So einen Tag hat auch Sebastian Kördel noch nicht erlebt. Nachdem der iQFoil-Weltmeister am Vortag erwartungsgemäß binnen eineinhalb Stunden drei souveräne Siege eingefahren hatte, wurde der 32-jährige am Dienstag brutal ausgebremst. In beiden Dienstag-Rennen blieb er schon am Start in Flaute und Seegras hängen und gab die Läufe auf.
“Ich bin wie viele andere steckengeblieben”, sagte der nun vor den Finalrunden auf Platz sechs liegende Hoffnungsträger für Olympia 2024. Und weiter: “Das war heute wie Snowboarden ohne Schnee, wie Turmspringen ohne Wasser oder ein Formel-1-Rennen ohne Sprit. Wenn es morgen den angekündigten Wind gibt, ist aber trotzdem noch alles drin. Dann kann ich das noch nach Hause bringen.”
Im olympischen iQ-Format qualifizieren sich der Hauptrundensieger direkt fürs Finale, der Zweite und Dritte ziehen direkt ins Halbfinale ein. Fabian Wolf kommt als Zweiter der Hauptrunde direkt ins Semifinale. Er fuhr heute einmal auf Platz acht und einmal auf Platz fünf. Vor ihm liegt nur noch der Litauer Juozas Bernotas, der heute zwei Siege feiern konnte und als Führender in den Final-Tag geht. Sebastian Kördel muss sich also in den morgen anstehenden Medal Races zunächst im Viertelfinale mit den Konkurrenten auf den Plätzen vier bis zehn messen, um ins Halbfinale einzuziehen.
Bei den Damen erwischten Alisa Engelmann und Lena Haverland das Flauten- und Seegras-Pech. Dreimal gingen die sechs Starterinnen heute aufs Wasser, Theresa Steinlein dabei ihren zweiten Platz hinter der Dänin Laerke Buhl-Hansen verteidigen und sogar einen Sieg einfahren.
Wie schwierig die Bedingungen waren, lässt sich schon an den Daten ablesen: Bei den Herren kamen jeweils nur rund die Hälfte der 20 Starter ins Ziel, bei den Damen nur vier beziehungsweise drei Starterinnen. Am Mittwoch folgen nun noch die Medal Races, dann ist der olympische Teil der Kieler Woche abgeschlossen.

Redakteur
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.