Gewitterfront schnell zunahm. In der U19-Männerklasse behauptet Henrik Løset Eriksen aus Norwegen weiterhin souverän die Spitzenposition. Auch David Bleistein aus Schweden bleibt in der U17-Jungenklasse ungeschlagen und konnte seine Siegesserie mit einer weiteren starken Leistung ausbauen. Für Aufsehen sorgte in der U17-Mädchenklasse erneut Anna Korevaar aus den Niederlanden. Mit einem beeindruckenden dritten Platz in einem gemischten Rennen übernahm sie die Gesamtführung in ihrer Kategorie und untermauerte damit ihren Status als aufstrebender Stern in der Klasse.
Als der Wind seine volle Stärke erreichte, gingen auch die Hauptfelder aufs Wasser. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen wurden jeweils vier intensive Kursrennen absolviert. In der Herren-Flotte konnte Tomasz Romanowski aus Polen seine Gesamtführung behaupten. Doch das Rampenlicht teilte er sich mit zwei starken Aufsteigern: Skip Brull aus den Niederlanden und Jeronimo Abogado aus Mexiko. Beide sicherten sich jeweils zwei Siege und katapultierten sich damit in die Anwärterschaft für die Medal Series. „Ich hatte einen super Tag heute. Ich habe noch nie einen Sieg in der Seniorenflotte errungen, und dann gleich zwei zu holen, war einfach unglaublich. Besonders das knappe Finish im letzten Rennen! Ich bin überglücklich, dass ich auf den sechsten Platz vorrücken konnte und werde versuchen, diese Position morgen zu halten, um am Mittwoch ins Finale zu kommen", kommentierte Jeronimo Abogado seine Leistung.
Fabian Wolf hatte nach eigenem Bekunden „viel richtig gemacht, aber genauso viel Pech mit Seegras“, das ihn ungewollt einbremste. Er bleibt bei vier Punkten Rückstand als Dritter eng dran an den Führenden.
In der Frauenflotte setzte sich die Dominanz des französischen Teams fort. Ambar Papazian, Justine Lemeteyer und Marion Couturier sicherten sich jeweils Rennsiege. Dank ihrer Konstanz und einer Reihe starker Ergebnisse übernahm Marion Couturier die Führung in der Gesamtwertung. Dicht auf den Fersen folgt ihr die Deutsche Sophia Meyer, die den Tag mit einem überzeugenden Sieg im letzten Rennen abschloss. Die 20-Jährige liegt nach insgesamt neun Rennen als Gesamt-Zweite nur vier Punkte hinter der führenden Marion Couturier. „Ich bin selbst überrascht, wie gut es lief, obwohl die Bedingungen schon ein ‚Überlebenskampf‘ für uns waren“, bilanzierte die Kielerin einen anstrengenden Regattatag, nach dem sie auf eigenem Zielkurs liegt. Meyer: „Aufs Podium der Kieler Woche möchte ich schon fahren – am liebsten natürlich nach ganz oben.“
Foil-Weltmeisterin Justine Lemeteyer zeigte sich begeistert von ihrem Erfolg bei der Kieler Woche: „Es war ein ziemlich guter Tag für mich, mein erster Sieg in einer internationalen iQFOiL-Flotte. Das ist wirklich toll, besonders angesichts der harten Bedingungen mit viel Regen und sehr starkem Wind! Es hat großen Spaß gemacht da draußen und ich freue mich auf morgen!"
Denn dann dürfte es so weitergehen, es fallen die Entscheidungen, wer am Mittwoch in den Medal Series dabei ist. Alica Stuhlemmer liegt mit Platz 12 gerade noch in Reichweite, Max Körner auf Rang acht der Herren hat beste Chancen. Bei den U19-Herren deren Feld zum größten Teil aus deutschen Nachwuchsfahrern besteht, liegen Erik Wehkamp (2.), Paul Regber, Noah Schmäh, Marius Müller, Nils Präger und Tom Franke (Plätze vier bis acht) auf Final-Kurs. Auch in den U17 dürfte es mit Julian Ahrens, Gustav Pöschke, Gustav Grünbaum und Philipp Köhlert eine starke deutsche Beteiligung geben.
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