Jugend-Event in AlacatiWindfest-Organisator Jimmy Diaz im Interview

SURF

 · 08.10.2026

Jugend-Event in Alacati: Windfest-Organisator Jimmy Diaz im InterviewFoto: PWA
​Das Alacati Windfest findet nun bereits zum fünften Mal statt und ist auf mehr als 130 Teilnehmer angewachsen. Sarah Jackson von der PWA hat sich mit Veranstalter Jimmy Diaz unterhalten, um herauszufinden, warum das Windsurfen bei Jugendlichen in der Türkei so boomt

Jimmy Diaz war 20 Jahre lang Präsident der PWA, mittlerweile ist er zusammen mit seiner Frau Cagla Kubat eine treibende Kraft hinter dem Alacati Windfest, dem ersten Event der Youth and Junior Slalom World Tour, die von der Cagla Kubat Windsurf Academy in der Türkei aus organisiert wird. Seit ihren Anfängen im Jahr 2022 ist die Veranstaltung stetig gewachsen und zieht mittlerweile über 130 junge Windsurfer an. Zum Start der fünften Auflage hat sich Sarah Jackson mit Jimmy zusammengesetzt, um darüber zu sprechen, warum die Kinder an erster Stelle stehen, was die Türkei zu einer solchen Hochburg für diesen Sport macht und wie man mit einer kniffligen Wettervorhersage umgeht.

Hey Jimmy, das Alacati Windfest findet nun schon zum fünften Mal statt. Was hat dich dazu inspiriert, diese Veranstaltung ins Leben zu rufen?

Die Inspiration für diese Veranstaltung waren schon immer die Kinder. Ich war 20 Jahre lang Präsident der PWA, und wir haben uns so sehr auf die Spitzenebenen des Sports konzentriert. Dann wird einem klar, dass uns die Grundlagenarbeit gefehlt hat, und ich denke, das ist das Wichtigste: Wir wollen eine breitere Basis für den Sport im Allgemeinen schaffen. Wenn man hierherkommt und gemeinsam mit Cagla diese Akademie eröffnet und sich auf die Kinder konzentriert, wird einem bewusst, wie viel Potenzial da steckt und wie gut der Sport für sie ist. Ich habe es sogar bei meiner eigenen Tochter gesehen, und das verstärkt das Gefühl noch, wenn man die Wirkung, die der Sport auf Kinder hat, so hautnah miterlebt. Windsurfen hat etwas absolut Magisches an sich, da sind wir uns wohl alle einig. Es mit den Kindern zu teilen, diese Plattform für sie zu schaffen, auf der sie an Wettkämpfen teilnehmen können, und ihnen einen Weg zu ebnen, um bei den Hauptveranstaltungen der PWA mitzumachen – darum geht es letztendlich.

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​Windsurfen hat etwas absolut Magisches an sich!”

Wir haben diese Woche nun über 130 Teilnehmer. Hättest du geglaubt, dass es so groß werden würde, als du damit angefangen hast?

Ehrlich gesagt, nein, ich hätte nicht gedacht, dass es so groß werden würde. Ich glaube, ein großer Teil des Erfolgs ist dem zu verdanken, was wir in der Türkei beobachten. Das Land hat sich zu einer echten Hochburg entwickelt, mit so vielen Vereinen, die sich dem Windsurfen widmen, und so vielen Kindern, die damit anfangen – und die Teilnehmer werden einfach immer jünger. Man sieht dieses enorme Potenzial, und es ist schön, diese Hochburgen in der Türkei, auf Bonaire und in Dänemark zu sehen. Wenn wir den Sport einfach weiter verbreiten können, wird er immer größer und größer werden.

Was ist das Geheimnis in der Türkei? Warum ist Windsurfen dort so erfolgreich geworden?

