SURF
· 01.04.2025
Eigentlich lief alles nach Plan für Lina Erpenstein, die in Chile ihren Event-Sieg vom vergangenen Jahr verteidigen wollte. Nach dem Sieg in Runde 1 gewann sie auch ihr Viertelfinale und lag im Halbfinale vorne. Doch wie im Livestream zu beobachten war, kam sie während des Heats in Richtung Land gesurft und musste aus dem Wasser getragen werden. Was genau passiert ist, ist bislang unklar, die Bilder legen den Verdacht einer Fußverletzung nahe.
Das Damen-Finale muss also ohne Erpenstein stattfinden, dafür konnte sich Alexia Kiefer über die Redemption Round wieder ins Rennen bringen und tritt morgen gegen Sarah-Quita Offringa, Jane Seman und Maria Morales Navarro an. Alexia strahlte nach ihrem Heat: “Oh, ich bin so müde! Aber es war super! Unglaublich! Ich bin superhappy und im Finale mit meiner besten Freundin, glücklicher könnte ich nicht sein!” Morales steht zum ersten Mal in einem Finale und zeigte die viuelleicht emotionalste Reaktion des Tages: “Woahhhh, ich kann's nicht glauben! Es ist mein erstes Finale überhaupt! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll! Danke an alle, die mir zuschauen... ich kann's immer noch nicht fassen... es hat so viel Spaß gemacht! Oh Mann, danke, danke!”
Die 25-fache Weltmeisterin Sarah-Quita Offringa aus Aruba behielt trotz des Drucks die Nerven: “Ich wurde etwas nervös, konnte aber cool genug bleiben. Ich bin zufrieden mit meinen Turns... mein Ziel war es, ins Finale zu kommen, also bin ich sehr glücklich darüber!" Jane Seman aus Australien brillierte mit Stil und Flair und feierte ihr Comeback nach einem schwierigen dritten Tag: “Ich bin trotz Niedrigwasser mit meinen kleinen Boards raus, weil ich in die engen Sections passen wollte... Hatte ein paar schöne Aerials, also ja, es hat Spaß gemacht. Ich hatte heute einen großartigen Tag, das macht gestern wieder wett!”
Bei den Herren zeigte Camille Juban eine herausragende Performance - trotz eines gebrochenen Zehs, den er sich vor drei Wochen zugezogen hatte. “Ich wusste, es würde hart werden, mit wirklich starken Gegnern. Und dann noch der gebrochene Zeh seit drei Wochen - da war viel Mentalstärke gefragt”, sagte er anschließend. Juban steht nun im Finale gegen Marcilio Browne, Marc Paré und Baptiste Cloarec, der ebenfalls angeschlagen ist: “Vor eineinhalb Wochen zeigte das Röntgenbild einen Bruch in meinem Fuß und die Ärzte meinten, ich sollte nicht antreten... aber jetzt bin ich einfach überglücklich!"
Der spanische Publikumsliebling Marc Paré strahlte nach seiner Leistung: "Ich bin super, super happy. Es war ein Traum von mir, hier ins Finale zu kommen - das ist quasi mein Lieblingsort auf der Welt. Was soll ich sagen?” Der vierfache und amtierende Weltmeister Marcilio Browne aus Brasilien bewies einmal mehr seine Ruhe unter Druck: “Zum Glück konnte ich ein paar Mal die richtigen Wellen erwischen. Ich sah Marc ein paar gute Ritte machen, also ja, ich bin wirklich happy und freue mich sehr, im Finale zu stehen."
Der Tag beim World Cup in Chile war lang, die Herren zogen nach der ersten Runde am Vortag vom Achtelfinale bis hin zum zweiten Halbfinale im Sonnenuntergang fast eine ganze Elimination durch. Immer vorne dabei: Philip Köster, der nach der Geburt seiner zweiten Tochter erst kurz vor dem Start in Chile angekommen war und seine Heats mit Top-Wertungen gewann. Erst der abflauende Abendwind konnte ihn stoppen, und er musste den Leichtgewichten Juban und Cloarec den Vortritt lassen.
Auch für Victor Fernandez und Bernd Roediger war im Halbfinale Schluss, während andere Top-Fahrer wie Liam Dunkerbeck und Marino Gil Gherardi bereits im Viertelfinale ausschieden. Auch Julian Salmonn zog gegen Paré und Cloarec den Kürzeren.
Mit diesem Line-up verspricht der Finaltag des Chile World Cup wieder spektakuläre Action. “Weltmeister, aufstrebende Stars und lokale Legenden werden in einem packenden Showdown um die Titel kämpfen. Die Windsurf-Welt blickt gespannt nach Matanzas”, verspricht die IWT vollmundig