Ich glaube, es ist eine Kombination aus vielen Faktoren. Wir arbeiten mit dem Verband zusammen, und dieser Verband steht voll und ganz hinter dem, was wir tun. Natürlich braucht man Vereine, die den Sport vorantreiben, und Menschen, die ihn gestalten und die Vision erkennen. Cagla hat einen riesigen, riesigen Anteil an dieser ganzen Sache. Das sage ich nicht, weil sie meine Frau ist, sondern weil ich sehe, wie viel Arbeit und wie viel Leidenschaft sie hineinsteckt. Bei so etwas braucht man diese eine Person, die das Ganze wirklich vorantreibt. Aber es ist die Kombination aus all dem, den anderen Vereinen und einem Verband, der die Vision ebenfalls teilt. Generell ist die Türkei zu einem wirklich wichtigen Standort im Windsurfen geworden, auch im IQFoil. Wir sehen eine große Beteiligung beim Bic Techno, im Slalom und im Foil-Slalom. Es wächst einfach weiter. Das ist großartig.

Welchen Rat würdest du anderen Ländern oder Eltern geben, die einen eigenen Verein gründen wollen?

Wenn wir uns die weltweiten Zahlen im Windsurfen ansehen, sind die Vereine und Schulen eines der Schlüsselelemente, die gleich geblieben sind. Dieser Marktbereich ist nicht zurückgegangen und hat sich ziemlich stabil gehalten. Deshalb müssen wir genau dort ansetzen: Wie bringen wir den Menschen das Windsurfen bei, und was schaffen wir danach? Es geht nicht nur darum, die Leute ins Wasser zu schicken und zu sagen: ‚Okay, jetzt hast du das Windsurfen gelernt, mach dich selbst daran, es herauszufinden.‘ Man muss ein System dahinter aufbauen. Man bringt ihnen das Windsurfen bei, man zeigt ihnen, wie man anfängt, und man führt sie durch die verschiedenen Phasen und Stufen. Dann schafft man Plattformen, zuerst auf lokaler Ebene, dann auf nationaler, dann auf internationaler. Solange man das weiter aufbaut, wächst es. Der Fehler besteht darin, nach diesen Anfängerkursen nichts mehr anzubieten und einfach zu sagen: ‚Okay, macht es selbst.‘ Aber abgesehen davon geht es vor allem um Kameradschaft. Kinder wollen mit anderen Kindern zusammen sein und gemeinsam coole Sachen machen, und das ändert sich eigentlich auch nicht, wenn man erwachsen wird – man will immer noch coole Sachen mit anderen coolen Leuten machen. Windsurfen ist zweifellos ein cooler Sport. Man braucht also die einzelnen Schritte, um dorthin zu gelangen, und man braucht die Vereine, darf das Ganze aber nicht wie eine Fabrik oder ein Geschäft betrachten. Man muss es als Gemeinschaft sehen und sie in allen Phasen wachsen lassen und pflegen.

​Der Fehler besteht darin, nach diesen Anfängerkursen nichts mehr anzubieten.”

Danke, Jimmy. Letzte Frage: Beim Windsurfen sind wir immer den Elementen ausgeliefert – wie gehst du also mit einer schwierigen Wettervorhersage wie der um, die wir diese Woche haben?

Das erinnert mich ein wenig an den Unterschied zwischen Männern und Frauen beim Windsurfen lernen. Der Mann kämpft immer gegen das Segel an und versucht einfach, es zu überwältigen, während Frauen im Allgemeinen mit dem Wind gehen und versuchen, Harmonie zu schaffen. Das ist ein bisschen die Herangehensweise, die wir bei diesem Sport wählen müssen. Es ist ein Natursport, und wir können nichts dagegen tun. Jeder, der etwas Erfahrung im Windsurfen hat, weiß, dass es von den Elementen abhängt, was wir auf dem Wasser tun können. Also müssen wir es einfach akzeptieren, uns darauf einlassen, das Beste aus den gegebenen Bedingungen machen und andere Aktivitäten drumherum planen. Gerade bei Junioren- und Jugendveranstaltungen wie dieser sorgen die Kinder selbst für Unterhaltung, und man macht ein Fest daraus und sorgt dafür, dass es Spaß macht. Wir müssen uns der Natur anpassen, und das gehört ebenfalls zum Sport dazu. Wie heißt es so schön? Trimme deine Segel, wenn der Wind dreht. Genau das müssen wir tun.

Danke, Jimmy, und viel Glück an alle jungen Windsurfer beim diesjährigen Alacati Windfest.

Das Alactai Windfest läuft bis zum 11. Oktober, alle Infos und Ergebnisse gibt es hier: pwaworldtour.com

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